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Erkelenz
Hohenbuschs Historie stärker vermitteln

Erkelenz: Hohenbuschs Historie stärker vermitteln
Almuth Kardung (v.l.), Frank Körfers, Heinz Küppers und Heinz Willi Wyen wollen die Dauerausstellung in Haus Hohenbusch, dem ehemaligen Kreuzherrenkloster bei Erkelenz-Hetzerath, ab 2017 jeden Sonntag für Besucher öffnen. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Der Förderverein von Haus Hohenbusch wird die Dauerausstellung zur Geschichte des einstigen Klosters ab 2017 für Besucher öfter und vor allem regelmäßig öffnen. Die Ausstellung zu erweitern, ist ein weiteres Vorhaben. Von Andreas Speen

Die Historie von Haus Hohenbusch soll noch präsenter gemacht werden, und die Menschen aus Erkelenz sollen noch stärker mit dem ehemaligen Kreuzherrenkloster zusammengebracht werden. Der sich für dieses Kleinod engagierende Förderverein plant dazu eine Reihe von Projekten, dabei seiner Philosophie der kleinen Schritte treubleibend, die seit dessen Gründung vor 16 Jahren verfolgt wird.

Im Jahr 1302 wurde auf Hohenbusch das Kreuzherrenkloster gegründet, das 500 Jahre lang bis zum Jahr 1802 existierte und im Zuge der Säkularisation unter Napoleon aufgelöst wurde. Es folgte eine wechselvolle Geschichte, in der Gebäudeteile niedergelegt und neue Scheunen gebaut wurden, denn vor allem wurde Hohenbusch lange als landwirtschaftliches Anwesen genutzt. 1983 erwarb die Stadt Erkelenz Gebäude, Hof und Park, um deren behutsame Restaurierung sich seit 2000 auch der Förderverein um Heinz Küppers bemüht. Sowohl die Zeit nach 1802 als auch die längst nicht abgeschlossene Phase der Restauration sollen künftig im Herrenhaus für Besucher nachvollziehbar gemacht werden.

"Wir möchten die Dauerausstellung im ersten Obergeschoss inhaltlich und damit auch räumlich erweitern", berichtet Frank Körfer, einer der stellvertretenden Vorsitzenden des Fördervereins, von Ideen, die zurzeit mit der Stadt Erkelenz beraten werden. "Wenn die Stadtverwaltung es wünscht, würden wir das im nächsten Jahr umsetzen. Uns schweben drei neue Schwerpunkte vor: zum ersten Haus Hohenbusch im Privatbesitz zwischen 1802 und 1982, zum zweiten der Wiederaufbau von Hohenbusch durch die Stadt und den Förderverein sowie zum dritten eine Dokumentation über den Kreuzherrenorden heute, den es seit der Schließung des letzten Klosters in Beyenburg vor zwei Jahren in Deutschland nicht mehr gibt." Es gebe gute Gründe, diese Themen jetzt anzupacken. "Wir hatten jüngst Kontakt zu den Nachfahren der Familie Matzerath. Ein in Heidelberg lebender Ur-Ur-Enkel Otto Matzeraths, der bis 1914 Hohenbusch besessen hatte, überließ dem Förderverein einen Pulk von bisher nicht veröffentlichten Familienporträts und Aufnahmen, die wir künftig zeigen können", erklärte Körfers. Außerdem bestehe ein guter Kontakt zum Kreuzherrenorden, der sich zuletzt in mehreren Besuchen auf Hohenbusch dokumentierte und der dazu führt, "dass wir mit deren Archivar das Thema einer Art von Info-Center über den Orden aufarbeiten können. Ende des Monats sind wir zum Orden nach St. Agatha im niederländischen Cuijk eingeladen und sind ganz gespannt auf eine alte Urkunde zu Hohenbusch, die wir erstmals werden einsehen dürfen", erzählt Frank Körfers. Ebenfalls stehe der Förderverein in Kontakt zu Forschern und Heimatforschern, die sich momentan mit den einst benachbarten Kreuzherrenklöstern beschäftigen. Auch hieraus könne sich spannendes neues Ausstellungsmaterial ergeben. Und nicht zuletzt würde der Förderverein künftig gerne die Wiederaufbaubemühungen in der Dauerausstellung dokumentieren, "weil baulich viel restauriert wurde und wir uns freuen, was hier geschehen ist - das wollen wir zeigen", erklärt Vereinsvorsitzender Heinz Küppers. "Wir würden mit der Erweiterung der Dauerausstellung gerne neue Impulse geben."

Zugleich hat der Förderverein vor, Haus Hohenbusch für Besucher öfter und vor allem regelmäßig zu öffnen. Ab 2017 sollen das Herrenhaus und seine musealen Zellen von März bis November jeden Sonntag von 11 bis 17 Uhr zugänglich sein (Führungen sind wie bisher unter 0172 2072073 oder info-hohenbusch@gmx.de zu buchen). "Dank der neuen Gastronomie spüren wir einen enormen Zulauf und ein wachsendes Interesse an Besuchen und Führungen", sagt Körfers. Darauf werde der Förderverein reagieren. Stützen wolle der sich dazu auf Ehrenamtliche wie Almuth Kardung und Heinz Willi Wyen, die Führungen anbieten und die Sonntagsöffnung ermöglichen wollen. Öffnen will sich der Förderverein zudem für Interessierte, indem künftig jeden ersten Donnerstag im Monat ab 19 Uhr (wie am 3. November) ein offener Stammtisch im Klostercafé angeboten wird. Dort soll unterjährig über die Aktivitäten rund um Hohenbusch informiert werden.

Quelle: RP
 
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