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Duisburg
Wilhelm Tell mit Armbrustschießen

Duisburg. Das Motto der 44. Internationalen Kinderbuchausstellung heißt in diesem Jahr "Kultur... echt cool". Vom 9. bis 13. November werden in der Zentral- und in den Stadtteilbibliotheken 80 Veranstaltungen angeboten. Von Peter Klucken

Die Internationale Kinder- und Jugendbuchausstellung, bekannt unter dem Kürzel IKiBu, ist im Laufe der Jahrzehnte kleiner geworden, doch gehört dieses älteste Festival der Stadt nach wie vor zu den positiven Aushängeschildern Duisburgs. Trotz des geringen städtischen Etats von nur 30 000 Euro wird auch die 44. Ausgabe der IKiBu, die vom 9. bis 13. November stattfindet, schätzungsweise 4000 Kinder im Rahmen von Lesungen, Theateraufführungen und Werkstätten in der Zentralbibliothek und in den Duisburger Stadtteilbibliotheken direkt ansprechen. Die IKiBu ist zweifellos eine der größten Leseförderungsmaßnahmen in Deutschland.

Das Motto in diesem Jahr heißt "Kultur ... echt cool". Dabei wird der Begriff Kultur recht weit gefasst, wie die leitenden IKIBu-Macher gestern beim Pressegespräch erläuterten. Auf kindgemäße Weise werde gewissermaßen zwischen den Zeilen danach gesucht, was Kultur eigentlich sein kann. Klar gemacht werde auch, dass in Duisburg viele verschiedene Kulturen nebeneinander bestehen - mit Unterschieden und Gemeinsamkeiten. Dabei werde auch die Esskultur nicht ausgeklammert, sagte Jens Holthoff, Leiter des Kindergarten- und Schulservices und Koordinator der IKiBu.

Eröffnet wird die IKiBu am Montag, 9. November, 11 Uhr, in der neuen Zentralbibliothek im Stadtfenster. Nach einem Grußwort von Oberbürgermeister Sören Link spielt das Artisjok Theater aus Schweighofen sein Erfolgsstück "Max und Moritz", frei nach den "Lausbubengeschichten" von Wilhelm Busch. Den beiden frechen Früchtchen, die mit ihren bösen Streichen Witwe Bolte, Schneider Böck, Lehrer Lempel, Onkel Fritz, Meister Bäcker und andere schikanieren, beschert Wilhelm Busch bekanntlich ein grausiges Ende ("Rickeracke, rickeracke geht die Mühle mit Geknacke..."). Wie das in der Version eines modernen Kindertheaters geschildert wird, werden Schulklassen während der IKiBu bei mehreren Vorstellungen erleben können.

Zum Kindertheaterprogramm der IKiBu gehören neben Max und Moritz das Stück "Glück für den Pechvogel" vom Bochumer "Na und Theater" und "Die Zauberflöte" nach Mozart vom Figurentheater Künster aus Mayen. Schwerpunkt der IKiBu sind die Lesungen. Dabei präsentieren Kinderbuchautoren selber ihre Bücher vor Schülern der Klassen eins bis fünf. Oder es lesen Schauspieler aus Kinderbüchern, die Preise bekommen haben oder nach Ansicht von fachkundigen Bibliothekaren wie Jutta Flaßhove einen Preis verdient hätten. Flaßhove ist in Personalunion Leiterin der Kinder- und Jugendbibliotheksarbeit, der Bezirksbibliothek Rheinhausen und des Zweigstellensystems der Stadtbibliothek. Seit 20 Jahren gehört sie zum Duisburger IKiBu-Team. Eine Fassung von Schillers Drama "Wilhelm Tell" hat Barbara Kindermann geschrieben. Diese "Weltliteratur für Kinder" wird die Autorin zum Beispiel am 11. November in der Zentralbibliothek Schülern des vierten und fünften Schuljahres vorstellen. Ein Gag folgt im Anschluss an die Lesung: Die Schüler können an einem Armbrust-Wettschießen teilnehmen.

Lust aufs Lesen möchte auch das in Duisburg häufig gastierende Schauspieler-Duo Silke Roca und Peter G. Dirmeier machen, das szenisch aus dem Kinderbuch von Eoin Colfer "Tim und das Geheimnis von Knolle Murphy" lesen wird. Ein Extra der diesjährigen IKiBu ist ein Beitrag der Duisburger Philharmoniker: Geigerin Anke Vogelsänger und ihre Kollegen erzählen mit ihren vielen Instrumenten Geschichten von Ungeheuern, Helden und so einem lustigen Vogel wie Papageno aus Mozarts "Zauberflöte".

Das Plakat zur 44. IKiBu hat die Künstlerin Julia Kaergel aus Hamburg gestaltet. Werke der mehrfach ausgezeichneten Kinderbuch-Illustrationen werden in Ausstellungen in den Bezirksbibliotheken Rheinhausen und Hamborn und in der Zentralbibliothek während der IKiBu gezeigt.

Kooperationspartner und Förderer der IKiBu sind wieder die Duisburger Bibliotheksstiftung und die Volksbank Rhein Ruhr. "Ohne diese Förderung könnte die IKiBu nicht in dieser Qualität durchgeführt werden", sagten Kultur- und Bildungsdezernent Thomas Krützberg und Bibliotheksdirektor Dr. Jan-Pieter Barbian beim Pressegespräch. 1971 förderte die Stadt die IKiBu mit 200 000 Mark.

Quelle: RP
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