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Geldern
Jetzt sind fünf Hallen in Geldern gesperrt

Geldern: Jetzt sind fünf Hallen in Geldern gesperrt
Spielbetrieb in der Sporthalle am Westwall. Viele Jahre lang ging das gut. Trotzdem: Die Deckenkonstruktion ist nicht sicher. FOTO: Seybert
Geldern. Der Freizeit- und Schulsport hängt in den Seilen. Vereine und Lehrer sind ratlos. Die Gelderner Stadtverwaltung lässt Kritik nicht auf sich sitzen: Sicherheit gehe vor, besser ließ sich nicht planen oder informieren. Von Sina Zehrfeld

Gelderns Hallensport ist praktisch lahmgelegt. Drei weitere Sportstätten bleiben vorerst geschlossen, weil die Deckenkonstruktionen nicht sicher sind. Es handelt sich um die Turnhallen der Hartefelder St.-Antonius-Schule, der Gelderner Albert-Schweitzer-Schule und der Kapellener Marienschule. Das Ausmaß der Probleme werde noch ermittelt, teilte die Stadt gestern Abend mit. Klar sei nur: Vorerst ist kein Betrieb in den Gebäuden zulässig.

"Schlimm", kommentierte Bürgermeister Sven Kaiser die Entwicklung. "Es ist für den ganzen Schulsport und Vereinssport einfach schrecklich." Nach einer Begutachtung durch die Dekra hatte die Stadt schon am Montag zwei Sporthallen sperren müssen, nämlich die am Westwall und die in Pont. Weitere Gebäude mit ähnlich gearbeiteten Decken wurden vorsorglich dichtgemacht und werden nun nach und nach begutachtet. Es könnten also weitere Hiobsbotschaften folgen.

Der Vorstand des TV Geldern hält heute eine Krisensitzung. Viel wird's nicht helfen, weiß der Vorsitzende Frank Petroschinski. "Wir warten die Untersuchungen der Stadt ab, um zu wissen, was wir alles streichen oder umschichten müssen, Bis dahin hängen wir in der Luft und haben bei allen betroffenen Abteilungen die Trainings eingestellt."

Elisabeth Schmitz vom VfL Pont darf mit einigen Gruppen in den Turnraum der Kita. Aber die Volleyball-Abteilung, "die steht jetzt auf der Straße", fürchtet sie, "das fällt wohl leider Gottes ins Wasser".

Für die Fleuth-Realschüler, die am Westwall unterrichtet werden, fällt der Sportunterricht erstmal aus. "Ich sehe da keine Alternative", sagt Schulleiter Wilfried Schönherr. An der Fleuth könne man noch Außenanlagen nutzen, "aber das können wir am Westwall nicht". Die Suche nach Ausweichmöglichkeiten fange gerade erst an.

Die zunächst vorsorglich gesperrten Hallen werden von den Dekra-Prüfern bis zum Ende der Woche abgeklappert. Danach folgen noch bis zum 18. März alle noch "unverdächtigen", größeren Sporthallen in Geldern; insgesamt 15 Stück. Am Vorgehen der Stadtverwaltung ist auch Kritik lautgeworden. "Die Entscheidung trifft die Schulen und Vereine wie ein Blitz aus heiterem Himmel", beklagt Eugen Brück, Vorsitzender des TTC Blau-Weiß Geldern-Veert. Ein Kampfsport-Wochenend-Lehrgang mit rund 100 Teilnehmern sei obdachlos, Heimspiele könnten nicht stattfinden. "Warum konnte man die Überprüfung der Hallen nicht auf Ende April schieben?", fragt Brück. Dann wäre die Hallensport-Saison vorbei. Und warum könnten die Begehungen nicht übers Jahr verteilt werden?

Das wäre unverantwortlich, hält die Stadt dagegen. Wegen möglicher Gefahren sei die Prüfung so schnell wie möglich anberaumt worden. Da habe man auf Spieltermine keine Rücksicht nehmen können, so Sprecher Herbert van Stephoudt: "Was wäre, wenn bei so einem Turnier ein Deckenteil runterkommt?"

Quelle: RP
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