| 00.00 Uhr

Wachtendonk
Die Geschichte der Bauernschaft Müllem

Wachtendonk. In einer Ausstellung in der Dorfstube Wankum stehen die Höfe im Mittelpunkt. Von Anne Klatt

Die Bauernschaft Müllem in Wankum steht seit vergangener Woche im Mittelpunkt einer Ausstellung des Geschichtskreises Wankum. Unter dem Titel "Die Bauernschaft Müllem - eine Höfegeschichte" präsentiert sich noch bis Anfang Juli in der Dorfstube eine fachlich aufbereitete Aufstellung und Beschreibung der 23 zur Müllem gehörenden Höfe entlang der Nette.

Anhand verschiedener Dokumente - wie etwa Steuerlisten, Geburtsurkunden oder alten Flurkarten - haben die drei Wankumer Manfred Kehrbusch, Johannes Schriefers und Willi Küsters sich zur Aufgabe gemacht, diese alte Bauernschaft genauer zu beleuchten, oder gar wieder in Erinnerung zu rufen, denn "einige dieser Höfe gibt es schon gar nicht mehr", wie Küsters das Forschungsergebnis resümiert. Andere Höfe wiederum seien umfunktioniert worden. Um möglichst alle Informationen zu den einzelnen Höfen zu erhalten, gingen die drei Historiker auch zu den jeweiligen heutigen Betreibern der Bauernhöfe. "Da haben wir dann einiges an alten Fotos und Material mit teilweise uns noch unbekannten Informationen erhalten", betont Küsters die Wichtigkeit dieser Zusammenarbeit für die Sammlung.

Die Ausstellung bietet eine detailreiche Präsentation der 23 Höfe und vier Mühlen. Der Besucher lernt etwa, dass alle Hofnamen von Müllem bereits 1770 in einer Steuerliste auftauchen. Er bekommt einen Einblick in die nachbarschaftliche Gemeinschaft, die Veränderungen der Höfe, wie etwa der Flootmühle oder die Geschichte des Namens vom Hof Klein-Huypen. Dabei greift die Ausstellung auf verschiedenes Anschauungsmaterial zurück. Sofern es möglich war, werden historische und aktuelle Fotografien der Grundstücke nebeneinander gestellt, während von der Nettemühle sogar ein Gemälde die Fotos unterstützt. Hof Klein-Huypen präsentiert vorrangig zwei von Heinz Stenmanns gemalte Porträts seiner Eltern, den Inhabern des Hofes.

Der Lokalcharakter der Ausstellung hat einen spannenden Nebeneffekt: Es kann schnell vorkommen, dass die Besucher der Ausstellung über einen Hof oder die Besitzer ins Gespräch kommen. Eine Anekdote, die in irgendeiner Verbindung zu den Einwohnern und Höfen der Müllemer Bauernschaft steht, weiß nahezu jeder zu erzählen, sei es von dem Schulweg, der an dem einen Hof vorbeilief oder über die eigene Uroma, die auf dem anderen Hof gelebt hatte. Der Wunsch der Aussteller, den Höfen wieder eine Identität zu geben, wird also durch jeden einzelnen Besucher vervollständigt.

Info: Die Ausstellung ist von nun an alle zwei Wochen am Sonntag von 14 bis 17 Uhr in der Dorfstube zu besichtigen.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wachtendonk: Die Geschichte der Bauernschaft Müllem


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.