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Issum
Bundesverdienstkreuzträger mit Humor

Issum: Bundesverdienstkreuzträger mit Humor
Mit seiner Ehefrau Thea war Johannes van Leuck (2.v.l.) zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes gekommen, das er aus den Händen von Saskia Pietsch vom Deutschen Wetterdienst (l.) empfing. Bürgermeister Clemens Brüx kann nun einen besonders ausgezeichneten Bürger mehr zu seiner Gemeinde zählen. FOTO: Seybert
Issum. Johannes van Leuck bekam die Auszeichnung für sein Engagement für den Deutschen Wetterdienst. Bürgermeister Clemens Brüx fielen noch viele andere zu würdigende Ämter des Issumers ein. Der dichtete ein Ehrenamtsloblied. Von Bianca Mokwa

Die Feierstimmung war beinahe greifbar. "Ehrungen, das ist, wenn die Gerechtigkeit ihren liebenswürdigen Tag hat", zitierte Issums Bürgermeister Clemens Brüx Konrad Adenauer. Und genau so ein liebenswürdiger Tag war gestern. An dem wurde Johannes van Leuck das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Bekommen hat er die hohe Auszeichnung für seinen ehrenamtlichen Dienst für den Deutschen Wetterdienst.

Seit mehr als 40 Jahren gehört der Geehrte zu den rund 1200 Ehrenamtlichen aus dem phänologischem Beobachtungsnetz. Saskia Pietzsch, die die Verleihung vornahm und von der Abteilung Agrarmeteorologie des Deutschen Wetterdienst stammt, erklärte, was es damit auf sich hat. Es handele sich um die Beobachtung der Pflanzenentwicklung im Jahresverlauf. Daraus lassen sich wichtige Werte für die Klimaforschung ableiten. Aber auch für die Beratung von Landwirten oder um Prognosen über den Pollenflug abzugeben, sind diese Beobachtungen wichtig. Die erfordern vor allem: Disziplin und Kontinuität.

4838 Daten sammelte van Leuck im Laufe der mehr als 40 Jahre für den Deutschen Wetterdienst. Das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland sei die Anerkennung wertvoller Mitarbeit und besonderer Leistungen für die Meteorologie.

Das ist aber nicht alles. Bürgermeister Brüx ergänzte das Gesagte um eine ganze Reihe weiterer Tätigkeiten, mit denen van Leuck seit vielen Jahren das Leben in der Gemeinde Issum bereichert. Dazu gehört das Engagement für das jüdische Bethaus, für die katholische Kirchengemeinde (als Mitglied im Kirchenvorstand, als Kommunionhelfer, als Lektor), gemeinsam mit seiner Frau Thea engagiert er sich für die "Eine-Welt-Arbeit".

Die Aufzählung ist nicht abschließend. Brüx kommt zum Schluss, "so ist es nur folgerichtig, dass er für den Verdienstorden vorgeschlagen wurde und ihn verliehen bekommt. Es war immer zu merken, dass es Ihnen um die Sache geht und nicht um sich selbst." Und das mache den Würdenträger so sympathisch.

Der glänzte in seiner Feierstunde mit Humor und lenkte den Blick schnell von sich weg. "Wenn einem die Ehre fast zuviel erwiesen wird, kann ich nicht schweigen, muss ich es doch relativieren", begann van Leuck. Die Dankesrede wurde zu einem Loblied auf das Ehrenamt. Er wolle andere dazu anfachen. "Wo liegt die Stärke, wo kann ich mich engagieren" solle sich jeder fragen, "denn man kann dem Staat nicht alles überlassen". Aus dem Mund des Mannes, der selber anpackt, klang das mehr als plausibel. Er sprach darüber, wie bereichernd und erfüllend er die Arbeit für andere empfindet, und dankte auch seiner Familie. Zum guten Schluss gab er seine Gedanken "Drum soll das Ehrenamt lang leben" in Mundart wieder. Man merkte, der Mann hat sich Gedanken gemacht, das Miteinander ist ihm wichtiger als seine Person. Und vielleicht ist es gerade das, was einen Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande besonders auszeichnet.

Quelle: RP
 
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