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Erkelenz
Neues auf dem Bauernmarkt

Erkelenz. Zum 18. Mal gibt es den Bauernmarkt an Haus Hohenbusch. Eine "tolle Veranstaltung, die von Jahr zu Jahr besser wird", findet Bürgermeister Peter Jansen - der Besucherzuspruch allein am ersten Tag gibt dieser Einschätzung recht. Von Kurt Lehmkuhl

Als "richtige Traditionsveranstaltung", die nicht mehr aus Erkelenz wegzudenken sei, bezeichnete Bürgermeister Peter Jansen gestern den Bauernmarkt auf dem Gelände des ehemaligen Kreuzherrenklosters Hohenbusch. "Wer hätte gedacht, dass es soweit kommen würde", sagte der Erste Bürger in seiner Begrüßungsrede, der nicht nur in offizieller Funktion, sondern auch als uniformierter Brandmeister der Löschgruppe Hetzerath auf dem weitläufigen Gelände wachsam Augen und Ohren offenhielt.

Obwohl schon zur Tradition geworden, ist die Veranstaltung nicht in Tradition erstarrt, sondern wartet von Jahr zu Jahr mit Neuerungen, Verbesserungen und Veränderungen auf. Erstmals war ein Hufschmied dabei, der die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich zog, und der bei seiner Arbeit mit der eines Schäfers konkurrierte, dessen Hütehunde geschickt eine Schafherde über eine Weide trieben.

Das größte Interesse erweckten indes die "Mohrenköpfle", die Schwäbisch-Hällischen Landschweine, die nun auch in Erkelenz von Dirk Rösken gezüchtet werden. Das schwarzköpfige, weiß-schwarz gescheckte Borstenvieh lockte die Schaulustigen an, die schon kurz nach der Eröffnung zu Tausenden auf das Gelände strömten. Die Schweine waren nicht nur putzig anzusehen, wie etwa auch die vorgestellten Alpakas oder Esel, geschlachtete Exemplare dienten als Basis für schmackhafte Würste, die direkt neben dem Gatter zur Verkostung und zum Kauf angeboten wurden. "Das zeichnet diese Veranstaltung aus", lobte Kreislandwirt Hans Gerd Jöris den Bauernmarkt. "Er stellt den direkten Kontakt zwischen den Erzeugern, Veredlern und Verbrauchern her." Das Wissen darum zieht die Scharen an.

Nicht nur die Besucher, die Aussteller haben ebenso den Bauernmarkt fest im Kalender eingetragen. Mehr als 130 Aussteller durfte Wilfried Bürgers im Namen der Organisatoren begrüßen. Auch sie bewegen sich zwischen Tradition und Fortschritt. Da gibt es die Ausstellung historischer Landmaschinen ebenso wie die Präsentation modernster landwirtschaftlicher Geräte, bei denen schon das Klettern in die Fahrerkanzel für manches Kind zur Mutprobe wird.

Obst, Gemüse, Getreide, im Erntezustand belassen oder verarbeitet, warten zuhauf auf die Besucher. Kunst aus Naturprodukten wie mit der Kettensäge hergestellte Skulpturen oder gestrickte Socken und Pullover in feinster Handarbeit werden zum Verkauf angeboten. Speisen und Getränke dürfen nicht fehlen.

Zum Inventar des Bauernmarkts gehören die Rassegeflügelaussteller des Rasse- und Ziergeflügelvereins 1907 Odenkirchen und Umgebung, die Freunde der Riesenkaninchen von Riesenclub Rheinland, die Kunsthandwerker und die Vertreter karitativer Einrichtungen, die ihren Platz im Laienbrüderhaus und im Priorensaal haben, und selbstverständlich darf der Förderverein Haus Hohenbusch nicht fehlen. Er bot Führungen durch seine Dauerausstellung im Obergeschoss des Herrenhauses an und verteilte durch seinen langjährigen Vorsitzenden Heinz Küppers Weintrauben aus eigener Ernte in Hohenbusch. "Die Weinpflanzen gedeihen prächtig am Herrenhaus", verriet er. Im vergangenen Jahr habe man nach der Lese sogar schon einige Flaschen Wein gewinnen können.

Zur Tradition des Bauernmarktes gehören die Rheinischen Landfrauen, denen es in jedem Jahr gelingt, mit einem anderen Thema die Besucher auf sich aufmerksam zu machen. Informationen rund um die Kartoffel standen im Atelier auf dem Programm. So mancher junge Mensch staunte nicht schlecht, dass es außer Pommes, Reibekuchen und Wedges noch andere Produkte gibt, die dank der Knolle möglich sind. Beim kniffligen Kartoffelquiz mit der schwierigen Frage, wo die Kartoffel ihren Ursprung hat, über einen Kartoffelschälwettbewerb und ein Kartoffelmemory ging es bis zu den Namen der verschiedenen Sorten. Nicola, Miranda, Antonia, Laura oder Milva lassen nicht darauf schließen, dass sie allesamt einen Ursprung in den Anden haben.

Quelle: RP
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