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Erkelenz
Facebook: Tauschbörse für Gemüse und Obst

Facebook-Gruppe "Erkelenzer Obst- und Gemüsetauschbörse" ist online
In der Facebook-Gruppe "Erkelenzer Obst- und Gemüsetauschbörse" kann alles aus dem heimischen Garten getauscht werden. FOTO: dapd, dapd
Erkelenz. Hurra, der Herbst ist da! Und mit ihm zahlreiches Obst und Gemüse aus Erkelenzer Gärten. Doch wohin mit den ganzen Äpfeln, Birnen und Co.? Eine Facebook-Gruppe bietet heimisches Gemüse und Obst zum Tausch an. Von Sabine Kricke

Sabine Engel ist 29 Jahre alt und hat einen kleinen Garten mit Apfel- und Pflaumenbäumen. In der Ecke ist ein kleines Beet gepflanzt, in dem verschiedene Kräuter wachsen. Auch ein großer Strauch mit Jostabeeren hat dort seinen Platz gefunden. Im letzten Jahr war die Ernte jedoch überraschend so groß, dass die Erkelenzerin auf eine Idee kam.

"Ich wusste gar nicht mehr wohin mit dem ganzen Obst – so viele Beeren, Äpfel und Pflaumen kann ich doch gar nicht essen", sagt Engel im Gespräch mit unserer Redaktion. Außerdem wurde sie von einer Freundin inspiriert. "Die konnte in ihrem Garten so viel ernten und hat immer vieles an Arbeitskollegen und Freunde verschenkt. Die haben sich natürlich alle darüber gefreut, aber eine Gegenleistung bekam sie eigentlich nie." Im Frühjahr diesen Jahres fasste sie den Entschluss: Zum Verfaulen ist das Obst zu schade.

"So kam mir der Gedanke, dass es bestimmt vielen so ergeht, entweder gibt der Garten zu viel her (und meist ist ja dann auch alles auf einmal reif) oder man bekommt zu viel geschenkt. Und es ist natürlich auch zu schade, das Obst und Gemüse einfach verkommen zu lassen", erzählt Engel. Also gründete die Erkelenzerin auf Facebook die Gruppe "Erkelenzer Obst- und Gemüsetauschbörse". Die Idee dahinter ist, dass jeder Erkelenzer, in dessen Garten viel Obst und Gemüse wächst, hier eine Plattform findet, um seine Erträge zu tauschen", erzählt die 29-Jährige. Bereits nach wenigen Tagen fand ein reger Tausch von Kirschen, verschiedenen Beeren, Äpfeln und Gemüse statt.

Ganz neu ist die Idee hinter diesem sogenannten "Food-Sharing"-Konzept jedoch nicht. Im Internet gibt es bereits digitale Essenskörbe, die zum Beispiel über die Plattform www.foodsharing.de erstellt und direkt verschenkt werden können. Auf einem digitalen Zähler der Seite werden stetig aktuell die neusten Zahlen der "geretteten" Lebensmittel veröffentlicht. Momentan beläuft sich die Zahl auf rund 2.377.000 Kilogramm nicht verschwendeter Lebensmittel. Laut der Internetplattform werden von jährlich vier Milliarden Tonnen Lebensmitteln rund 1,3 Milliarden Tonnen weggeworfen. Zweidrittel davon seien jedoch vermeidbar. Allerdings stammen die hier angebotenen Lebensmittel in der Regel nicht aus dem eigenen Garten sondern aus lokalen Supermärkten.

Und hier unterscheidet sich die überregionale Internetplattform von der regionalen Erkelenzer Facebook-Gruppe. Denn hier geht es ausschließlich um eigene Erträge aus dem Stall oder Garten. Hier haben sogar schon Eier den Besitzer gewechselt.

Auch Zuccinis wurden schon fleißig in der Gruppe angeboten. Im Tausch gegen selbstgemachte Marmelade, versteht sich. Und wer Lust auf eigens hergestellten Ketchup hat, findet auch immer wieder mal Tauschpartner für Tomaten aus dem Erkelnzer Garten. 
Und wenn man mal nichts zum tauschen hat, dann ist das auch kein Problem. "Ich hatte vor einiger Zeit angeboten, dass man sich bei mir im Garten Jostabeeren pflücken kann. Eine Dame war auch eifrig dabei – in ihrem Garten war das Obst aber noch nicht reif. So bot sie mir an, dass sie sich bei mir meldet, wenn die Birnen an ihrem Obstbaum reif sind. Und das hat sie dann auch gemacht", erzählt Engel. 

(skr)
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