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Mein Tierisches Revier
Zwischen Korallenriff und Amazonas

Duisburger-Zoo: Ein Blick unter Wasser im Aquarium
Duisburg. Aquarium und Rio Negro im Zoo bieten Einblicke in die Unterwasserwelt. Hinter den atemberaubenden Landschaften stecken viel Arbeit und jahrelange Erfahrung. Geleitet wird das Revier von Maik Peschke.

Hinter der dicken Glascheibe flitzen zwischen filigran-wirkenden Korallen und schillernden Anemonen bunt gemusterte Fische. "Ich brauche nicht unbedingt den direkten Kontakt zu den Tieren", sagt Maik Peschke, Revierleiter des Aquariums und Rio Negro im Zoo Duisburg. "In der Aquaristik ist der Pfleger oft der Beobachter." Und ein Tüftler, der ein Händchen für Technik haben muss, sagt Peschke.

Das Korallen-Becken bietet Einblick in den einzigartigen Lebensraum des Riffs, ganz nach dem Vorbild in der Natur. "Wenn ich verreise, beobachte ich oft, wie die Tiere sich verhalten, wie die Landschaften aussehen." Von seinen Tauchgängen bringt er dann Ideen und Erfahrungen nach Hause mit, die er an seinem Arbeitsplatz gut gebrauchen kann. Wenn neue Tiere angesiedelt werden, planen Peschke und seine Kollegen die Projekte mit; wenn neue Anlagen gebaut oder eingerichtet werden, wissen die Pfleger genau, was die Tiere benötigen - und was in der Umsetzung funktioniert, so der Revierleiter.

Maik Peschke ist Herr über das Aquarienhaus und das "Rio Negro". Das Bild links unten zeigt ihn bei der Fütterung über einem Fischbecken. Daneben der Wasserfall den Salamander. Rechts: Auf den Bänken nehmen Besucher Platz, um in aller Ruhe die Unterwasserwelten zu bestaunen. FOTO: Christoph Reichwein

Besonders beim Aquarium und Terrarium "glauben die Leute erstmal nicht, was alles hinter den Kulissen steckt." Die Arbeit im Wasserparadies hat viel mit Maschinen und Technik zu tun. Die Pfleger bedienen die Filteranlagen selbst - erst, wenn sie selbst nicht weiterwissen, wird der Techniker gerufen. Die größte Anlage hat das Korallenbecken - 650.000 Liter Wasser bieten dort etwa 1000 Fischen, Korallen und anderen Lebewesen ein Zuhause.

Mit etwa elf Jahren habe er sein erstes Aquarium bekommen, erzählt Peschke. Mit 15 Jahren machte er sein erstes Praktikum im Duisburger Zoo. "Ich war direkt begeistert", sagt er. 1998 schloss er seine Ausbildung zum Tierpfleger ab. Eine Stelle in Duisburg gab es für ihn damals aber nicht. Er ging als Pfleger der Huftiere in den Zoo Neuwied in Rheinland-Pfalz. 2000 zog es ihn zum Zoo-Nürnberg, wo er zuletzt auch Revierleiter war. 2013 kehrte Peschke ins Ruhrgebiet zurück.

FOTO: Christoph Reichwein

"Ein Grund war unter anderem der Umbau des Duisburger Aquariums", sagt er. Rund 500.000 Euro kosteten die Sanierung der Becken und die Anschaffung neuer, hochmoderner Filteranlagen und Beleuchtung. "Ohne das alles hätten wir hier wie im 18. Jahrhundert arbeiten müssen", sagt Peschke und lacht. So aber gibt es High-Tech für die Bewohner: "In jedem Becken ist alles auf die Bedürfnisse der Tiere abgestimmt."

So haben zum Beispiel Riesensalamander ein Zuhause bekommen, das ihrem natürlichen Habitat entspricht - eine Uferlandschaft mit Höhlen, Nischen und Wurzeln zum zurückziehen. Lärm und allzu helles Licht meiden die Lurche. Im Becken wird eine Strömung mit kaltem, sauerstoffreichem Wasser simuliert - wie in einem reißenden Bergbach in der asiatischen Heimat.

FOTO: Christoph Reichwein

Kleine Biotope aus allen Regionen der Welt sind hier vereint. Auch die tropischen Gewässer und der Wald des Amazonas gehören dazu. Butu, der älteste lebende Flussdelfin der Welt, wohnt in einem der Amazonas-Becken im Rio Negro. Etwa 43 Jahre alt ist das Tier - 41 davon hat es im Duisburger Zoo verbracht. "Die Artenvielfalt in dem Aquarium ist sehr groß", sagt Peschke. "Wir sind das Revier mit den meisten Tierarten, auch wenn andere größer sind."

Um diese Vielfalt zu erhalten, heißt es neue Wege gehen: "Es ist wichtig, Pfleger mit Tieren arbeiten zu lassen, die nicht einfach zu halten und nichts für Amateure sind", sagt der Revierleiter. Das neueste Projekt: Sepia-Zucht. Die Tintenfische sollen "in Zukunft vielleicht Platz in einem Mittelmeer-Becken finden", sagt Peschke. Hinter den Kulissen werde bereits geplant und experimentiert.

Quelle: RP
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