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Messerstecher in Geldern
Flüchtiger verhöhnt bei Facebook die Polizei

Messerstecher in Geldern: Flüchtiger verhöhnt bei Facebook die Polizei
Unter einem Post in einer Düsseldorfer Facebook-Gruppe hat vermutlich der gesuchte Täter selbst kommentiert. (Screenshot Facebook, 16.02.2017, 23.17 Uhr) FOTO: Screenshot Facebookeintrag
Der wegen versuchten Totschlags an seiner Ex-Frau gesuchte Gelderner Kai Ingenpaß verspottet bei Facebook die Polizei. "Habt ihr keine Augen im Kopf", schreibt er unter anderem. Die Staatsanwaltschaft hält es für sehr wahrscheinlich, dass das Posting echt ist.  Von Lutz Küppers, Geldern

"Lach mir bei jedem Streifenwagen, der fast über meine Füße fährt, innerlich einen ab. Habt Ihr keine Augen im Kopf?", schreibt der 23-Jährige auf einer Blaulicht-Seite. Damit verhöhnt er die Polizei, die den jungen Mann, zuletzt ohne festen Wohnsitz, seit über einer Woche sucht. Unter sein Posting hat Ingenpaß noch die Abkürzung "ACAB" gesetzt, was für "All Cops are Bastards" steht. Auf Deutsch: "Alle Polizisten sind Bastarde". Ingenpaß verhöhnt damit die Polizei nicht nur. Er beleidigt sie auch noch.

Für die zuständige Staatsanwaltschaft Kleve ist es sehr wahrscheinlich, dass das Posting echt ist. Auch aus Polizeikreisen ist diese Meinung zu hören. Eine größere Gefahr, durch diese Aktivität im Internet entdeckt zu werden, geht Ingenpaß damit wohl nicht ein. "Bei ausländischen Seiten wie Facebook haben wir mittlerweile kaum eine Chance, schnell zu ermitteln, von wo das Posting abgesetzt wurde", erklärt der Staatsanwalt. Entsprechende Anfragen würden oft – wenn überhaupt – erst mit großer Verzögerung beantwortet. Insofern verlässt sich die Polizei, die mit Hochdruck fahndet, offenbar weiter auf ihre eigenen Methoden, die sie nicht weiter erläutert. Verständlicherweise.

Kai Ingenpaß wird weiter gesucht. Er wird beschuldigt, seine von ihm getrennt lebende Ehefrau niedergestochen zu haben. FOTO: Polizei

Kai Ingenpaß wird gesucht, weil er am Mittwoch, 8. Februar, seine Ex-Frau auf offener Straße in Geldern niedergestochen haben soll. Vorausgegangen war ein Streit, bei dem die Frau Ingenpaß mit Pfefferspray attackiert hatte. Der stach daraufhin mehrfach auf die 20-Jährige ein, die lebensgefährlich verletzt wurde und durch eine Operation gerettet werden konnte. Das Opfer wurde anschließend im Krankenhaus durch die Polizei bewacht. Was auch weiterhin der Fall sein dürfte. Oder wie der Staatsanwalt erklärt: "Der Schutz einer Zeugin ist Aufgabe der Polizei. Und ich gehe davon aus, dass sie ihre Aufgabe ordentlich macht."

Hinweise zum Aufenthaltsort von Kai Ingenpaß an jede Polizeidienststelle oder unter 02821 5040 (Polizei Kleve). 

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