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Erkelenz
16 neue Parkplätze sorgen noch nicht für den großen Jubel

Erkelenz: 16 neue Parkplätze sorgen noch nicht für den großen Jubel
Im oberen Teil der Kölner Straße sind neue Parkplätze entstanden. Dies sei zwar gut, meinen Erkelenzer auf Nachfrage unserer Redaktion, das reiche aber noch nicht, um die Einkaufsstraße entscheidend zu beleben. FOTO: JÜRGEN LAASER/RP-Fotos (5): Laaser (Archiv)
Erkelenz. Die Kölner Straße ist nun in umgekehrter Fahrtrichtung geöffnet. Im oberen Bereich sind 15 neue Parkbuchten eingerichtet - doch die reichen den Erkelenzern nicht, um den Handel zu beleben. Von Anke Backhaus

Teilweise sind die Szenen doch noch kurios. Einige Autos befahren die Kölner Straße von der Baustelle des neuen Amtsgerichtes aus in Richtung Innenstadt, doch ab sofort kommen diesen Fahrern Autos aus der entgegengesetzten Richtung vor die Stoßstange. Kein Wunder - jetzt ist die Kölner Straße sozusagen in umgekehrter Richtung befahrbar, dabei bleibt es bei der Einbahnstraßenregelung.

"Es ist ein guter Anfang, aber eben nur ein Anfang", sagt Maria Schneider, die in der Kölner Straße einige Dinge erledigen will. Sie nutzt einen der neu geschaffenen Parkplätze im oberen Bereich der Kölner Straße, dort entstanden sind 15 Parkbuchten plus ein Behindertenparkplatz. "So schön Erkelenz ja ist: Wir haben hier ein massives Parkplatzproblem. Viele Menschen wollen möglichst nah an die Geschäfte heranfahren können, das belebt letztlich den Einzelhandel", ist sie überzeugt und schiebt sogleich eine Erklärung hinterher, warum weite Laufwege teils zu Problemen führen: "Meine Mutter ist in einem Alter, in dem sie nicht weit laufen kann. Bin ich mit ihr unterwegs, sind wir darauf angewiesen, gute Parkplätze zu finden." Maria Schneider begrüßt zwar die neue Regelung, doch es müsse noch mehr geschehen. Und: "Schräg angeordnete Parkbuchten sind viel praktischer."

Eine ältere Dame führt ihren Hund auf der Kölner Straße aus. Sie ist extra gekommen, um die neue Verkehrsführung zu beobachten. "Ich glaube nicht, dass die Innenstadt dadurch belebter wird. Wir müssen hier aufpassen, dass der Handel nicht noch mehr eingeht." Ihr fehlen spezialisierte Fachgeschäfte. "Mein Mann und ich sind noch mobil, können mit dem Auto auch weitere Strecken fahren, um etwas einzukaufen, was wir in Erkelenz nicht bekommen. Eigentlich ist das schade." Sie und auch Maria Schneider legen hohen Wert darauf, den lokalen Handel zu unterstützen, beide Frauen finden das wichtig.

Unterdessen erinnert sich Susanne van der Beek noch an die Zeit, als die Kölner Straße so wie jetzt befahrbar war. "Darum finde ich das jetzt nicht ungewöhnlich, die Straße auf diese Weise zu befahren", sagt sie. Dass nun mehr Parkplätze für potenzielle Kunden in der Kölner Straße zur Verfügung stehen, findet sie grundsätzlich zwar gut, "allerdings glaube ich nicht, dass aus diesem Grund nun mehr hier los sein wird."

An einem Mittwochnachmittag fällt besonders auf, wie ruhig es in der Kölner Straße ist. Mittwochnachmittag - dann sind die Arztpraxen geschlossen. Viele Kunden, die die Geschäfte bevölkern - Fehlanzeige. Maria Schneider hat auch dazu eine Meinung: "Mal ganz ehrlich und bei allem Respekt vor Kunstobjekten: Was soll das in einer Straße, in der hauptsächlich eingekauft werden soll? Ich bleibe dabei: Es mangelt in unserer Innenstadt einfach an Parkraum."

Werner Krahe (FDP) und Rainer Merkens (CDU) zählen zu den Initiatoren der Maßnahme. "Am Markt haben wir Leben, spätestens an der Bushaltestelle wirkt das Ganze dann wie abgeschnitten", erklärt Krahe und begründet den Schritt, die Kölner Straße für die umgekehrte Fahrtrichtung zu öffnen. "Die Kölner Straße ist so besser anzufahren. Uns ist bewusst, dass dies nicht der Weisheit letzter Schluss ist, das ist klar. Aber ich meine: Ein Anfang ist damit gemacht, um die Kölner Straße zu beleben." Auch Krahes Ratskollege Rainer Merkens hält die Maßnahme nach wie vor für sinnvoll. "Wir waren sogar mit dem Maßband unterwegs, um zu sehen, wo sich geeigneter Parkraum einrichten lässt." Gerade die neuen Plätze im oberen Bereich der Kölner Straße hält Krahe für besonders sinnvoll: "Gerade auch für die Menschen, die die umliegenden Arztpraxen aufsuchen müssen."

Quelle: RP
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