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Emmerich
Durchstich: Schoofs muss nicht kaufen

Emmerich. Neumarkt-Investor Josef Schoofs muss in den nächsten Jahren nicht unbedingt den Durchstich zur Kaßstraße bauen. Zumindest dann nicht, wenn der Preis für die Immobilie, die dafür infrage käme, zu hoch erscheint.

Das ist Kern einer Vereinbarung zwischen der Stadt Emmerich und Schoofs, der der Ausschuss für Stadtentwicklung am Dienstagabend in seiner nicht öffentlichen Sitzung mit Mehrheit zugestimmt hat.

Bekanntlich soll Schoofs nach dem Willen der Stadt nicht nur den Neumarkt bebauen, sondern später auch einen weiteren Zugang zur Kaßstraße. Das soll helfen, die Laufwege zwischen beiden Einkaufsbereichen in der Innenstadt zu verkürzen. Im Blick ist dabei das Wohn- und Geschäftshaus von Elisabeth Iffland (Buchhandlung Ressing). Ein Gespräch zwischen ihr und Schoofs hat es vor Jahren bereits gegeben. Dem Vernehmen nach ist Elisabeth Iffland einem Verkauf gegenüber nicht grundsätzlich abgeneigt.

Derweil hat die Emmericher Baugenossenschaft (EBG) auf ihrer jüngsten Sitzung dem Verkauf ihres 19 Quadratmeter großen Grundstücks an Josef Schoofs zugestimmt. Damit kann der Kevelaerer Investor sein Neubauprojekt auf dem Neumarkt wie geplant realisieren. Allerdings hat Nachbar EBG das "Ja" an eine Liste von 25 Bedingungen geknüpft. Dazu gehören die Verlegung des Trafohäuschens und des Kellereingangs Tempelstraße, das Versetzen des Fahrradhäuschens, die Verbreiterung des Rettungswegs auf drei Meter, eine optisch ansprechende Brüstung zur EBG-Bebauung hin (Milchgas statt Beton) und die Kompletteinhausung der Tiefgarage (Grüngabionen).

Möglich, dass Schoofs sich darauf einlässt. Oder vielleicht nicht. Er hatte jüngst erklärt, das Neumarkt-Projekt auch ohne die Baugenossen umsetzen zu können.

Schoofs konterte damit ebenso kühl die Angriffe der EBG wie die der BGE (Bürgergemeinschaft Emmerich) Die BGE war ihm bekanntlich sehr kritisch gegenüber getreten und hatte in Büren bei einer öffentlichen Veranstaltung sogar vor ihm gewarnt.

Der Fraktionsvorsitzende der BGE, Gerd Bartels, hatte von Schoofs wissen wollen, ob dieser auf dem Neumarkt auch "Wohnungen auf Sozialmietniveau" geplant seien. Zudem hatte er wissen wollen, ob die Ankermieter für den Neumarkt noch aktuell seien.

Schoofs antwortete: "In Bezug auf Ihre Anfrage vom 27.9.16 halte ich es aufgrund der bekannten Ablehnung unseres Vorhabens am Neumarkt durch Ihre Fraktion und der persönlichen Aktivitäten von Ihnen, Herrn Bartels, in der Angelegenheit "Büren" nicht für sinnvoll, Ihnen Aussagen zum Stand der Entwicklung zu übermitteln.

Alle Informationen, die Sie zu Ihrer Entscheidung benötigen, können Sie als Fraktion des Rates der Stadt Emmerich von der Stadtverwaltung der Stadt Emmerich erhalten. Es bleibt Ihnen natürlich überlassen, mir Ihre Wünsche und Vorstellungen mitzuteilen."

Der Beigeordnete der Stadt Emmerich, Dr. Stefan Wachs, erklärte in der Sitzung am Dienstag: Es sind keine Änderungen bei den Ankermietern bekannt. Das sind Penny und Medi-Max. Die Mieten auf dem Neumarkt werden sich zwischen 7 und 7,50 Euro bewegen.

(hg/nk)
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