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Emmerich
Zehn Millionen für die Innenstadt

Emmerich: Zehn Millionen für die Innenstadt
Sie siind sich einig: Matthias Reintjes (l.) und Joachim Sigmund gestern bei der Vorstellung ihrer Idee in der Societät. FOTO: Hagemann
Emmerich. Marshallplan für Emmerich: CDU und BGE wollen die Wirtschaftsförderungsgesellschaft umkrempeln. Deren Geschäftsführer soll über viel Geld verfügen können, das in die Förderung des Handels und der City gesteckt wird. Von Christian Hagemann

CDU und BGE schlagen vor, die Emmericher Wirtschaftsförderungsgesellschaft so umzubauen, dass deren Chef, Sascha Terörde, in Zukunft sich ausschließlich darum kümmert, dass es mit dem Handel in der Innenstadt wieder vorangeht.

Dazu gehört der Ankauf, Verkauf oder Tausch von Grundstücken und Immobilien. Terörde ist ausgebildeter Immobilienkaufmann und verfügt daher über das nötige Fachwissen für solch eine Aufgabe.

Emmerich soll städtebauliche Wettbewerbe durchführen und auch Startup-, Gründer- und Sanierungskredite vergeben sowie Zuschüsse.

Zur Verfügung stehen soll nach dem Willen von CDU und BGE ein Sondervermögen von bis zu zehn Millionen Euro. Wobei sich CDU-Chef Matthias Reintjes und sein Kollege von der BGE, Joachim Sigmund, einig sind, dass diese Summe im Zweifel auch nicht ausreichen wird .

Reintjes und Sigmund stellten den gemeinsamen Antrag der beiden Ratsfraktionen gestern der Presse vor.

Organisatorisch würde die Millionensumme einem städtischen Eigenbetrieb zugeschlagen, deren Leitung Terörde innehätte. Zugeordnet wäre der Eigenbetrieb dem Dezernat 2 vom Beigeordneten Dr. Stephan Wachs, so dass das "Baugeld" und die Bauverwaltung im Rathaus in einer Hand wären. Ein kleines Gremium der Politik soll die Aufsicht führen.

Trennen soll sich die Emmericher Wirtschaftsförderung vom Bereich Tourismus und Stadtmarketing. Und zwar personell und finanziell bis Ende des Jahres. Übernehmen sollen diese Tätigkeiten die Kulturbetriebe, deren Leitung Michael Rozendaal hat. Touristikchefin Dr. Manon Loock-Braun soll nicht glücklich sein über diese neue Rollenverteilung.

Ihre Idee vom Millionen-Anschub für die City können CDU und BGE mit ihrer Mehrheit im Rat durchsetzen. Sie haben gemeinsam 18 Stimmen. Ihnen gegenüber stünden theoretisch 17. Reintjes und Sigmund gehen aber davon aus, dass auch andere Fraktion die Notwendigkeit sehen, in die Innenstadt zu investieren.

Am 7. November soll die Verwaltung, so die Idee von CDU und BGE, einen Vorschlag machen, der eine "optimale Anbindung des Eigenbetriebes und des Betriebsleiters an die strategische Stadtplanung, die zuständigen Fachbereiche und das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) als städtebauliche Strategie des Rates der Stadt Emmerich ermöglicht".

In der Wirtschaftsförderungesellschaft sind neben der Stadt auch die Sparkasse und die Hafengesellschaft beteiligt. Mit 500.000 Euro hält Emmerich den größten Anteil. Wenn Emmerich zehn Millionen Euro aufnähme und diese als Sondervermögen einem neuen Eigenbetrieb zuschlüge, wäre das Geld dem Einfluss von Sparkasse und Hafengesellschaft entzogen.

Kommentar Seite C 2

Quelle: RP
 
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