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Emmerich
Emmerichs Strom wird grün

Emmerich: Emmerichs Strom wird grün
Geschäftsführer Udo Jessner erläutert mit Sarah Peters und Ingo Sigmund den künftigen Gesamtenergieträgermix der Emmericher Stadtwerke. FOTO: Markus van Offern
Emmerich. Die Preise bleiben stabil und der Strom wird umweltfreundlicher. Gleich mehrere gute Nachrichten hatte Udo Jessner gestern für Kunden der Stadtwerke parat. Von Monika Hartjes

Strom: Zurzeit ordere man den Strom in einem "Beschaffungsmix". Unter anderem kommen 37,7 Prozent aus erneuerbaren Energien, 36,5 Prozent aus Kohle und 14,7 aus der Kernenergie. "Ab dem 1. Januar 2016 werden auch die restlichen 62,3 Prozent aus erneuerbaren Energien kommen", so Jessner. Ein Mix sei nicht mehr zeitgemäß. Ein großer Anteil wird ab dem kommenden Jahr aus Wasserkraft hergestellter Strom sein.

Kunden werden dafür nicht mehr bezahlen müssen. Im Bereich "Strom" ist Emmerich laut eines Vergleiches der Verbraucherzentrale der günstigste Grundversorger in ganz NRW. Es kommt zwar zu einer Umlagenerhöhung der Netzbetreiber, die, wenn das neue Kraftwerkenergiegesetz in Kraft tritt, zwischen 0,5 und 0,6 Cent pro Kilowattstunde betragen kann.

Die Stadtwerke wollen die Erhöhung nicht an ihre Kunden weitergeben. "Es ist erfreulich, dass wir das durch einen guten Einkauf auffangen können", so Stadtwerke-Chef Jessner. Neben dem Einkauf seien auch die Netzpreise ein wichtiges Thema. Diese sind von örtlichen Gegebenheiten abhängig und da habe Emmerich wohl Vorteile gegenüber anderen Anbietern, mutmaßt Udo Jessner. Gas: Auch die Gas- und Wasserpreise bleiben stabil. Im Bereich "Gasgrundversorgung" stehen die Stadtwerke Emmerich laut des Vergleichs der Verbraucherzentrale auf Platz vier der günstigsten Anbieter, aber die Spanne zu den Erstplatzierten ist nicht besonders groß. Der richtige Einkauf sei ein bisschen wie Zocken an der Börse, man müsse im richtigen Moment zugreifen, sagte Jessner. Da habe der zuständige Mitarbeiter Ingo Sigmund ein glückliches Händchen. "Früher wurden Verträge für eine Gesamtliefermenge geschlossen, heute kauft man viele kleinteilige Mengen, die zu verschiedenen Zeiten geordert werden", erläuterte Sigmund. Damit würde das Risiko verteilt. Man kaufe mit einer Vorlaufzeit von zwei bis drei Jahren ein, manchmal auch mit Entscheidungen auf kurzem Wege. Dazu sei eine permanente Marktbeobachtung nötig, weil beispielsweise politische Entscheidungen die Gaspreise beeinflussen können.

Wasser: Am 31. Juli war der Spatenstich für das neue Wasserwerk am Kapellenberger Weg, eine Investition von rund elf Millionen Euro. Gerade habe man den letzten Auftrag für die Elektrotechnik vergeben. "Wir sind voll im Zeit- und Kostenplan", sagte Jessner. Geplant sei, das Wasserwerk Anfang 2017 in Betrieb zu nehmen. "Dann hat Emmerich endlich weiches Wasser. Wir wollen zwölf Grad Wasserhärte erreichen, zurzeit hat die Stadt 18 und Vrasselt 24 Grad Wasserhärte."

Die ursprünglich geplante Fördermenge von drei Millionen Kubikmeter soll reduziert werden, weil beispielsweise durch wassersparende Geräte der Wasserverbrauch rückläufig ist. Mit den 2,2 Millionen Kubikmetern, die im Helenenbusch gefördert werden und den 300.000 in Vrasselt komme man gut aus. 2014 lag der Gesamtverbrauch bei 1,85 Millionen Kubikmetern.

Zurzeit erarbeite man ein neues Wasserversorgungskonzept. Auf eine Förderung in Vrasselt könne verzichtet werden. So spare man dann zwei Millionen Euro an Investitionskosten und zusätzlich Betriebskosten ein, wenn Vrasselt von Emmerich aus mitversorgt werde. Dazu müsse das Netz an einigen Stellen verstärkt werden. "Wir haben eine Machbarkeitsstudie erstellt. Der Aufsichtsrat wird Ende November über das neue Konzept entscheiden." Für ein Notversorgungskonzept werde man dann mit Rees einen Vertrag schließen. Hafen: "Auch in diesem Jahr erwarten wir eine deutliche Steigerung der Umschlagszahlen", sagte Udo Jessner. 2014 waren es 115.000 Container wasserseitig und 20.000 bahnseitig. 2015 werden es 125.000 Container wasserseitig und 25.000 bahnseitig sein. "Das macht deutlich, wie dringend wir eine Erweiterung des Hafens brauchen, wir sind jetzt an die Grenze des Machbaren gekommen." Sollte man im FFH-Gebiet bauen können, würde das Kapazitäten von 60.000 TEU mehr bringen.

Zurzeit überlege man eine Kooperation mit dem Container-Terminal "Emelsum" bei Voerde, der für 60.000 TEU ausgebaut ist und bisher noch nicht betrieben wurde. "Das würde uns etwas Luft verschaffen, aber es würde das Problem nicht lösen, weil "Emelsum" für Kunden hier aus der Region und aus den Niederlanden uninteressant wäre", so Jessner.

Quelle: RP
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