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Kommentar
Die Sparkassen gehorchen dem Leidensdruck

Emmerich. Die Sparkassen Emmerich-Rees, Kleve und Straelen wollen fusionieren. Damit künftig die Gewichtung stimmt, braucht es erfahrene Menschen in den Verhandlungen. Horst Balkmann ist deshalb eine Art Rückversicherung.

Wenn's um Geld geht - Fusion! In Abwandlung des bekannten Werbespruchs der Sparkassen lässt sich feststellen: Ein Zusammengehen der Geldinstitute im Kreis Kleve ist alternativlos und vermutlich zu diesem Zeitpunkt richtig. Denn niemand muss aus tiefster Not heraus unter das Dach eines anderen schlüpfen. Aber klar ist auch: Ohne den Leidensdruck, den die Sparkassen spüren, würde niemand freiwillig einen solchen Schritt tun. Immerhin: Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben.

Emmerichs Sparkassenchef Horst Balkmann wird in den kommenden Monaten als Abschluss seiner langen Tätigkeit für sein Geldinstitut den Übergang der Stadtsparkasse Emmerich-Rees in eine größere Einheit formen. Es wird viel an ihm liegen, die Interessen der beiden Städte in dem neuen Verbund zu verankern. Seine Mitarbeiter hoffen auf ihn, die Politik traut ihm das zu. Denn die Emmericher und Reeser waren im vergangenen Jahr bereit, den Vertrag des 64-Jährigen noch einmal um zwei Jahre zu verlängern. Das zeigt nicht nur das Vertrauen in Balkmann, sondern ebenfalls, dass die Fusion geplant und keine Hauruck-Entscheidung ist.

Wichtig wird sein, dass das Gewicht der beteiligten Städte und des Kreises ausbalanciert ist. Auch wenn offiziell die Gespräche jetzt erst beginnen, muss es eine Forderung geben, ohne deren Erfüllung nichts geht: In den Vorstand der neuen Sparkasse gehört ein Vertreter aus Emmerich/Rees. In Vorstand Gregor Reinen hätten die beiden Städte bereits einen erfahrenen Kandidaten, den sie ins Spiel bringen können.

Doch es geht nicht nur um den Vorstand, sondern auch um die Ausrichtung. Deshalb ist es auch wichtig, welche Politiker Mitglied des künftigen Verwaltungsrates und des Risikoausschusses sein werden.

Und es bleibt die Frage, ob sich vielleicht die Gocher Sparkasse doch an Fusionsgesprächen als Vierte im Bunde beteiligt. Die Verantwortlichen dort gaben sich in dieser Woche überrascht, dass sich neben ihnen ein neues großes Institut bilden könnte.

Diese Unkenntnis muss man ihnen nicht unbedingt glauben. Das Desinteresse zeigt aber, dass die Geschäfte in Goch wohl noch gut genug laufen.

Christian.Hagemann@Rheinische-Post.de

Quelle: RP
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