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Emmerich
Durch die Luft bei Windstärke 8

Emmerich. Als einziger Deutscher nimmt Karsten Fransen am Kitesurf-Marathon entlang der niederländischen Küste teil. Der 22-Jährige Emmericher wird dabei acht Stunden auf dem Board stehen und seine Leidenschaft mit einem guten Zweck verbinden. Von Monika Hartjes

Im September wird der 22-jährige Karsten Fransen an der Charity-Veranstaltung "Hoek tot Helder" teilnehmen. Dabei handelt es sich um einen Kitesurf-Marathon entlang der niederländischen Küste, der zum ersten Mal veranstaltet wird. Unter den 60 Startern ist Fransen der einzige Deutsche. Der Marathon beginnt in Hoek van Holland und endet 130 Kilometer weiter in Den Helder. Jeder Teilnehmer hat ein Spendenprofil erstellt (www.hoektothelder.nl/actie/karsten-fransen), um mindestens 500 Euro für die Stiftung "Hartstichting", die sich um die Vorbeugung und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen kümmert, zu spenden. "Der Charity-Kite-Marathon ist für mich die perfekte Gelegenheit, zu tun, was ich liebe und gleichzeitig anderen zu helfen", sagt Karsten Fransen, der eine duale Ausbildung zum Elektroniker mit Studium in Mechatronik bei Probat macht. Sein Arbeitgeber steuerte 250 Euro an Spendengeld dazu.

Beim Kitesurfen oder auch "Lenkdrachensegeln" steht der Sportler auf einem Board, ähnlich dem Surfboard, und wird von einem Lenkdrachen per "Windantrieb" über das Wasser gezogen. Wasser war für Karsten Fransen schon immer sein beliebtestes Element. Seit vielen Jahren ist er Mitglied im SV Hellas.

Im Urlaub zog es die Familie an die niederländische Nordsee, wo Vater Ferdinand und der Bruder Jerome ihrem Hobby "Windsurfen" nachgingen. Karsten wollte mehr "Action" und als er im Herbst 2009 im Urlaub die Kitesurfer entdeckte, dachte er: "Das ist eher etwas für mich." Und probierte es gleich aus. Sofort entdeckte er seine Leidenschaft für den Sport und konnte auch den Vater begeistern. Gemeinsam schafften sie sich ein Board an, ein halbes Jahr musste er es mit ihm teilen, bevor er dann ein eigenes bekam. Nach und nach - meist auf Geburtstagen und zu Weihnachten - wuchs die eigene Ausrüstung. Immer, wenn der Wind gut war, packte der Student seine Sachen und fuhr nach Holland. Durch die Woche kitet er auf dem Rhein. "Ab Windstärke 4 ist das möglich. Ich kite bis Windstärke 8, da muss man aber schon sehr geübt sein", erklärt er.

Mit der Zeit wurden die Tricks immer komplizierter - da rotiert der Sportler während der "Flugphase" schon mal um verschiedene Körperachsen, auch kopfüber - und die Sprünge immer höher. Und so wuchs der Ehrgeiz, auch mal an einem Wettbewerb teilzunehmen. Zumal er im Jahr 2014 mit der Firma "Gaastra", die unter anderem Kites und Boards herstellt, einen Sponsor für die nicht ganz preiswerte Ausrüstung fand. "Darüber bin ich froh, denn wenn man extremer kitet, dann ist der Verschleiß an Material auch höher." Fransen macht Fotos und Werbung für den Sponsor.

Anfang des Jahres nahm er in Neuharlingersiel an einen Spaß-Contest teil. "Das war kein Wettbewerb, aber ich konnte sehen, wo ist mit meinem Können auf dem Kite-Board stehe", erzählt der sportliche Emmericher. Bei dem Wettbewerb "King of the Lagoon" Ende Mai in Büsum kam er dann bis ins Viertelfinale. Die Tricks, die man zeigt, werden von "Judges" bewertet. Im August ging er bei den Deutschen Meisterschaften auf Norderney an den Start. Gewertet wird im KO-System. Zwei Kiter fahren gegeneinander, der bessere kommt weiter. Die "Verlierer" treten gegeneinander an und können so ebenfalls bis ins Finale kommen. Karsten musste gleich beim ersten Start gegen den Deutschen Meister antreten und verlor. Weitere Läufe konnten dann aufgrund der schlechten Windbedingungen nicht stattfinden. "Allein schon dabei zu sein war eine tolle Sache", so Fransen.

Jetzt bereitet er sich auf den Kite-Marathon vor. "Das wird anstrengend, ich denke, dass wir so acht/neun Stunden auf dem Board stehen werden, nur mit kurzen Pausen. Da ich in einer Sechsergruppe fahre, möchte ich natürlich mithalten." Das Event wird an einem Septemberwochenende stattfinden, wann genau bestimmt der Wind. Für den Emmericher gibt es nur ein Ziel: "Hauptsache ich halte durch und komme in Den Helder an."

Quelle: RP
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