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Jorge Klapproth
Flagge zeigen für die Positionen der Freien Demokraten

NRW-Wahlen: Jorge Klapproth ist Landtagskandidat 2017 für den Nordkreis
Der Fokus von FDP-Landtagskandidat Jorge Klapproth liegt auf Innerer Sicherheit, Bildung und Stärkung der mittelständischen Wirtschaft. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Der Vorsitzende des FDP-Stadtverbandes Hückelhoven und Kommunikationstrainer (55) ist Landtagskandidat für den Nordkreis.

Sie sind als selbstständiger Kommunikations-Berater, Coach und Buchautor viel beschäftigt. Bleibt da noch Zeit für Politik?

Klapproth Solange man Freude hat an den Dingen, die man tut, ist alles in Ordnung. (lächelt)

Ihr Spezialgebiet Krisenkommunikation kann ja für politische Arbeit durchaus von Nutzen sein.

Klapproth Ohne wirkungsvolle Kommunikation kann ein Unternehmen, eine Behörde oder Organisation keine Ziele erreichen. Wir müssen mit anderen Menschen umgehen. Dabei hat alles, was ich tue oder nicht tue, eine Wirkung. Es geht darum: Was erwarten die Menschen von handelnden Verantwortlichen, wie will ich wahrgenommen werden? Gerade in kritischer Lage.

Und wie wollen Sie selbst wahrgenommen werden?

Klapproth Authentisch. Ehrlich. Aufrichtig. Zuversichtlich.

In der FDP Hückelhoven sind Sie erst seit 2014 aktiv.

Klapproth Das war kein lang geplanter Gang. Das hat sich so ergeben durch Gespräche mit Parteimitgliedern. Es gab in Hückelhoven den Wunsch nach Verstärkung, und ich habe festgestellt: Hier kannst du unterstützen.

Vom Start weg wurden Sie Vorsitzender des Stadtverbandes ...

Klapproth ... was ich nicht bereue. Bei einer der ersten Zusammenkünfte 2014 war zufällig Vorstandswahl. Es ist eine schöne Aufgabe, ich habe die Möglichkeit, etwas zu bewegen, und es gibt mir viel zurück. Ich komme viel mit Menschen zusammen, was mir liegt. Nun bin ich auch wegen der Landtagskandidatur gefragt worden, ich habe mich bereit erklärt und wurde von den Mitgliedern der Kreis-FDP gewählt. Wir wollen als Freie Demokraten Flagge zeigen und unsere eigenen Positionen deutlich machen.

Welchen Schwerpunktthemen widmen Sie sich?

Klapproth Mein Fokus liegt auf Innerer Sicherheit, bester Bildung für jedermann und Stärkung der mittelständischen Wirtschaft.

Hauptanliegen für mehr Sicherheit?

Klapproth Die Terrordiskussion richtet den Fokus vermehrt auf Sicherheitsfragen. Es geht mir darum, dass wir selbstbestimmt in Freiheit und ohne Angst leben können. Dass der Staat in die Verantwortung genommen wird, dies zu gewährleisten, und die Politik die Rahmenbedingungen schafft. Im Landesfachausschuss Inneres und Recht der FDP bin ich Mitglied, da entwerfen wir Verbesserungsvorschläge.

Was ließe sich konkret verbessern?

Klapproth Handlungsbedarf sehe ich bei der Verstärkung der Polizeikräfte. Und ich bin für die Wiedereinführung des Mittleren Dienstes in NRW. Ein studierter Polizeibeamter muss nicht zwingend Dienste verrichten, die auch jemand ohne Studium leisten könnte. So könnte es gelingen, schnell mehr Polizei auf die Straße zu bekommen.

Polizisten sind oft frustriert, wenn sie die erwischten Taschendiebe am nächsten Tag wieder auf der Straße sehen. Gewinnen Bürger da nicht den Eindruck, es werde zu wenig getan gegen Kriminalität?

Klapproth Das gleiche gilt für die Justiz: NRW hat viel zu wenig Richter, so kann oft nicht zeitnah Recht gesprochen werden. Gerichte sind häufig überfordert bei der Menge der zu bearbeitenden Fälle.

Schüren Übergriffe der Kölner Silvesternacht oder der Vergewaltiger einer 90-Jährigen in Düsseldorf die Angst vor kriminellen Flüchtlingen?

Klapproth Fälle wie der des 19-jährigen Vergewaltigers stärken das Unsicherheitsgefühl in der Bevölkerung. Doch das ist ein subjektives Gefühl. Nach statistischen Erhebungen ist die Täterzahl aus Kreisen der Flüchtlinge nicht höher als die aus der deutschen Bevölkerung. Man muss den Menschen klarmachen, dass sie in einem Staat leben, wo es keine rechtsfreien Räume geben darf. Dafür muss der Staat sorgen. Auch bei Angriffen gegen Polizei und Rettungskräfte oder wenn Rettungseinsätze blockiert werden, bin ich dafür, dass hart durchgegriffen wird. Die Polizei muss hier konsequente Handlungsmöglichkeiten haben. Auch Salafisten, die IS-Kämpfer anwerben, müssen Schranken aufgezeigt bekommen - das ist nicht von freier Meinungsäußerung gedeckt.

Was ist nötig, um beste Bildung für jedermann zu erreichen?

Klapproth Das fängt schon im Kleinkindalter an. Es muss in Ausstattung der Kitas und Ausbildung qualifizierter Erzieher und Erzieherinnen investiert werden. Viele Grundschulen im Land sind hoffnungslos marode, viele haben keinen Rektor - zu viel Aufwand, zu wenig Anerkennung, zu schmales Salär. Da fehlt der Rückhalt durch finanzielle Mittel. Das reicht bis zu den Hochschulen.

Wie ist Ihre Position im Schulsystem?

Klapproth Auf jeden Fall bin ich fürs mehrgliedrige Schulsystem, um jedem nach seinen Fähigkeiten gerecht zu werden. Bei den Förderschulen bin ich dafür, das Angebot beizubehalten. Die Anzahl muss auf den örtlichen Bedarf abgestimmt sein. In der Frage G 8/G 9 an Gymnasien lehne ich ein Flexi-Modell ab. Vorstellbar ist, dass eine Schule überlegt, nach welchem System sie arbeitet, damit die Eltern und Kinder Wahlfreiheit haben, welche Schule das Kind besucht.

Was muss für Handwerk und Mittelstand getan werden?

Klapproth Das ist das Rückgrat unserer sozialen Marktwirtschaft! Bei der Gründermentalität steht NRW ganz hinten. Da müssen Hemmnisse und bürokratische Hürden abgebaut werden. Es hapert auch bei der Verkehrsinfrastruktur - NRW ist Stauland Nummer eins. Investitionen in schlechte Verkehrswege und marode Brücken wurden jahrzehntelang aufgeschoben. Breitbandnetze müssen zwingend mit Vorrang ausgebaut werden für den Weg in die digitale Gesellschaft. Schnelles Internet ist das A und O heutzutage, um den Herausforderungen der Zukunft gerecht werden zu können.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE GABI LAUE.

Quelle: RP
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