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Duisburg
Rauchsäule über brennender Halle

Duisburg. In einer Halle der Firma Huntsman ist gestern Morgen ein Feuer ausgebrochen. Der dunkle Rauch war fast in der gesamten Stadt zu sehen. Verletzte gab es nicht. Eine Gefährdung der Bewohner konnte ausgeschlossen werden. Von Carolin Skiba

Schon wieder hat es in Duisburg gebrannt. Dieses Mal ist ein Feuer einer Lagerhalle der Chemiefirma Huntsmann in Homberg ausgebrochen. Um 4.57 Uhr gestern Morgen alarmierte die Werksfeuerwehr von Huntsman die Berufsfeuerwehr und bat um Unterstützung.

Auf einer Fläche von 40 mal 100 Metern wurde Verpackungsmaterial gelagert - vor allem Papier und Kunststoffe. Die komplette Lagerhalle habe gebrannt, hieß es von der Feuerwehr. Daraus war eine so starke Rauchentwicklung entstanden, dass die Feuerwehr den Anwohnern zunächst empfohlen hatte, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Am Morgen hieß es noch, dass gesundheitliche Beeinträchtigungen durch den Rauch nicht auszuschließen seien - die Stadt veröffentlichte eine entsprechende Warnung auf ihrer Internetseite. Gegen Mittag wurde diese Warnung allerdings wieder aufgehoben, der Rauch war Richtung Rhein abgezogen. Messwerte, die durch Vertreter des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) sowie der Bezirksregierung genommen worden waren, erwiesen sich als negativ. Auch später am Tage habe es keine Hinweise auf weitere Schadstoffe gegeben.

Menschen kamen bei dem Feuer nicht zu Schaden, mussten aber teilweise ihre Wohnungen verlassen. Eine Sprecherin der Stadt teilte mit, dass es sich bei den beiden evakuierten Wohnungen um Werkswohnungen gehandelt habe. Den Mitarbeitern sei nichts passiert. Die extreme Hitze hatte die Scheiben der benachbarten Gebäuden zerstört.

Bemängelt wurde von vielen Duisburgern, dass sie zwar die Sirenen gehört hätten, die Alarm geschlagen, nicht aber die Sirenen, die Entwarnung gegeben hätten. Der Duisburger Holger Lambrecht etwa meinte, die Gefahreninformation der Stadt sei eine Katastrophe. Eine Sprecherin der Stadt entgegnete daraufhin, dass die gleichen Sirenen Entwarnung gegeben hätten, wie die, die auch gewarnt hatten. Generell seien die Sirenen dafür da, um den Bürger darauf aufmerksam zu machen, dass etwas passiert ist. "Es bedeutet, dass er erst mal im Haus bleiben und sich über das Radio oder das Internet informieren soll", sagte die Sprecherin.

Die Stadt teilte außerdem mit, dass mit Rußbildung zu rechnen sei. Zum Umgang mit Brandresten empfahl sie, weiße und schwarze Brandreste oder Flocken von Obst und Gemüse in Gärten abgewischt und abgewaschen werden. Brandreste sollten nicht ins Haus getragen, Schuhe daher gründlich gereinigt werden. Sollte es große Flocken im Garten geben, rät die Stadt dazu, diese aufzusammeln und im Hausmüll zu entsorgen. Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass es im Rhein teilweise zu einer Trübung kommen konnte. Das habe daran gelegen, dass mit dem Löschwasser Titandioxid in den Rhein geleitet wurde. Bei Titandioxid handele es sich um einen ungefährlichen Stoff, der unter anderem auch in Zahnpasta verwendet werde.

Der Essenberger See hingegen musste im Zuge der Löscharbeiten gesperrt werden. Eine Pumpe der Feuerwehr, die zur Entnahme von Löschwasser diente, hat wegen eines technischen Defektes etwa 150 Liter Hydrauliköl verloren, die in den See geflossen waren.

Die Untere Wasserbehörde und die Feuerwehr haben Sofortmaßnahmen eingeleitet und den betroffenen Seebereich eingeschlängelt sowie den betroffenen Uferbereich mit Filtervliesmatten ausgelegt. Mit diesen Maßnahmen soll eine weitere Ausbreitung des Öls vermieden werden. Heute wird sich eine Fachfirma um die Beseitigung des Öls kümmern. Bis zum Abschluss der Reinigungsmaßnahmen des Wassers und des Ufers darf der See nicht genutzt werden - weder zum Schwimmen, noch zum Angeln.

Quelle: RP
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