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Rees
Echte "Freunde fürs Leben"

Rees: Echte "Freunde fürs Leben"
Reizende Runde: Adalbert Schwär und Gerhard Biermann (unten) mit Rainer Buschmann, Rudi Reinders und Günter Arentsen. FOTO: Markus van Offern
Rees. Der Name des Reeser Skatclubs ist Programm. Seit 60 Jahren spielt die Truppe und hofft, dass es noch lange so weiter geht. Von Julia Latzel

Angefangen hatte alles an einem Abend im Jahr 1957, als in der Fährstube (Rheinhotel Dresen) Adalbert Schwär, August Wilhelm ("Auwi") Dresen, Adele Raadts sowie Arnold Thenagels und Alfons Lörchs wie so oft zusammensaßen und in gemütlicher Runde Skat spielten.

Aus der Laune heraus entstand die Idee, einen eigenen Skatclub zu gründen. Damals hat jedoch mit Sicherheit niemand gedacht, dass der Club so lange existieren würde. Etwas später kam der Schwiegersohn von Adele Raadts, Theo Fink, hinzu. Arnold Thenagels dagegen trat nach einigen Jahren aus und wurde durch Norbert Haagen ersetzt.

"Anfangs haben wir uns jede Woche getroffen, heute alle 14 Tage dienstags", berichtet Rainer Buschmann (72), der 1968 eintrat und so auch schon seit 49 Jahren mit dabei ist. Nach dem Tod von Adele Raadts 1978, die in den 60 Jahren des Skatclubs die einzige Frau gewesen ist, trat Ortsvorsteher Walter Rohm ein und es wurde eine Änderung im Spielablauf vorgenommen. Fortan wurde "Räuberskat" (Ramsch) gespielt, sodass alle damals aktiven sechs Spieler mitspielen konnten. 1985 verstarb Theo Fink. Seinen Platz nahm Gerhard Biermann ein. Eine Sonderregelung sorgte dafür, dass Günter Arentsen, der bereits viele Jahre als Fahrer für den Skatclub fungierte, als siebtes Mitglied aufgenommen werden durfte. Als 1994 die Fährstube geschlossen wurde, wurde fortan im Wechsel in den "Rheinterrassen Tillmann" und in den "Niederrheinischen Bauernstuben Wewers" gespielt. Ein Jahr später trat Hauswirt Robert Tillmann selbst ein. Er ersetzte Norbert Haagen. 2003 verstarb "Auwi" Dresen, für ihn kam Rudi Reinders dazu. Danach begann die Teilnehmerzahl des Clubs zu schwinden: Sowohl für Robert Tillmann, der 2008 starb, als auch für Walter Rohm, der 2016 starb, wurde kein Nachfolger gefunden. 2014 musste Adalbert Schwär aus Altersgründen das Skatspiel aufgeben. Er ist aber weiterhin Ehrenmitglied.

Aktiv spielen heute noch Günter Arentsen, Rudi Reinders, Gerd Biermann und Rainer Buschmann. "Für mich bedeutet der Skatclub Geselligkeit mit Freunden. Aus dem langjährigen Zusammensein sind feste Freundschaften entstanden", erzählt Buschmann.

Diese Freundschaften wurden durch die jährlichen Touren des Clubs gestärkt. Highlight der Touren war die Fahrt nach Las Vegas. Hier machten die Skatfreunde ausnahmsweise mal den Roulettetisch unsicher. In diesem Jahr ging die Tour nach Straßburg.

Zur Feier ihres Jubiläums kam der Skatclub am Mittwoch noch einmal an seinem Gründungsort zusammen. Dabei wurde mit den bestehenden Mitgliedern und den Witwen der verstorbenen Spieler in Erinnerungen geschwelgt. Diese wurden zusätzlich durch einen kleinen Filmvortrag geweckt, der Aufnahmen von Schwär von den verschiedenen Touren des Clubs zeigte.

Für die Mitglieder ist klar: "Wir spielen weiter, solange es geht. Allerdings wird es bereits knapp,wenn einer ausfällt. In den letzten Jahren haben wir keine Nachfolger mehr gefunden und so wird es wahrscheinlich auch in Zukunft sein. Aber vielleicht ergibt sich ja irgendwann mal was", so Buschmann.

Quelle: RP
 
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