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Geldern
Kostenexplosion: Planer und Stadt verteidigen sich

Geldern. Nachdem die erwarteten Kosten für die Innenstadt-Erneuerung in Geldern in die Höhe geschnellt sind, verteidigt das beauftragte Planungsbüro "Junker und Kruse" seine Kostenkalkulation. "Wir haben da alles richtig gemacht", sagt Rolf Junker auf Anfrage. "Wir haben normale Kostensätze angesetzt, die bei Straßenumbauten anfallen." Und zwar 150 Euro pro zu sanierendem Quadratmeter. Das sei auch die von Bund und Land gesetzte Obergrenze für diesen Wert: "Mehr wäre gar nicht förderfähig", so Junker.

Wie berichtet hat die Politik das "Integrierte Handlungskonzept" vorerst gestoppt. Allein die ersten vier geplanten Baumaßnahmen sollen nun nämlich mehr als 2,9 Millionen Euro kosten statt, wie gedacht, knapp 1,06 Millionen Euro. Probebohrungen hatten ergeben, dass der Unterbau der Straßen zur Sanierung komplett ausgetauscht werden müsste. Das seien "Entwicklungen, die bezogen auf die Zahlen relativ dramatisch sind, aber nicht vorherzusehen waren", so Junker. Als Planungsbüro könne man den Zustand des Fahrbahn-Unterbaus nicht kennen und nicht prüfen.

Das Büro Junker und Kruse begleitet nach eigenen Angaben seit etwa fünf Jahren in bislang rund 20 Städten Integrierte Handlungskonzepte, vornehmlich in Nordrhein-Westfalen. Zurzeit ist das Unternehmen unter anderem in Leverkusen, Kranenburg, Mettmann, Kalkar und einigen Städten im Kölner Raum damit befasst. Einen vergleichbaren Fall wie den in Geldern habe man in anderen Städten noch nicht erlebt.

Auch die Fachleute bei der Stadt Geldern verteidigen ihre Vorbereitungsarbeit. Zuständig waren dabei seinerzeit das Tiefbau- sowie das Bau- und Planungsamt. Man habe nicht vorhersehen können, dass der Untergrund der Straßen nicht mehr für den Ausbau geeignet sein würde, heißt es dort. Das sei tatsächlich erst mit den Probebohrungen deutlich geworden. Auch müsse man das verlangte Prozedere beim Integrierten Handlungskonzept bedenken: Zur Kosteneinschätzung werden Vorhaben nur grob umrissen. Erst später, wenn die Förderbehörde das so weit abgesegnet hat, gibt es konkrete Berechnungen. Und nicht zuletzt seien auch noch Projekte nachträglich hinzugefügt worden, die somit nicht eingerechnet waren.

Man werde für alle angedachten Maßnahmen nun in Abstimmung mit Bezirksregierung und Politik Prioritäten setzen.

(szf)
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