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Serie Unternehmer Der Region
Mit heimischen Kräften bauen und gestalten

Serie Unternehmer Der Region: Mit heimischen Kräften bauen und gestalten
13 Mitarbeiter arbeiten für Josef Viethen, und keine Baustelle ist weiter als 30 bis 45 Minuten vom Architekturbüro am Lindenweg entfernt. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Industriebau, Schulbau, Eigenheim - das Portfolio des Architekturbüros Viethen bietet Vielfalt, die eine klare Philosophie zusammenhält. Von Andreas Speen

Erkelenz Die Gestaltungssprache ist von klaren Linien geprägt. Gerne werden metallene Blendflächen mit heimischem Backstein verknüpft. Bodentiefe Fenster und ein offenes Ambiente in Innenräumen sind für die Häuser von Architekt Josef Viethen prägend. Eine andere Seite hat der Erkelenzer aus Überzeugung allerdings auch aufzuweisen, wenn er für die Industrie baut. Wie bei Hegenscheidt MFD oder MHWirth zu sehen, steht dann die Zweckmäßigkeit im Fokus.

1953 hatte Josef Viethen senior in Erkelenz sein Architekturbüro eröffnet, das seit 1995 von ihm und seinem Sohn geführt wurde, bis er im Jahr 2009 starb. Jetzt hofft Josef Viethen junior, dass irgendwann einmal einer seiner Söhne den Betrieb wird übernehmen wollen. Die Studienwünsche des älteren Sohns gehen zumindest schon in diese Richtung.

13 Mitarbeiter arbeiten für Josef Viethen, und keine Baustelle ist weiter als 30 bis 45 Minuten vom Architekturbüro am Lindenweg entfernt. Beides gehört zur Philosophie Josef Viethens. Er mag die kurzen Wege, warum er gerne auch auf Handwerker, Vermesser oder Statiker aus der näheren Umgebung setzt. Auf kurze Distanz lasse sich die Zusammenarbeit besser pflegen, sagt der Architekt. Davon profitiere auch der Kunde: "Der Sinn einer engen Zusammenarbeit ist, ein gutes Ergebnis für den Kunden zu erreichen: gestalterisch, baurechtlich und wirtschaftlich. Nur so können wir sie so eng betreuen, wie wir es für notwendig erachten." Auch die Mannschaft aus 13 Mitarbeitern spiegelt die Philosophie der kurzen Wege wider. Wären es mehr, würden Viethen zufolge zusätzliche Ebenen im Betrieb notwendig, doch sagt er: "Ich will noch alle Baustellen kennen." Dies sei bei einer Expansion nicht mehr möglich. Langfristige Zusammenarbeit schreibt der Firmeninhaber wie bei den Handwerkern auch bei den eigenen Mitarbeitern groß: "Georg Nowak ist zum Beispiel seit 1991 dabei."

Früher war das Architekturbüro Viethen "schulbaulastig", wie Josef Viethen sagt. Schulgebäude, Sporthallen, Mensen wurden entworfen und gebaut. Im öffentlichen Sektor sind es inzwischen weniger solche Gebäude als Kindergärten, die für unter dreijährige Kinder ausgebaut werden müssen, und Einrichtungen für Senioren, die entworfen werden. Gerade bei seniorengerechten Gebäuden sieht Josef Viethen noch einen großen Bedarf. Vorgaben und Ansprüche hätten sich geändert. So werde in Geilenkirchen demnächst für das Franziskusheim gebaut, "zu 100 Prozent Einzelzimmer und alles rollstuhlgeeignet". Auch die Inklusion mache noch viele Um- und Neubauten notwendig. Hier ist das Erkelenzer Architekturbüro ein Partner der Lebenshilfe Heinsberg, für die die neue Hauptverwaltung und bald auch ein neuer Kindergarten in Hückelhoven-Ratheim gebaut werde.

Der Industriebau ist ein weiteres Standbein des Architekturbüros aus Erkelenz, und dann sind da noch die Einfamilienhäuser, die gebaut - und teilweise über den Bauträger Viethen Haus GmbH vermarktet - werden. "Ich bin stolz, dass wir nicht nur auf einem Bein stehen", sagt Josef Viethen.

Aktuelle Arbeitsproben entstehen derzeit am Straelener Ring und am Bauxhof, wo Viethen die verschieden Häusertypen für die neue Klimaschutzsiedlung entworfen hat und deren Bau begleitet. Es wird an der Kreuzung von Anton-Heinen- und Glück-auf-Straße außerdem demnächst noch ein Haus mit 25 Wohnungen entstehen, die 50 bis 140 Quadratmeter groß sein werden. "Von außen werden wir das Gebäude mit Klinkern von Gillrath gestalten", erklärt Josef Viethen - und auch hier kommt die Firmenphilosophie wieder durch: Gillrath-Klinker werden keine zwei Kilometer entfernt am Stadtrand von Erkelenz gebrannt.

Quelle: RP
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