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Duisburg
Leerstand und Bettler nehmen zu

Duisburg: Leerstand und Bettler nehmen zu
Vor allem auf dem Sonnenwall stehen Ladenlokale leer. Das sorgt dafür, dass die Einkaufsstraße viel von ihrem Charme verliert. FOTO: Andreas Probst
Duisburg. Die Stadt berichtet von Gesprächen des Vereins City-Managements mit diversen Partnern, um die Innenstadt attraktiver zu machen. In Zukunft sollen vor allem leere Ladenlokale vermieden werden. Von Jan Luhrenberg

Eine Innenstadt ist per Definition mehr als nur der zentrale Punkt einer Ortschaft, an dem die wichtigsten Verkehrswege - egal ob zu Fuß, mit dem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln - zusammenlaufen. In den Innenstädten sollten sich auch große und kleine Handelshäuser sowie Dienstleistungseinrichtungen konzentrieren.

In Duisburgs Einkaufspassage, genauer genommen der Königstraße und dem Sonnenwall, ist seit geraumer Zeit ein anderes Bild zu erkennen. Zwar reiht sich hier Geschäftsraum an Geschäftsraum, aber eine Vielzahl der Läden steht zurzeit leer. Über 20 Ladenlokalen erinnern nicht mehr wirklich an tüchtiges Geschäftsleben. Nur die alten Reklameschildern und die Mietanzeigen im Schaufenster deuten darauf hin. Die Zahl dürfte sogar noch etwas höher liegen, da auch die großen Einkaufszentren der Innenstadt - namentlich Forum, Königsgalerie, Averdunkzentrum und Citypalais - mehr Mieter gut vertragen könnten.

Jörn Esser, Pressesprecher der Stadt, sieht die Lage so: "Es gibt vor allem in der Königsgalerie Leerstand." Dennoch seien das Forum und eben die Königsgalerie gut besucht. Fehlende Nachfrage scheidet also als Ursache für die "Auszüge" aus. Aber woran liegt es dann?

Genau scheint das keiner zu wissen. Nichtsdestotrotz gilt es, die Lage zu verbessern, und ein Anfang ist schon gemacht. Der Verein City-Management steht im regen Austausch mit dem Centermanagement der drei Einkaufszentren. Hinzu kommen Gespräche mit der Industrie- und Handelskammer sowie Einzelhändlern. Esser ist sicher, dass all diese Parteien ein klares Ziel verbindet: Verbesserungen in Duisburgs Innenstadt herbeizuführen. Genaue Vorhaben sind aber noch nicht durchgesickert.

"Es gilt auch den Sonnenwall besser mit der Königsgalerie zu vernetzen und dort attraktive Angebote zu schaffen", so der Sprecher der Stadt. Auch hierzu würden intensive Gespräche geführt werden. Der Sonnenwall war im vergangenen Jahr schon Nutznießer einer kleinen Auffrischung, als dort lange Blumenkübel mit Holzsitzbänken aufgebaut wurden. In diesem Frühjahr ist noch eine andere Maßnahme geplant, die den Sonnenwall attraktiver für Geschäftsleute, aber auch für Kunden machen soll. "Wir starten dann eine Pflanzaktion, um ein freundliches Ambiente zu schaffen, das zum Verweilen einlädt", so Esser. Solche Verschönerungen scheinen auch schon erste Erfolge herbeizuführen. Jörn Esser berichtet, dass es Positivbeispiele in der Innenstadt gibt: "Auf dem Sonnenwall haben zuletzt drei neue Geschäfte eröffnet."

Dem aufmerksamen Bürger dürfte nicht entgangen sein, dass sich die Zahl der Bettler und Straßenmusikanten in letzter Zeit vermehrt hat. Auch Esser bestätigt das: "Es besteht der Eindruck, dass die Anzahl der bettelnden Menschen in den letzten zwei bis drei Jahren etwas zugenommen hat." An einem Tag in der vorigen Woche zählten wir um die Mittagszeit auf dem Stück zwischen Forum und Steinsche Gasse 16 Bettler, nicht eingerechnet die Stände, an denen religiöse Eiferer um Anhänger warben.

Dagegen kann die Stadt angeblich aber nur wenig unternehmen. Esser bestätigt, dass das Betteln in der Innenstadt an sich nicht zu verhindern sei: "Grundsätzlich ist das Betteln nicht verboten, solange es nicht in aggressiver Weise ausgeübt wird." Unter aggressivem Betteln versteht die Stadt zum Beispiel Anfassen, Festhalten, Versperren des Weges, aufdringliches Ansprechen oder eine bedrängende Verfolgung. Der städtische Außendienst kann störendes Verhalten in solchen Fällen ahnden. Im Härtefall wird ein Verwarngeld in Höhe von 25 Euro fällig und ein Platzverweis wird ausgesprochen.

Die Präsenzstreife in der Duisburger City hat keine erhöhte Zahl von Störungen durch Bettler festgestellt. Auch die Anzahl der Bürgerbeschwerden sei nicht signifikant verändert, so Esser. Solange sich Bettler ruhig und unauffällig verhalten, gelte es, sie zu tolerieren.

Es bleibt zu hoffen, dass die anvisierten Maßnahmen Früchte tragen und sich das Bild der Innenstadt näher zu dem bewegt, was auf der Homepage der Stadt geschrieben steht: Ein vielfältiges Shoppingerlebnis in einem Einkaufsparadies, das mit seinen Straßencafés, Bänken und Grünflächen zum Verweilen einlädt.

Quelle: RP
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