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Hückelhoven
Viel erfahren vom Bürgermeister

Erkelenz. Im 12. Schuljahr - der Q2 - gibt es am Gymnasium Hückelhoven einen Projektkursus "Praktische Rhetorik". Hier lernen die angehenden Abiturienten unter Anleitung von Rhetoriklehrer Guido Rütten Methoden der Gesprächsführung: Recherchieren, Argumentieren, Debattieren und aktives Zuhören stehen hier auf dem Lehrplan.

Nachdem die 21 Teilnehmer des Kurses bereits eine Plenardebatte im Landtag mitverfolgt, mit der Wassenberger Abgeordneten Dr. Ruth Seidl diskutiert und am Wettbewerb "Jugend debattiert" teilgenommen hatten, stand nun das letzte Projekt des diesjährigen Kurses an - ein politischer Gesprächsabend mit dem Hückelhovener Bürgermeister Bernd Jansen.

In der Vorbereitung hatten die Schüler(innen) die Themenfelder für das 90minütige Live-Gespräch erarbeitet: Flüchtlingssituation, Schulpolitik, Stadtentwicklung und Geschäftsansiedlung, Verkehrsplanung und Freizeitgestaltung.

Für jedes Thema saß ein verantwortlicher Interviewer in der Fragerunde rund um den Bürgermeister.

Nach einer kurzen Anmoderation von Marie Lindemann befragte Deborah Nadane den Bürgermeister zu seiner Person und seinem politischen Werdegang. Hierbei wurde schon deutlich, dass Jansen auch an diesem Abend gewohnt offen und direkt antworten würde. So teilte der gelernte Zimmermann mit, dass ihn mittlerweile Unsachlichkeit in Diskussionen am meisten störe. Bei der Flüchtlingsproblematik erklärte Jansen, dass er die Protesterklärung der Bürgermeister nicht mitunterschrieben habe, weil er der Meinung sei, dass in Hückelhoven durchaus noch mehr Flüchtlinge untergebracht werden könnten: "Bis zu drei Prozent der Stadtbevölkerung, also 1200 Menschen, könnten wir ohne größere Probleme noch unterbringen." - So entwickelte Jansen im Laufe des Abends ein konkretes Bild von den Maßnahmen und Perspektiven, die er in nächsten Jahren zusammen mit dem Rat und der Verwaltung umsetzen will: Umgehungstraße L117n, Arena, Fahrradtrasse, Bahnlinie, Schulgebäude, Integration, Gewerbeansiedlung. Jansen: "Jetzt ist das Geld billig und wir können die notwendigen Investitionen in die städtische Infrastruktur tätigen. Danach werden wir uns auch um den Schuldenabbau kümmern."

Am Ende des Abends waren Rhetorikschüler und Zuschauer beeindruckt von der Vielzahl der Informationen des Bürgermeisters zu den verschiedenen Themen. "Und alles frei gesprochen", bemerkte Schülerin Merve Yavas.

Quelle: RP
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