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Erkelenz
Kleine Niershelden, die etwas bewegen

Erkelenz: Kleine Niershelden, die etwas bewegen
Die kleinen Niershelden beim Projekt "Staudamm" in der Niers bei Keyenberg. Sie sind alle fleißig und mit Freude bei der Sache. Britta Wagner (hinten, eine der Initiatoren des Projektes) begleitet die Kinder. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Ein tolles Projekt ist in Keyenberg auf den Weg gebracht worden: Kinder, die "Niershelden", packen fleißig mit an und leben und fördern die Gemeinschaft. Von Kurt Lehmkuhl

Weicheier oder Kinder, die aus Zucker sind, sollen besser vor ihrer Spielekonsole hocken bleiben. "Wir wollen Kinder, die Helden sind, die spielen, die toben, tollen, miteinander Spaß haben wollen", meint Britta Wagner. Sie hat in Keyenberg eine Kindergruppe ins Leben gerufen: die Niershelden.

Ihr entsprechender Aufruf in der Keyenberger Grundschule stieß auf enorme Resonanz. Es wollten mehr Kinder im Grundschulalter mitmachen, als die Gruppe, die Britta und ihr Mann René Wagner leiten, verkraften kann. 20 Kinder hat die engagierte Mutter, die bis zum Frühjahr eine Kindergruppe zur Kommunion führte, aufnehmen können. "Die anderen stehen auf einer Warteliste", sagt sie durchaus bedauernd.

Die Gruppe hat ein simples Ziel und ein verblüffend einfaches Prinzip: "Die Kinder sollen spielen und zwar mit dem, was mit den Mitteln der Natur zu machen ist oder mit wenig Aufwand in Räumen gespielt werden kann", erläutert René Wagner.

So gehört der Staudammbau im ursprünglichen Wasserlauf der Niers, den jedes Kind durchnässt aber glücklich beendet, ebenso dazu wie das Räuber-und-Gendarm-Spiel im Wäldchen. Blinde-Kuh oder Topfschlagen, Völkerball oder Sackhüpfen, es gibt so viele Spiele, die nur darauf warten, von den Kindern wiederentdeckt zu werden.

Nach Möglichkeit soll es nach draußen gehen, doch ist für einen Alternative bei nass-kaltem Wetter gesorgt. "Wir können jederzeit das Pfarrheim nutzen", sagt Britta Wagner erfreut; wie ohnehin die Pfarre dieses Projekt unterstützt. Aber auch das Jugendamt der Stadt Erkelenz hat signalisiert, dass sie diese grenzenlose Art der Förderung von Kindern in Keyenberg unterstützt.

"Noch haben wir nur diese eine geschlossene Gruppe", erläutert die gelernte Fotolaborantin, die mit ihrer Familie in Keyenberg heimisch geworden ist. Für diese Gruppe sucht sie Spiele aus oder "erfindet" neue, wenn es sein muss. Geplant sind an den nächsten Dienstagen außerhalb der Ferien auch Besuche beim Bäcker, der Feuerwehr und in einem Hofladen oder gemeinsame Übernachtungen - und im nächsten Jahr soll es neben Touren auch eine offene Gruppe geben, bei der dann alle Kinder etwa bei gemeinsamen Filmabenden mitmachen können.

Es ist nicht nur das Bestreben, Kinder wieder wie Kinder spielen zu lassen, das Britta und René Wagner antreibt. "Wir wollen den Zusammenhalt in unserem Ort stärken." Gerade im Hinblick auf die anstehende Umsiedlung sei es angebracht, die Gemeinsamkeit zu fördern, damit bei einem Umzug an den neuen Standort die Freundschaften und der Zusammenhalt bestehen bleiben.

"Bereits jetzt haben wir zwei Kinder in der Gruppe, die umgesiedelt sind und die von ihren Eltern zu unseren Spieltag gebracht werden", ergänzt Wagner. "Die Kinder sollen erfahren, wie stark sie durch ihr gemeinsames Spiel werden." Sie sollen halt Niershelden sein, die auch nach der Umsiedlung noch Helden sind.

Quelle: RP
 
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