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Geldern
Hinter der Bühne - vor dem Spektakel

Geldern: Hinter der Bühne - vor dem Spektakel
Die Band "2nd Edition" beim Soundcheck. Gitarrist Markus Kempkens schlägt ein paar Töne an, Bassist Michael Klatt äußert Änderungswünsche am Mikro, und Sänger Erwin Ophey beobachtet die Szenerie (v.l.). FOTO: Seybert
Geldern. "Lüllingen rockt" war wieder ein Erfolg. Doch so was klappt nur dank viel Vorbereitung und Präzisionsarbeit. Von Monika Kriegel

Eine noch leere Bretterfläche vor der Bühne markiert die Tanzfläche, dahinter herrscht geschäftiges Treiben. "Kommen jetzt schon die Groupies?", scherzt der Bassist der Band "2nd Edition". Ein paar Stunden später wird's hier laut und wild bei "Lüllingen rockt". Aber jetzt, am Samstagnachmittag, laufen die Vorbereitungen für das Open-Air-Spektakel.

"2nd Edition" wird um Mitternacht als letzte Band die Bühne betreten, aber als erste ist die Gruppe mit dem Soundcheck fertig. Sängerin Irene Degens will den Bühnenmonitor vor ihrem Mikro verschoben haben: "Stefan, bitte zehn Zentimeter mehr Bewegungsfreiheit!"

Gemeint ist Stefan Kosmalla, der am Mischpult jenseits der Tanzfläche unter einem weißen Zeltdach schaltet und waltet. Im wahrsten Sinne, denn dort hält der Technikleiter die unterschiedlichen Höhen und Tiefen der einzelnen Instrumente digital fest, damit abends bei erwarteten 1500 Gästen alles gut klingt. Kosmalla gibt auf die Boxen vor den Akteuren auf der Bühne, die "Monitore", je nach Instrument mal mehr, mal weniger Sound. "Mal mehr vom Keyboard, weniger von Bass und Vocal, je nach Song", erklärt der Issumer. Die meisten Musiker werden sich am Abend ohne Ohrstöpsel ganz auf die Akustik aus den Monitoren verlassen.

Auch bei der Beschallung des Publikums ist Kosmallas Ohr gefragt. "Ich habe am Mischpult die beste Position, denn hier trifft sich das akustische Dreieck aus allen Boxen von 20 000 Watt", erzählt der Technikleiter. "Die Bässe stehen gut versteckt links und rechts der Bühne, die mittleren Höhen hängen darüber." Seinen Platz hinter dem Pult teilt er sich mit dem "Lichtmann" Dominic Hausmann.

"Check - one, one, one-two", tönt es über den Platz. Der Krefelder Derek Lipsky mischt alles für seine Band "Sick's Pack". Das dauert eine gute Stunde. Hin und wieder stimmt die Band ein Lied an. Bei "Take on Me" kommen die ersten Akkorde noch recht kratzig aus den Boxen. Derek Lipsky schiebt Regler hin und her, damit der Aha-Song richtig gut rüberkommt.

Im Backstage-Bereich markieren Schilder den Rückzugsraum der drei Bands vor und nach dem Auftritt. Allein acht Gitarren unterschiedlicher Marken bringen die Gitarristen von "2nd Edition" mit. Für den Bassisten reicht ein Instrument mit Ersatzsaiten. An zentraler Stelle stehen Kaltgetränke, Spezialgetränke sind reserviert für die Frankfurter Band "Alex im Wunderland".

Maria Hammans trifft ein - doch noch ein erster Groupie? Immerhin begleitet die Krefelderin "Sick's Pack" bei jedem Auftritt. Aber sie verneint: "Groupie? Nein, ich nicht", und legt Fankarten auf Stehtische. "Ich mache alles drum herum: Karten, Fotos, Fanpost, Homepage betreuen." Sie bleibt bis zum Schluss - zum Arbeiten.

Die Gäste aber haben Spaß und werden am Ende das wieder gelungene "Lüllingen rockt" mit einen letzten "Absacker" an der Theke feiern. "Lüllingen rockt", seit acht Jahren am letzten Samstag der Ferien, ist ein Projekt für's ganze Dorf. Ein enger Kreis des Sportvereins SV Lüllingen plant Auftritte und Abläufe. Viele Lüllinger helfen bei den Arbeiten rundum.

Quelle: RP
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