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Rp-Serie Hüthumer Geschichten (teil 9)
Auf dem Klosterberg ging es zünftig zu

Emmerich. Im Schützenhaus konnte man der Kirmes zuschauen, wer allerdings Durst hatte, der musste runter ins Brauhaus gehen. Von Norbert Loose und Monika Hartjes

HÜTHUM Am Klosterberg gab es verschiedene Gastwirtschaften. Der Straße und den Schienen folgend lag links vom ehemaligen Hügel des Klosterberges das Schützenhaus der Borussia, auch "Stadt- oder Heere-Schötze" genannt. Es handelte sich um einen Saalbau vorwiegend aus Holz aus der Zeit um 1857, der von Bäumen umgeben war.

Das Schützenhaus war sozusagen ein Vorläufer der heutigen Vereinsgastronomien, es betrieb keinen öffentlichen Ausschank. Doch war es der Bevölkerung durchaus gestattet, beim großen Schützenfest zur Emmericher Kirmes dort ein wenig, wenn auch zurückhaltend und aus gebührender Entfernung, über den Zaun zu schauen, um hier etwas vom munteren Treiben zu erspähen. Denn schließlich wollte man ja wissen, wie "et Hautevolee" so feierte. Wer dann Durst vom Zuschauen bekam, konnte in der Nähe, gleich am Fuße des Klosterberges, einkehren.

Dort lag "Das Brauhaus zum Klosterberg", damals im Besitz der Dortmunder Stiftsbrauerei. Das Gasthaus, dem die Brauerei angegliedert war, stammte aus der Zeit um 1850 und gelangte später in den Besitz der Familie Röder. Unterirdische Gänge, die von den Kellern des Hauses aus weiterführten, lassen auf wesentlich ältere Bebauungen schließen, wahrscheinlich noch aus klösterlicher Zeit. Man spricht von ursprünglichen Verbindungen, die unterirdisch bis zum Klostergarten und zum ehemaligen Wasserturm geführt haben sollen. Im Gegensatz zum Schützenhaus auf dem Klosterberg, das trotz überstandener Bombenangriffe später doch noch ein Opfer des Krieges wurde, da es zum Errichten von Notunterkünften förmlich abgetragen wurde, hat das "Gasthaus am Klosterberg" diese Zeiten glücklich überstanden.

Ab 1953 wurde es unter anderem in Verpachtung von der Familie Heinrich Ebbing bewirtschaftet, besser bekannt als "de Pöngel". Es war lang das Vereinslokal vom VfB Rheingold und so mancher Sieg, aber auch die Niederlagen, wurden hier kräftig begossen. Später befand sich das Gasthaus "Zum Klosterberg" im Besitz der Familie Sommerfeld.

Noch eine weitere Gastwirtschaft gab es in dem Gebiet, das sich im Anschluss an den Polderbusch über das Kasernengelände mit dem ehemaligen Wasserturm nach Osten ausdehnt. Kurz vor der niederländischen Grenze traf man auf das Gasthaus der Familie Gellekum, ein typisches Backstein-T-Haus aus der Zeit um 1800. Auch hier wurde neben der Landwirtschaft eine Schankwirtschaft betrieben, die später in den Besitz der Familie Scheepers überging. Beim Bau der Autobahn musste das alte Gasthaus weichen. Familie Scheepers baute an der Kreuzung Borghees-Klein Netterden ein neues Anwesen, das "Hotel zur Grenze".

Quelle: RP
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