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Geldern
Immobilie für Hausärztezentrum gesucht

Geldern: Immobilie für Hausärztezentrum gesucht
Dr. Arne Klein- stäuber hat das alte Finanzamt aufgegeben, seine Idee für ein Hausärztezentrum aber nicht. FOTO: seyb
Geldern. Dr. Arne Kleinstäuber hat sein Vorhaben, ein Hausärztezentrum zu eröffnen, nicht aufgegeben. Er sucht nach einer passenden Immobilie, nachdem das alte Finanzamt nun eine Flüchtlingseinrichtung ist. Das Problem: Die Zeit drängt. Von Sina Zehrfeld

Dass er im alten Finanzamt am Mühlenturm ein Haus- und Kinderärztezentrum eröffnen kann, davon hat der Mediziner Dr. Arne Kleinstäuber sich verabschiedet. "Das Gebäude steht dafür nicht mehr zur Verfügung", ist er überzeugt. Zwar ist es zunächst nur bis Februar verbindlich als Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge reserviert. "Aber ich glaube nicht, dass es danach wieder anders genutzt werden kann", sagt Kleinstäuber. Die Flüchtlingsproblematik werde schließlich nicht so einfach enden.

Dennoch hält er an seinem Plan fest, sein Hausärztezentrum in Geldern zu gründen. Die beiden weiteren Praxen, die sich beteiligen wollen, haben ebenfalls nach wie vor Interesse. "Mein Konzept basiert nicht darauf, dass es in dieses Gebäude hineinkommt", betont er: "Es kommen auch andere Immobilien infrage."

Allerdings gebe es dazu bislang nur vage Ideen und eine Reihe von Schwierigkeiten. Benötigt werde ein vorhandenes, leerstehendes Gebäude in möglichst zentraler Lage mit reichlich Platzreserven, das gut erreichbar ist. Die Kosten nötiger Umbauten müssten so niedrig sein, dass sich der Umzug der Ärzte aus ihren vorhandenen Praxen lohnt. Ein Neubau komme auf keinen Fall infrage: Viel zu teuer, versichert Kleinstäuber.

Und: Die Immobilie müsste einigermaßen schnell zur Verfügung stehen. "Wenn das Ganze nicht in den nächsten zwei Jahren in trockenen Tüchern ist, ist es für mich nicht mehr sinnvoll", sagt der Arzt. Das liege an seinen unternehmerischen und persönlichen Perspektiven, begründet er: "Ich werde nächstes Jahr 57. Die Zeit läuft, und die der Kollegen auch", macht er klar. "Mit 60 brauche ich nicht mehr anzufangen, wirtschaftliche Risiken auf mich zu nehmen."

Die Grundgedanken zum Hausärztezentrum: Die beteiligten Mediziner könnten gemeinsam weitere Kollegen im Angestelltenverhältnis beschäftigen. Es wären Teilzeitstellen möglich, Urlaube und flexible Arbeitszeiten ließen sich planen, für Patienten wären komfortable Sprechzeiten möglich. Die Inhaber dürften zudem hoffen, dass ihre Angestellten irgendwann ihre Nachfolger werden. Einzelpraxen in Ortschaften sollen durch Kooperationen ebenfalls profitieren können, meint Kleinstäuber.

Das alte Finanzamt hatte sich wegen seiner Lage, Erreichbarkeit, Parkmöglichkeiten und der Verfügbarkeit angeboten: Das Land wollte eigentlich verkaufen. Kleinstäuber hofft nun, dass die Stadt ihn bei seiner Suche nach einem anderen Domizil unterstützt. Da könne es um Immobilienpreise gehen, um Genehmigungen oder Infrastruktur wie etwa Zufahrtswege.

Von seinen Patienten und anderen Bürgern habe er bislang überwiegend positive Reaktionen erlebt, sagt er. Er wünsche sich, "dass keiner Angst davor hat". Das betreffe auch die übrigen Gelderner Ärzte: Konkurrenz sei nicht zu befürchten. "Wir brauchen alle Kollegen, die da sind", sagt er. "Wir ertrinken alle in Arbeit und wären froh, wenn wir die Perspektive hätten, in zehn Jahren Nachfolger zu finden."

Für das Finanzamt stand auch ein Investor in den Startlöchern, der die oberen Geschosse zum Hotel umbauen wollte. Das war praktisch, sein Projekt sei davon aber unabhängig, sagt Kleinstäuber: "Ich bin an keinen gebunden."

Quelle: RP
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