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Emmerich
Ärger über "Knöllchenfalle" Neumarkt

Emmerich: Ärger über "Knöllchenfalle" Neumarkt
FOTO: van Offern, Markus (mvo)
Emmerich. Weil Autofahrer außerhalb der Beschilderung parken, verteilt das Ordnungsamt vor allem im Bereich vor der Deutschen Bank täglich etliche Strafzettel. Betroffene sind oft überrascht. Sie halten die Regelung für missverständlich. Von Markus Balser

Seit Anfang des Jahres ist das Parken auf dem Neumarkt gebührenfrei. Zwei Stunden dürfen Autofahrer ihre Fahrzeuge dort stehen lassen, wenn sie ihre Parkscheibe richtig gestellt haben. Das machen auch viele - und bekommen trotzdem ein "Knöllchen" von den Mitarbeitern des Ordnungsamtes verpasst. Vor allem der Bereich vor der Deutschen Bank hat sich für die Stadt zu einer guten "Einnahmequelle" entwickelt. Denn nahezu täglich werden hier Strafzettel an die Windschutzscheiben gehängt.

Der Grund: Das Parken ist an eben jener Stelle nur zwischen den Parkplatzschildern erlaubt. Ein Pfeil auf den Schildern signalisiert das zwar, jedoch ist für viele offenbar nicht auf den ersten Blick erkennbar, dass links, beziehungsweise rechts der Schilder nicht geparkt werden darf. Das ist vor allem dann der Fall, wenn bereits mehrere Autos jenseits der Beschilderung stehen. Ein ankommender Autofahrer freut sich dann über einen freien Parkplatz - und muss, wenn er Pech hat, einen Strafzettel über 10 Euro begleichen, weil er sein Fahrzeug "nicht entsprechend der Parkplatzmarkierung" abgestellt hat.

Über die "Knöllchen" sind nicht wenige Autofahrer überrascht. "Irreführend" findet etwa Karl Heinz Böshenz die Parkregelung am Neumarkt. Der Anholter war vor kurzem mit seiner 90-jährigen Mutter, die im Rollstuhl sitzt, zu Besuch in der Rheinstadt. Auch er fand ein "Knöllchen" vor, als er wieder zu seinem Auto zurückkam. Weil ihm zunächst nicht klar war, wofür er zahlen sollte, sprach er einen Polizisten an, der zufällig in der Nähe war. Und selbst der Beamte konnte nicht sofort erkennen, worin das Vergehen bestand - bis dann schließlich doch der Blick auf den Pfeil am Schild fiel. "Wenn selbst ein Polizist nicht sofort erkennt, was hier Sache ist, zeigt das doch, dass die Regelung hier nicht ganz in Ordnung sein kann", sagt Böshenz. Er bemängelt auch, dass es an dieser Stelle am Boden keine Parkplatzmarkierungen gibt. Stattdessen eine Pflasterung, die auf den ersten Blick wie eine Parkbuchtmarkierung anmute. "Auch das verleitet dazu, sein Auto hier abzustellen", sagt der Anholter.

Bei der Stadt Emmerich hält man die Regelung hingegen für eindeutig. "Eingangs des Neumarktes weist ein Schild darauf hin, dass das Parken nur in den gekennzeichneten Flächen erlaubt ist", sagt Paul Tenbrink, zuständig für ruhenden Verkehr. Aus seiner Erfahrung heraus haben "99 Prozent der betroffenen Autofahrer einfach nur nicht richtig auf die Schilder geguckt". Und die seien ausreichend. "Auf dem Pflaster muss es keine zusätzlichen Markierungen geben", sagt er.

Auch er hat festgestellt, dass regelmäßig gegen die Regelung verstoßen werde. Vor allem am Wochenende könne das zum Problem werden, wenn bei besonders hohem Autoaufkommen Fluchtwege und Zufahrten zugeparkt werden.

Keine "Knöllchen" gibt es übrigens an einem anderen Parkplatz, der eigentlich gar keiner ist. Seit einigen Tagen haben sich Autofahrer die frei gewordene Fläche auf dem ehemaligen Wemmer & Janssen-Gelände "erobert". Auch wenn das Areal nicht als Stellplatz ausgewiesen ist, soll es dort laut Tenbrink keine Strafzettel geben. Er weist jedoch darauf hin, dass es bei Unfällen Probleme für die Autofahrer mit der Versicherung geben könnte.

Quelle: RP
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