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Straelen
Junges Trio begeistert Zuhörer auf Haus Eyll

Straelen. Zum 16. Konzert auf Haus Eyll begrüßte Alexander Voigt vom Kulturring Straelen trotz der Regengüsse ein großes Publikum. Wer den Weg in die historische Scheune gefunden hatte, wurde reich belohnt. Zum fünften Mal folgte der Kulturring der Empfehlung von Professor Dr. Werner Lohmann von der Musikhochschule Köln. Drei junge Künstler wurden gewonnen. Die 19-jährige Judith Stapf (Violine) ist Stipendiatin zahlreicher bedeutender Stiftungen. Der 23-jährige Marc Christian Gruber (Horn) ist mehrfacher Preis- und Sonderpreisträger bei "Jugend musiziert". Zeynep Artun-Kircher (Klavier) ist an der Musikhochschule Köln und Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf als Korrepetitorin tätig. "Ich wollte weder dem Mainstream folgen noch abschreckend Ungewöhnliches bieten", meinte Lohmann zur Auswahl dieses Trios, das sich CorDa nennt (Cor = Horn und Corda = Saite, also Geige und Klavier). Von Liss Steeger

Schon die Uraufführung von Beethovens Hornsonate op. 17 in F-Dur war ein rauschender Erfolg. Auf einen fanfarenhaften Einstieg antwortete das Klavier mit galanter Figuration. Das lapidar scheinende Hauptthema des Satzes entfaltete sich auf bravouröse Weise. Das Adagio war eine Art langsames Intermezzo vor dem Finale, dessen Charme sich das fordernde Horn und das fröhliche Klavier brüderlich teilten und ein Feuerwerk an virtuosem Dialog abbrannten.

Auch die Geige erwärmte an diesem verregneten Nachmittag die Herzen der Zuhörer. Voller Konzentration ließ Judith Stapf den Bogen über die Saiten tanzen. Bei Mozarts Violinsonate B-Dur Kv 378 waren die Themen gleichberechtigt unter den beiden Instrumenten aufgeteilt. Es war wie ein Hindernislauf, bei dem jeder mal vorne ist. Diese Interaktionen machten den Reiz des Stückes aus. Mozarts Galanterie, Eleganz und Ausdruck gaben die beiden Spielerinnen perfekt wieder.

Auf einem seiner Waldspaziergänge ist Johannes Brahms das Thema des Trios op. 40 eingefallen. Eine zunächst unscheinbare Melodie, die immer größere, gleichsam konzentrische Kreise der Melodik bildet und romantisches Naturerleben widerspiegelt.

Voller Inbrunst beherrschte das Trio seine Instrumente, Einsätze und Tempiwechsel. Diese als eine der klangschönsten Kammermusiken des 19. Jahrhunderts geltende Kombination eines Horns mit Violine und Klavier war gleichsam Höhepunkt und Abschluss eines Konzertes, das vom Publikum am Ende mit sehr starkem Applaus bedacht wurde.

Quelle: RP
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