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Erkrath
Schul-Thema erhitzt die Gemüter

Erkrath: Schul-Thema erhitzt die Gemüter
Sollte in Erkrath eine Gesamtschule eingerichtet werden, so die Befürchtung von CDU und BmU, müssten drei Schulen geschlossen werden. FOTO: dj
Erkrath. Die Diskussion wird auch nach der Entscheidung im Schulausschuss fortgesetzt. CDU und BmU geben Erklärung ab. Von Marita Jüngst

Wenn es in Erkrath um das Thema Gesamtschule geht, dann wird in der Politik emotional diskutiert. Nach der Mehrheitsentscheidung im vergangenen Schulausschuss, erst einmal die Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes abzuwarten, ist die Diskussion deshalb noch lange nicht beendet. CDU und BmU haben nun eine gemeinsame Erklärung zu diesem Thema verfasst.

Darin werfen sie den Grünen und der SPD vor, seit 2002 mit aller Macht die Gründung einer Gesamtschule in Erkrath voranzutreiben. "Dabei scheint ihnen jedes Mittel recht zu sein, wie die positive Bewertung der tendenziösen und mit Desinformationen und Fehlern behafteten Umfrage der Stadtschulpflegschaft durch SPD und Grüne in der Sitzung des Aussschusses für Schule und Soziales erneut gezeigt hat." Ohne fortgeschriebenen Schulentwicklungsplan solle eine Elternbefragung stattfinden, damit eine Gesamtschule in Erkrath zum Zuge kommen könne. Das jedoch würde bedeuten, so CDU und BmU: "Die Hauptschule, die Realschule Hochdahl und auch das Gymnasium Hochdahl müssten in eine Gesamtschule umgewandelt werden". Die Schülerzahlen in den Jahrgängen der Grundschulen ließen es nicht zu, dass neben Realschule, Hauptschule und Gymnasium auch noch eine Gesamtschule existieren könne.

CDU und BmU verwehren sich zudem dagegen, den Elternwillen zu ignorieren. Einer von SPD und Grünen beantragten Bedarfsanfrage bei den Eltern könnten sie aber nicht zustimmen, da diese für die Stadt bindend sei. Bei 100 Wünschen für die Gesamtschule müsste diese eingerichtet werden. Dies wäre jedoch auf die Gesamtschülerzahl (300-350) gesehen eine Minderheit. Diese würde dann die Schließung der von der Mehrheit gewünschten Schulen bewirken.

Deshalb wollen CDU und BmU zunächst den Schulentwicklungsplan durch einen Gutachter fortschreiben lassen. Dieses Gutachten soll auch die Frage der Einrichtung einer Gesamtschule und einer Sekundarschule sowie die sich daraus ergebenden Konsequenzen beleuchten.

Detlef Ehlert, Fraktionsvorsitzender der SDP, hält die Argumente der CDU und BmU für scheinheilig. Wären sie ehrlich gewesen, so Ehlert, "hätten sie zugegeben, dass, weil sie im Kern keine andere Schulform "wollen" als das Gymnasium, jede integrative Schulform in unserer Stadt be- oder gar verhindern wollen".

CDU und BmU ihrerseits plädieren dafür, dass sich Erkrath im regionalen Verbund des Bildungsabgebotes einbringen und in der Frage der Gesamtschule auch verstärkt die Kooperation mit benachbarten Schulträgern suchen soll.

Quelle: RP
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