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Erkelenz
Drei aufmerksame Wächter für die "Kö"

Erkelenz: Drei aufmerksame Wächter für die "Kö"
An der neuen Plastik: (v.l.) Christoph Stolzenberger, Dr. Heiner Gotzen, Willi Arlt und Bürgermeister Peter Jansen. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Der Linderner Künstler Willi Arlt stellt der Stadt für ihre Skulpturenstraße eine Stahlplastik als Leihgabe zur Verfügung. Von Willi Spichartz

Kunst hat schon mal einen ganz praktischen Sinn: Bürgermeister Peter Jansen geht ab sofort jeden Abend zur neuen Kunststel(le) an der Kölner Straße, legt sein Ohr ans Werk und lässt sich berichten, was denn tagsüber so auf der Einkaufsmeile passiert ist. "Drei Wächter" heißen nämlich die drei Eisenrohre des Linderner Künstlers Willi Arlt mit aufgesetzten Ohren und Augen, aber ohne Mund.

Da war gestern Morgen bei der Übergabe bei Peter Jansen, dem 1. Beigeordneten Dr. Heiner Gotzen und Kulturmanager Christoph Stolzenberger Zufriedenheit angesagt über die "Bereicherung für die Stadt" (Peter Jansen) mit dem weiteren Vorteil, dass diese zunächst mal kostenlos was für das Erkelenzer Image tut, denn der anwesende Künstler stellt die mannshohen Eisenstelen zunächst als Leihgabe zur Verfügung.

Eine "Bereicherung" ist die Aufstellung dennoch auch für Willi Arlt, denn dass sein Werk nun in der Öffentlichkeit zu sehen ist, sieht er als Erfüllung von Kunst überhaupt an. Bisher standen die 2011 entstandenen Rohre in seinem privaten Garten im Bahnort Lindern als Einzelstücke - für die Kölner Straße verschweißte sie der gelernte Fernmeldetechniker bei der Bundesbahn auf einer Eisenplatte.

"Ein schönes Material", zeigte sich Kulturdezernent Dr. Heiner Gotzen angetan von der rau-gedellten Oberfläche der Rohre mit edlem Rost. Auch dem konnte Peter Jansen wieder einen praktischen Wert abgewinnen: "Da halten keine Aufkleber drauf!" Christoph Stolzenberger kündigte an, dass nach der Aufstellung der Drei Wächter "am Kölner Tor" auf der Kunstmeile Kölner Straße nur noch ein Platz für ein weiteres Kunstwerk frei ist. Die abschließende Ausstattung der Kunst-Straße werde vorgenommen, sobald das Amtsgericht in den fast fertigen Neubau eingezogen ist. Und dann will der Kulturmanager die Fühler ausstrecken, um Finanziers zum Ankauf der Leihgaben auf der Kölner Straße zu finden, denn man will diese auf Dauer halten.

Das Material Eisen setzt Willi Arlt ganz bewusst oberflächen-unbehandelt ein, um die Kunst wie alle irdischen Dinge dem Verfall preiszugeben, einen natürlichen Vorgang nicht zu verändern. Und das eben in der Öffentlichkeit, in der sich das vergängliche Alltagsleben abspielt. Insofern sieht er die Initiativen von Kommunen, Kunst zu kaufen oder zu leihen als Chance für die Künstler. Er ist mit gleich zwei Werken auf dem Skulpturenweg im Eifelstädtchen Schleiden vertreten, stellt aber auch Werke gern in Kultur-Räumen aus, wie sie die Stadt Erkelenz etwa mit Haus Spieß am Franziskanermarkt bietet.

Quelle: RP
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