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Geldern
Einrichtungen für Behinderte kooperieren

Geldern: Einrichtungen für Behinderte kooperieren
Gründungsversammlung mit Gerd Engler und den ersten beiden, die den Vertrag unterzeichneten, Hannses Scholtyschik und Marcel Hohenfeld. FOTO: Seybert
Geldern. 25 Träger und Einrichtungen haben sich in dem Verbund für Teilhabe und Behandlung zusammengeschlossen. Sie wollen so Menschen mit Behinderungen bessere, weil individuellere Behandlungsmöglichkeiten anbieten. Von Christoph Kellerbach

"Wir brauchen eine noch bessere Synergiebildung für Menschen, die Hilfe brauchen", sagte Jack Kreutz, der kommissarische ärztliche Direktor der LVR-Klinik Bedburg-Hau. Ab sofort ist er der stellvertretende Sprecher des neugegründeten Verbunds für Teilhabe und Behandlung im Kreis Kleve, kurz des VTB. In dem Verbund wollen 25 Träger und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen aus dem Kreis Kleve zusammenarbeiten. Der Kooperationsvertrag zwischen ihnen "ist nun verbindlich verabredet", sagte Josef Berg, Geschäftsführer des Vereins Papillon und erster Sprecher der Kooperation. So könnten die Einrichtungen im Verbund zum Beispiel für "Systemsprenger", also Leute, die Einzelne an ihre Grenzen bringen würden, einfacher ein individuelles Angebot stricken, erklärte Kreutz.

Berg erklärte den Sinn der Kooperation: "Wir wollen im Verbund vor allem mehr Transparenz untereinander schaffen. Wir wollen uns sozialpolitisch Gehör verschaffen und können so als Verbund besser darauf hinweisen, wo Mängel vorhanden sind und zum Beispiel Fortbildungen effektiver gestalten, weil man eben einfach untereinander besser vernetzt ist." Denn durch das geplante Bundesteilhabegesetz für Menschen mit Behinderungen verändere sich zukünftig die gesetzlichen Rahmenbedingungen so sehr, dass eine gute Versorgung nur durch Zusammenarbeit im Kreis gewährleistet werden könne.

Das soll durch den Zusammenschluss von vielen verschiedenen Anbietern aus unterschiedlichen Bereichen der Behindertenhilfe gelingen. So gibt es Vertreter der Angebote für psychisch kranke Menschen, Abhängigkeitserkrankungen, Körper- und Mehrfachbehinderte mit speziellen Fähigkeiten sowie weitere Fachgebiete. Träger von stationären, teilstationären und ambulanten Behandlungs- und Wohnangeboten gehören ebenfalls dazu.

"Wer hat wo Stärken und wie kann man die gemeinsamen Fähigkeiten noch besser bündeln", sagte Berg nach der Gründung am Freitagvormittag. "Man kann sich das vorstellen wie das Zusammenbringen von Motoren, die jetzt ohnehin schon laufen und gemeinsam hoffentlich noch effizienter sind." Kreutz stimmte ihm da voll zu: "Jedes Mitglied ist angesprochen: 'Ihr seid Teil des Ganzen und jeder hat die Verantwortung, dass es funktioniert!'" Die PSAG, die psychosoziale Arbeitsgemeinschaft Kreis Kleve, bleibe bestehen und werde auf jeden Fall eine Rolle beim neuen Verbund spielen, erklärte Berg. "Die Arbeitsgemeinschaft wollen wir definitiv mitnehmen."

Dabei erwähnte er, "dass sich auch gerne noch weitere Gruppen uns anschließend können. Zum Beispiel können noch Selbsthilfegruppen gerne mit in den Verbund kommen, weil sie auch sehr gut zum Projekt passen."

Dessen Ziel beschrieb abschließend Jack Kreutz noch einmal sehr schön: "Wir haben es mit Menschen zu tun, die es nicht einfach haben. Jeder von ihnen hat etwas Hoffnung verdient. Und genau das ist letztendlich unser Job."

Quelle: RP
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