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Emmerich
LEP: Hafen rein, Atomkraft raus

Emmerich. Neuer Landesplan wertet Hafen auf. Mehr kein Kraftwerkstandort mehr. Von Sebastian Latzel

/ HAFFEN-MEHR Jetzt ist es offiziell und dürfte für Freude in Emmerich sorgen: Das Kabinett hat den neuen Landesentwicklungsplan (LEP) beschlossen und den Hafen als "landesbedeutsam" eingestuft. Das war von den Verantwortlichten vehement gefordert worden. Denn im ersten Entwurf des LEP war dem Emmericher Hafen das Prädikat "landesbedeutsam" nicht zuerkannt worden. Und das, obwohl der Hafen eine imponierende Entwicklung genommen hat. So hatte sich das Containerumschlagsvolumen in den vergangenen 20 Jahren versechsfacht. Der Hafen schreibt längst schwarze Zahlen. Das Areal platzt aus allen Nähten. Seit langem verhandelt man über Erweiterungsmöglichkeiten, um die weiter steigende Nachfrage befriedigen zu können. In Emmerich ging die Befürchtung um, dass die notwendigen Erweiterungen gebremst werden könnten, wenn der Hafen nicht als landesbedeutsam eingestuft worden wäre. Dann wären auch die Chancen, Fördermittel für die Erweiterung zu bekommen, viel geringer gewesen.

Viele Reeser wird eine Passage in der Pressemitteilung zum LEP aufhorchen lassen. Da ist davon die Rede, dass "vier landesbedeutsame Standorte für flächenintensive Großvorhaben" gesichert werden. Auf Nachfrage im zuständigen Ministerium gibt es die Auskunft, dass damit nicht die Fläche in Vahnum am Windrad gemeint ist. Bekanntlich ist das Areal schon lange als Standort für ein Kraftwerk im Gespräch. Sogar von einem Atommeiler war immer mal wieder die Rede. "Von Seiten des Landes gibt es keine Notwendigkeit, die Fläche als möglichen Kraftwerkstandort aufrecht zu erhalten", sagt Nina Heil, Sprecherin des Ministers für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien. Das Areal werde jetzt als "Freiraum" geführt. Das bedeutet lediglich, dass es kein Siedlungsraum ist. Ideen für Kraftwerke oder ähnliche Großprojekte sind erst einmal endgüktig vom Tisch. "Sollte es iregndwann mal solche Überlegungen geben, müsste das ganze Verfahren noch einmal neu aufgerollt werden. Aktuell sind solche Vorhaben dort nicht mehr möglich."

Das Areal dort ist auch als mögliche Auskiesungsfläche immer mal wieder im Blick. Von Weseler Seite werden solche Überlegungen durchaus begrüßt, Rees lehnt sie ab.

Quelle: RP
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