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Kerken
Mit Aktion "Toter Winkel" sicher unterwegs

Kerken. Lastwagen- und Busfahrer haben ein eingeschränktes Sichtfeld. Angebot an alle Schulen im Kreis Kleve. Von Antje Seemann

Für alle Autofahrer ist das Wissen um den sogenannten toten Winkel eine Selbstverständlichkeit. Dass man beim Fahren einen kleinen Bereich nicht sehen kann, lernen die Führerscheinanwärter spätestens in der Fahrschule. Viele Kinder hingegen wissen nicht, dass Autofahrer und besonders Lkw- und Busfahrer nicht in jeder Sekunde komplett im Blick haben, was im Verkehr um sie herum passiert.

Seit acht Jahren engagiert sich die Firma Jochims-Transport aus Kerken in der Aktion "Toter Winkel". Die soll Schulkinder über die Besonderheiten aufzuklären, mit denen Lkw- und Busfahrer zu tun haben. "Vielen Schüler fahren zum Beispiel mit dem Fahrrad rechts am Bus vorbei, obwohl der gerade rechts abbiegt. Die denken, dass der Fahrer sie sieht", sagt Geschäftsführer Paul Jochims. Angefangen hat er in Grundschulen in Krefeld, später Mönchengladbach und auch im Gelderland.

Erst unterstützte die Polizei im Kreis Kleve die Aktion noch, schickte Polizisten in Grundschulen, klärte die Dritt- und Viertklässler über die Theorie zum toten Winkel auf. Dann übernahm der Fuhrparkleiter Thomas Deckers von Jochims-Transport. Der ließ die Kinder vorne im Lkw sitzen, damit sie sich selbst vom Sichtfeld des Fahrers ein Bild machen konnten.

In anderen Kommunen ist die Polizei immer noch dabei, hier allerdings nicht mehr. "Leider hat die Polizei in Kleve das Budget dafür abgeschafft", bedauert Jochims. Weitermachen will er aber trotzdem mit der Aktion: "Ich bin Kerkener und gerade hier will ich so viel wie möglich dafür tun, um solche Unfälle zu verhindern."

Gerade erst hat er zusammen mit der St.-Petrus-Grundschule in Aldekerk die Aktion in Eigenregie durchgeführt. "Jetzt müssen eben die Lehrer die Schüler theoretisch vorbereiten." Die Schulleiter in Kerken würden die Aktion gerne beibehalten wollen, erzählt er. Gerade in Aldekerk gebe es durch die B 9 und das Baugebiet aktuell mehr Lkw-Verkehr. Außerdem will er auch andere Schulen ermutigen, sich bei der Aktion zu beteiligen. Den Lkw und den Mitarbeiter stellt die Firma nach wie vor kostenlos für den Tag zur Verfügung. "Grundsätzlich kann jede Schule mitmachen. Der Schulhof muss nur groß genug sein, dass unser Lkw darauf kann." Interessierte Schulen aus dem ganzen Kreis Kleve können sich melden bei dem Fuhrparkleiter Thomas Deckers per E-Mail an thomas.deckers@jochims-transporte.de oder telefonisch unter 02831 991464.

Quelle: RP
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