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Geldern
"Geldernsein-Chillout": Lockerer Erfolg

Geldern: "Geldernsein-Chillout": Lockerer Erfolg
Am Sonntag hatten Gruppen ihren Auftritt, die im Publikum besser wirken als auf der großen Festival-Bühne. Mitten auf dem Festival-Gelände spielten "Die kriminellen Elemente", eine "Element of crime"-Tribute-Band. FOTO: Christoph Kellerbach
Geldern. Der Sonntag war bislang beim Gelderner Festival am Holländer See der am schlechtesten besuchte Tag. Deshalb wurde das Konzept komplett umgearbeitet. Und die Rechnung ist aufgegangen: Etwa 400 Besucher schauten vorbei. Von Christoph Kellerbach

Beim "Geldernsein"-Festival gab es in diesem Jahr einige Änderungen, wie etwa neue Preise. Doch keine Neuerung war so radikal wie die Umplanung des Sonntags. "Zwei Tage lautes Programm, das reicht den Leuten auch", meinte Marcel Grothues, der beim Festival die Musikauswahl mitorganisiert hat. "Wir waren mit dem Sonntag in den Vorjahren einfach nicht zufrieden. Es kam nur ein Drittel der Leute wie an den anderen Tagen, das macht aber auch Sinn: Morgens will man ausschlafen, abends gemütlich die Nachrichten sehen und sich auf die neue Woche vorbereiten." Deshalb wurde das "Geldernsein-Chillout" ins Leben gerufen.

Bei freiem Eintritt und gemütlich ab mittags wurden am Sonntag die Tore zum Gelände am Holländer See geöffnet, damit man sich in angenehm entspannter Atmosphäre zusammensetzen konnte.

Hinter den Kulissen war es zu Beginn jedoch eher weniger ruhig. "Wir hatten einen holprigen Start, denn drei von fünf geplanten Bands fielen aus", verriet der fürs Marketing verantwortliche Roger Bruns. "Es gab eine Erkrankung, eine Verletzung und eine abgesagte Swing-Combo."

Doch das "Geldernsein"-Team war großartig im Organisieren. So trat Grothues zu Beginn mit seiner Kollegin Rebecca Könen von der Gelderner "Plug & Play"-Musikschule auf, obwohl ursprünglich Könen nur vor Ort war, um gemeinsam mit Johanna Hachmann als Duo zu spielen. Die Zuschauer bekamen von den Problemen überhaupt nichts mit, im Gegenteil. Sie lobten die lockere Stimmung und die ruhige Musik, die präsentiert wurde. "Hier ist es richtig schön chillig bei super Wetter", sagte Besucherin Meike Michels, die zum ersten Mal beim "Geldernsein" war. "Ich finde es gut, dass auch ruhigere Bands eine Chance bekommen. Besonders für Kinder und Familien ist das hier einfach perfekt."

Dem stimmte auch Bastian Aengenheyster zu, der mit seinen Söhnen den Chillout-Tag besuchte. "Es ist ein richtig schöner Ausklang für das Festival", meinte er, und sein Sohn Mats (6) verriet, was er am liebsten mochte: "Die Musik und die Süßigkeiten" Denn es gab eine große Auswahl an Leckereien an der Theke.

Während die Gelderner Cover-Band "Die kriminellen Elemente" gut gelaunt mitten auf dem Festivalgelände spielte, erschien auch eine ganze Besuchergruppe der Bellini-Seniorenresidenz. Für die zehn Gäste, die teilweise in Rollstühlen kamen, besorgte das Team vom "Geldernsein" direkt zwei Tische, damit sie es sich gemütlich machen konnten. "Ich hab vor ein paar Wochen den Veranstaltungskalender durchgesehen und bin so auf das Festival gestoßen. Da es uns wichtig ist, dass die Bewohner einen Bezug zur Stadt bekommen, haben wir den Ausflug organisiert", erklärte Lara Ballmann vom sozialen Dienst der Bellini-Residenz, die mit sechs weiteren Helfern vor Ort war.

Auch sie fand den Sonntag "richtig schön stimmig, und das Engagement der Verantwortlichen war erstklassig. Die haben sich sofort um uns gekümmert". Den Senioren gefiel es ebenfalls: "Es ist toll, dass wir so zusammen sind, und hier ist es einfach schön".

Über den Tag verteilt waren etwa 400 Besucher beim "Geldernsein Chillout". "Gerade, weil es kein standardmäßiges Festivalprogramm war, konnten wir viele Leute erreichen, die sich sonst nicht angesprochen fühlen", stellte Marcel Grothues fest, und Roger Bruns freute sich: "Das Konzept hat sich richtig bewährt. Die Besucher fanden es gut, und wir haben mehr Menschen erreicht als bisher. Ende gut, alles gut."

Quelle: RP
 
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