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Erkelenz
Mentor und Lesekind: Wer gibt wem mehr?

Erkelenz: Mentor und Lesekind: Wer gibt wem mehr?
Gemeinsam lesen: Zurzeit werden neue Mentorinnen und Mentoren besonders für Wassenberg, Orsbeck und Myhl, für Geilenkirchen, Heinsberg-Oberbruch und Grebben sowie für Saeffelen und Schalbruch im Selfkant gesucht. FOTO: MENTOR (ARCHIV)
Erkelenz. Eine Informationsbroschüre des Vereins Mentor - Die Leselernhelfer stellt zwölf Geschichten vom Lesen mit Kindern vor.

Sie sind lustig, sie berühren oder machen auch nachdenklich, die zwölf kleinen Geschichten, mit denen ebenso viele Mentoren des Vereins "Mentor - Die Leselernhelfer Kreis Heinsberg" ihren ganz persönlichen Einblick in den Erfahrungsschatz mit ihren Lesekindern preisgeben. Der Verein hat diese Geschichten in einer neuen Broschüre zusammengefasst, die ab sofort kostenfrei in allen Buchhandlungen und allen öffentlichen Bibliotheken des Kreises Heinsberg erhältlich ist.

Michael Gusday aus Erkelenz schreibt darin über seine Erfahrungen, die er im Rückblick als Bereicherung empfindet: "Völlig uninteressiert war mein Lesejunge am Anfang. Er mochte nur extreme Comics, die mir gar nicht gefielen, und hatte keine Lust auf Lesen. Die ersten Stunden war er total verschlossen, ich habe dann etwas von mir erzählt. Als ich meine Hühner erwähnte, war er sofort Feuer und Flamme, denn er hat selbst welche. Wir haben dann Grundsätzliches über Hühner gelesen, er brachte Material mit und hat sich ein ungeheures Wissen angelesen, zum Beispiel über den Verdauungstrakt der Hühner oder die Frage, wann die Füße der Tiere entspannt sind. Gemeinsam haben wir eine Anleitung für den Bau eines Hühnerhauses studiert.

Mittlerweile bin ich positiv überrascht, weil er vielem auf den Grund gehen möchte und eine große mathematische und naturwissenschaftliche Begabung hat. Wir lesen kurze Sachtexte und wälzen Wissensbücher: Woraus bestehen Kunststoffe? Was passiert, wenn ein Plastikbecher schmilzt? Wie entstehen Töne auf der Gitarre?

Wir lesen schon gemeinsam seit der Grundschule, jetzt ist er in der 7. Klasse. Das Ende unseres Mentorings soll er setzen; ich bin mittlerweile sein Ratgeber für alles. Die Frage bei uns beiden ist: Wer gibt wem mehr? Der Unterschied zu den eigenen Kindern ist: Er ist bedingungslos positiv. Da gibt es nichts Negatives. Im Rahmen seiner Möglichkeiten und seines Budgets bekomme ich kleine Zeichen der Zuneigung: zum Beispiel selbstgemachte Marmelade aus Früchten, die er selbst gesammelt hat; da steckt Liebe im Glas. Er ist einfach eine Bereicherung für mich."

Quelle: RP
 
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