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Rees erhält Glasfaser - wenn alle wollen

Rees: Rees erhält Glasfaser - wenn alle wollen
In Rees sollen Glasfaserkabel verlegt werden - wenn es genug Kunden gibt. FOTO: Berns, Lothar (lber)
Rees. Die Politik gibt grünes Licht für weitere Aktivitäten der Firma "Deutsche Glasfaser". Das Unternehmen wird allerdings erst einmal den Bedarf abfragen. Von Michael Scholten

Der Ausschuss für Umwelt, Planung, Bau und Vergabe hat dem Unternehmen "Deutsche Glasfaser" jetzt grünes Licht für weitere Aktivitäten in Rees gegeben. Einstimmig sprachen sich die Ausschussmitglieder dafür aus, dass die 2011 gegründete Tochterfirma eines niederländischen Unternehmens im Reeser Stadtgebiet ab Januar 2016 den Bedarf prüfen und ab Mitte 2016 die Glasfaserkabel verlegen darf. Das Unternehmen knüpft die Baumaßnahmen allerdings daran, dass in jedem vorgesehenen Stadtteil mindestens 40 Prozent der anschlussfähigen Haushalte einen Vertrag unterschreiben.

Ab Januar 2016 sollen zunächst die Bürger in Millingen, Bienen, Esserden und im Reeser Wohngebiet Queckvoor informiert werden. Drei Monate später wird dann der Bedarf in der Innenstadt, in Haldern, Haffen und Mehr ermittelt. Die jeweiligen Firmen in den Gewerbegebieten werden gesondert kontaktiert, da sie andere Ansprüche als Privatkunden haben und auch andere Tarife zahlen.

Für Privatkunden soll das Basispaket für einen Glasfaser-Anschluss, der beim Up- und Download Übertragungsgeschwindigkeiten von 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) bietet, 34,95 Euro kosten. Hinzu kommen einmalige Anschlusskosten von 50 Euro sowie weitere 39, 95 Euro für den Router. Die genannten Preise gelten nur für Privatkunden, die sich von Januar bis März 2016 an das Unternehmen binden. Danach sind 46,95 Euro pro Monat fällig, außerdem schlägt die Verbindung vom Glasfasernetz zum Haushalt mit 750 Euro und mehr zu Buche. Für Frühentschlossene entfallen diese 750 Euro.

Wurfsendungen, Infoveranstaltungen, Werbeanzeigen, Plakate und Hausbesuche sollen ab Januar 2016 dazu beitragen, dass die erforderlichen 40 Prozent der Haushalte erreicht werden. Wenn das gelingt, können ab Sommer nächsten Jahres täglich 500 bis 800 Meter Glasfaserkabel verlegt werden. Während für die Hauptleitungen Bürgersteige geöffnet werden, kann der Anschluss der Haushalte mit Hilfe einer "Erdrakete" erfolgen. Bürgermeister Christoph Gerwers und Bauamtsleiterin Elke Strede haben sich diese Baumaßnahmen bereits im Münsterland vorführen lassen. Zuletzt war die "Deutsche Glasfaser" in den Kreisen Borken, Steinfurt und Coesfeld aktiv, aber auch im Kreis Wesel.

Reeser Außenbezirke, in denen nur vereinzelt Häuser oder Bauernhöfe stehen, bleiben von der Baumaßnahme ausgespart. Es sei denn, die Hausbesitzer dieser spärlich besiedelten Gebiete schließen sich zusammen und tragen die Kosten für die Erschließung selbst. Wer einen Vertrag abschließt, kann individuell darüber entscheiden, wie 20 Meter Kabel innerhalb seines Hauses verlegt werden. Die Kündigung alter Verträge mit anderen Internet- und Telefondienstanbietern übernimmt die "Deutsche Glasfaser" für ihre neugewonnen Kunden.

So sollen Doppelzahlungen ausgeschlossen werden, außerdem ist nach Angaben des Unternehmens eine Übernahme bisheriger Telefonnummern, "auch der in Rees beliebten dreistelligen Nummern", möglich.

Quelle: RP
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