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Erkelenz
Morden, Meucheln und Musik

Erkelenz: Morden, Meucheln und Musik
René Wagner trug in der Abschlusslesung "Feinkost" von Simone Michiels vor. Der Hörbuchsprecher hat inzwischen auch alle Geschichten für die Selfkant-Hörbücher eingelesen. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Zur Abschlusslesung der "kriminell guten" Selfkant-Trilogie kamen 150 Zuhörer. Inzwischen wurden 40.000 Euro gesammelt. Von Katrin Schelter

Einige Autoren der Selfkant-Trilogie und die Mitglieder des Frauenchors "Auftakt" hatten sich am Samstagabend für eine große Abschlusslesung unter dem Motto "Mord und Musik" im Atrium des Cusanus-Gymnasiums zusammengefunden, um dem Publikum "Das Beste aus dem Selfkant" zu präsentieren. 150 Gäste waren gekommen, denen der eine oder andere Schauer über den Rücken lief, die vor allem aber viel Applaus spendeten für gut erdachte und ausformulierte Fiktion.

Schulleiterin Rita Hündgen, ebenfalls Teilnehmerin des Krimiprojekts der Kreisvolkshochschule, begrüßte die Anwesenden und las mit "Hinter Klostermauern" auch gleich die erste Geschichte des Abends. Heike Dahlmanns las ihre kriminelle Kurzgeschichte "Virgo Intacta", in der die Studentin Maria von einem angehenden Priester vergewaltigt wird und wenig später entdeckt, dass sie schwanger ist. Ihr streng katholischer Vater glaubt ihr nicht, verstößt sie, und Maria will sich für die vielen Lasten und Sorgen, die ihr auferlegt wurden, rächen. Den Verlauf einer glücklichen Ehe hin zu einem geglückten Mord zeichnete Elke Wenk sehr geschickt und humorvoll in "Shades of Blue". Der Hörbuchsprecher René Wagner, der alle Geschichten für die Selfkant-Hörbücher eingelesen hat, erzählte als letzten mörderischen Leckerbissen vor der Pause Simone Michiels "Feinkost". René Wagner las auch die folgenden beiden Kurzkrimis: "Endstation Geilenkirchen" von Beatrix Hötger-Schiffers, der dem Publikum schauerliche Einblicke in die Gedanken eines Serienmörders gewährte, und "Das Leben dahinter" von Heidi Hensges. Die finale Kurzgeschichte "Ruhe in Porselen" wurde vom Autor Gerd Grunewald präsentiert, der für die Lesung extra aus Ostfriesland angereist war, und handelte davon, wie der Protagonist und dessen Ehefrau mit ungewöhnlichen Maßnahmen für Ruhe im Dorf sorgen.

Zwischen den verschiedenen Geschichten unterhielt der Frauenchor "Auftakt" unter der Leitung von Anette Latour die Gäste mit thematisch passenden Liedern, wie beispielsweise "Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett", "Die Männer sind alle Verbrecher" oder "Kriminaltango".

Der Journalist und Autor Kurt Lehmkuhl, Leiter der Krimi-Kurse an der Volkshochschule, in denen die Geschichten für die Selfkant-Krimis entstanden, und Herausgeber der Trilogie, betonte den wichtigen Hintergrund des nun vorläufig beendeten Projekts. Alle Erlöse aus dem Verkauf der Bücher und CDs sowie der Karten für die Lesungen gehen an das Hospiz der Hermann-Josef-Stiftung in Erkelenz. "Keiner von uns will etwas verdienen, es ist unser aller Anliegen, dass dem Hospiz und seinen Bewohnern geholfen wird", sagte er. Lehmkuhl lobte das Herzblut, mit dem sich alle Beteiligten für den guten Zweck engagieren. Insgesamt wurden mit der Selfkant-Trilogie bereits 40.000 Euro an Spendengeldern gesammelt.

Quelle: RP
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