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Emmerich
"Bankraub": Enkel mit Pistolen-Nachbau

Emmerich: "Bankraub": Enkel mit Pistolen-Nachbau
Beispiel einer Softair-Pistole. Es gibt Exemplare, die noch deutlicher echter aussehen. Ein Pärchen aus Emmerich hat mit seinen 12 und 14 Jahre alten Enkeln jeweils eine davon gekauft. Und dann vor dem Parkplatz einer Bank gestanden. Drei Streifenwagen waren, ruckzuck, zur Stelle. FOTO: Thomas Lammertz
Emmerich. Großeltern aus Emmerich kaufen auf Kirmes Softair-Waffen für Kinder (12, 14) und lösen Polizei-Einsatz aus. Von Christian Hagemann

Gut gemeint, aber nicht so gut gemacht: So könnte man die Großzügigkeit der Großeltern aus Emmerich umschreiben, die ihren 12 und 14 Jahre alten Enkeln auf der Kirmes in Tönisvorst im Kreis Viersen am vergangenen Sonntag Softairwaffen kauften.

Eine Softairwaffe ist eine spezielle Druckluftwaffe, die bei Geländespielen benutzt wird, bei denen meistens von jungen Leuten Gefechtssituationen nachgespielt werden. Die Pistolen sehen oft täuschen ähnlich aus und verschießen Farbkugeln.

Und so kam es, wie es kommen musste: Das Paar verließ die Kirmes, die Jungs hatten ihre Pistolen - und spielten damit natürlich im Auto herum. In Vorst glaubte folglich ein Verkehrsteilnehmer am Nachmittag, dass der Fahrer eines Pkw vom Beifahrer mit einer Pistole bedroht würde. Klar, dass er die 110 anrief. Im Fahrzeug, so die Meldung an die Polizei, befänden sich drei Männer und eine Frau.

Die Polizei musste die Sache natürlich äußerst ernst nehmen - man weiß ja nie. Besonders auch deshalb, weil sich das verdächtige Fahrzeug auch noch auf dem Parkplatz der Volksbankfiliale befand. Die Beamten rechneten mit dem Schlimmsten - Bedrohung, Geiselnahme - und schickten sofort drei Streifenwagen zur Bank.

Die Beamten konnten allerdings beim Anblick der vermeintlichen Bankräuber schnell Entwarnung geben. Neben der ganzen Aufregung - man stelle sich die Großeltern und ihre Enkelkinder im Auto beim Anblick von drei Streifenwagen vor, die auf sie zusteuern - blieb den Emmerichern auch eine Ordnungswidrigkeitsanzeige als Andenken an das "Spiel" nicht erspart. Denn Softairwaffen dürfen nicht in der Öffentlichkeit geführt werden, damit genau das nicht passiert, was am Sonntag passiert ist.

"Dieser Fall zeigt einmal mehr die Gefahren auf, die Softairwaffen mit sich bringen" warnt die Polizei. Losgelöst von den Verletzungsgefahren beim Verschießen der Kugeln, birgt das Hantieren mit Softairwaffen auch die Gefahr, einen großen Polizeieinsatz auszulösen. Nicht immer ist es für die Einsatzkräfte sofort ersichtlich, dass es sich um ein "Spiel" handelt - und so läuft der Besitzer einer solchen Pistole als vermeintlich schwer Bewaffneter sehr schnell Gefahr, selber aufgrund der selbst verursachten Fehleinschätzung von Sicherheitskräften oder der Polizei verletzt zu werden.

"Also: Hände weg von Softairwaffen. Sie gehören nicht in die Öffentlichkeit und sind als Spielzeug aus polizeilicher Sicht absolut nicht geeignet", schreibt die Polizei.

Das sahen auch die Großeltern am Montagnachmittag nach Ende des Polizeieinsatzes ein und übergaben die Waffen zur Vernichtung an die Polizei.

Quelle: RP
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