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Wachtendonk
Lebendige Erinnerung an den schlimmen Krieg

Wachtendonk: Lebendige Erinnerung an den schlimmen Krieg
Hans Druyen stellt sein Buch "Der weite Weg zum Frieden"vor. Im Vordergrund die Tagebucheintragungen seines Vaters. FOTO: Markus van Offern
Wachtendonk. Die Tagebücher des Wankumers Johannes Druyen dokumentieren die schreckliche Zeit im Zweiten Weltkrieg. Sein Sohn Hans hat sie zur Dokumentation "Der weite Weg zum Frieden" verarbeitet. Von Alina Schrievers

Der Zweite Weltkrieg, eine grausame Zeit, über die heute nicht mehr viele Bescheid wissen. Um die jungen Menschen über diese Zeit zu informieren und ihnen die Grausamkeit des Krieges vor Augen zuführen, hat der Wankumer Hans Druyen eine Dokumentation geschrieben. "Der weite Weg zum Frieden" heißt das Buch.

"Ich habe damals zufällig die alten Kriegstagebücher meines Vaters gefunden", sagt Hans Druyen. Diese hat er zum Anlass genommen, um daraus eine Dokumentation zu verfassen. Sein Vater, Johannes Druyen, wurde am 22. Januar 1908 in Wankum als jüngstes von acht Kindern geboren. Er musste 1940 in den Kriegsdienst. Zu dieser Zeit war er bereits junger Familienvater und lebte mit seiner Ehefrau Maria und den beiden Kindern im sechs Monate alten Eigenheim. Wie schwer es für ihn gewesen sein muss, in den Kriegsdienst zu gehen, zeigt die Tagebucheintragung: "Da die Wehrmacht auf mich nicht verzichten wollte, rief sie mich am 30. April 1940 zum Wehrdienst. Es sollten für mich lange Jahre von Entbehrungen, Strapazen, Hunger und Verwundungen werden. Den Stellungsbefehl bekam ich schon einige Wochen vorher, damit ich mich auf meinen neuen Lebensabschnitt vorbereiten konnte. Nachmittags, gegen 15.30 Uhr, bestieg ich schweren Herzens und mit gemischten Gefühlen den Omnibus der Niag in Wankum, um mich dem Kreiswehrkommando in Moers zu stellen."

Ziel der Dokumentation sei, dass die Menschen sich mit der Vergangenheit beschäftigen und die damalige Zeit nicht vergessen, so Hans Druyen. Sein Vater hat in seinem kleinen Tagebuch jeden Tag seines Kriegsdienstes festgehalten. "Egal ob bei Schnee, bei Regen oder im Matsch, er hatte sein Tagebuch immer bei sich", berichtet der Sohn.

Der erste Teil des Buches besteht nicht nur aus den Tagebucheinträgen seines Vaters. Hans Druyen hat Bilder, Ergänzungen und Kommentare hinzugefügt, damit das Werk den rein familiären Aspekt verliert.

Der zweite Teil der Dokumentation handelt vom Kriegsablauf in Wankum von 1939 bis 1945. "Es wird von der ersten Bombe bis hin zum Einmarsch der Amerikaner berichtet", erklärt Hans Druyen.

Mit der Recherche begonnen hat der 79-Jährige Mitte 2013 und ab Mitte 2014 mit dem Schreiben. Seine Informationen hat er aus dem Militärarchiv in Freiburg, aus dem Wast-Archiv in Berlin, aus dem Internet sowie natürlich aus den Tagebüchern seines Vaters. Ziel war immer, das Buch 70 Jahre nach Kriegsende und zu seinem 80. Geburtstag zu veröffentlichen. Das wird allerdings nicht mehr funktionieren. Druyen feierte nämlich gestern Geburtstag, die Veröffentlichung soll Anfang 2016 erfolgen.

Familie Druyen war von der Idee, die Tagebücher zu veröffentlichen, sehr begeistert, da diese die Erinnerung an den Vater lebendig halten. Man kann ebenso sagen, dass das Buch auch ein Stück weit ein kleines Familienprojekt ist, denn für die Layout-Gestaltung ist Sohn Günter Druyen verantwortlich und für das Eingeben der Texte in den Computer sein Sohn Bernd Druyen.

Das Buch wird von dem Geschichtskreis Wankum herausgegeben und ist unter anderem in Buchhandlungen sowie in Banken, Geschäften und der Tankstelle in Wankum und Wachtendonk erhältlich.

Hans Druyen wurde am 30. September 1935 in Wankum geboren. Er ist verheiratet und hat vier erwachsene Kinder und auch schon sechs Enkelkinder. Nach seiner Mittleren Reife hat er eine Lehre als Betriebsschlosser absolviert. Anschließend hat er Maschinenbau an der Fachhochschule Koblenz studiert.

Er ist Mitglied in zahlreichen Vereinen: des TV Wankum/ TSV Wachtendonk-Wankum, des Männergesangvereins "Cäcilia" 1853 Wankum und des Geschichtskreises Wankum.

Quelle: RP
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