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Geldern
Pfingstkirmes schickt Besucher in luftige Höhen

So schön war die Pfingstkirmes 2017 in Geldern
So schön war die Pfingstkirmes 2017 in Geldern FOTO: Gerhard Seybert
Geldern . "Wollt ihr noch mehr?" Auch dieses Jahr sind dem Lockruf der Gelderner Pfingstkirmes tausende Niederrheiner gefolgt. Etliche Gelderner ließen sich nicht mal vom zwischenzeitlichen Starkregen davon abhalten, die Schleuderprogramme zu testen. Auch wir haben uns in die Höhe gewagt. Ein Erlebnisbericht.  Von Anne Klatt

Mehr als 160 Schausteller sorgen über vier Tage hinweg dafür, dass die Besucher eine breite Auswahl sowohl an kulinarischen Köstlichkeiten vorfinden, aber auch etliche Möglichkeiten, diese im Magen ordentlich durchzuschütteln.

Während die Klassiker wie der "Break Dancer" oder der "Rock Express" ein bisschen zur Kirmes-Erziehung eines jeden dazugehören, locken die Veranstalter auch mit jährlich wechselnden Geräten. Dieses Jahr feierten gleich sechs Schausteller ihre Premiere auf der Gelderner Pfingstkirmes. Das war Anlass genug, in einem Test die sechs Neulinge auszuprobieren. Willkommen zu meinem Rundgang über die Pfingstkirmes.

Gleich geht es hoch hinaus: Die todesmutige RP-Test-Pilotin Anne Klatt hebt ab im "Infinity". Ab in 65 Meter Höhe bei Tempo 125. FOTO: Heinz Spütz

In einer konzentrierten Vorbereitungsphase musste natürlich zunächst eine Reihenfolge ausgeklügelt werden, die dem Magen mit Hinblick auf die vier Fahrgeschäfte die meiste Erholung bieten würde. Nach jahrelanger Schleuderprogrammabstinenz sollte ja niemand überfordert werden.

Also hieß es als erstes "Stillgestanden!" für Alpha 1. Die Attraktion die im Jahr 1978 geboren wurde, besteht aus einer Scheibe, an deren Außenrändern käfigartige Kabinen angebracht sind. In einer dieser Kabinen stehend, ließ ich nach und nach die Zentrifugalkraft der immer schneller und senkrechter rotierenden Scheibe auf mich wirken – ein Erlebnis, was im Jahr 2017 genau so viel Spaß macht wie 1978.

Da lernt man Leute kennen! Anne Klatt mit einem netten Wachmann am Chaos Airport ... FOTO: Klatt

Fahrgeschäft 1 geschafft, körperlicher Zustand: top.

Guter Dinge geht es direkt weiter, jetzt will ich hoch hinaus. Infinity jagt uns bei 125 kmh in 65 Meter Höhe. Ein atemberaubendes Geldern Panorama (auf dem Kopf) ist dabei inklusive. Tatsächlich macht die Fahrt in dieser offenen Gondel richtig Spaß, man darf nur im Anschluss nicht allzu viel Wert auf seine Frisur legen.

... und einem netten Skelett an der Geisterbahn. FOTO: Anne Klatt

Körperlicher Zustand ist immer noch gut, trotzdem möchte ich meinem Magen eine kleine Auszeit gönnen.

Zeit für das Laufgeschäft Chaos-Airport. Von einer reizenden Stewardess begrüßt, geht es durch ein Labyrinth von Kofferwagen, Kippfeldern und Besen durch einen kleinen Flughafenparcour. Auch die Sicherheitskontrolle darf da natürlich nicht fehlen. Unbedingt: Zum Schluss die Emergency-Rutsche runtersausen!

Genug pausiert, die nächste Station der Tour heißt Big Spin. Eine vielarmige Krake schleudert die Insassen in ihren Sitzen umher. Klingt chaotisch, ist aber hochgradig unterhaltsam. Die freundliche Dame am Mikro fragt nochmal in die Runde, ob wir denn wüssten, "worauf ihr euch da eingelassen habt!?" So richtig wusste das natürlich keiner. Schnelle, unvorhersehbare Drehungen und ein rhythmisches Auf und Nieder - alles was das Schleudergangherz begehrt, bietet dieses Gerät.

Körperlicher Zustand: erschreckend gut.

Weil ich gerade so in Schwung bin, lege ich direkt nach und stelle mich für eine Fahrt auf dem Propeller an. Kurzer Gesichtscheck der Menschen, die eine Fahrt hinter sich haben: ich sehe kein Gesicht mit Grünstich, ich bin beruhigt. Beim Propeller gibt es eigentlich nichts, was sich nicht dreht. 40 Meter hoch werden wir in einer Gondel an einem schmalen Steg gewuchtet, selbstverständlich rotieren die Elemente der Gondel bei 90 kmh auch alle nochmal. Ein gutes Gerät also, wenn man für ein paar Minuten überhaupt nicht mehr wissen will, wo oben oder unten ist. Während der Fahrt hatte ich Glück und konnte für zwei Sekunden über die Dächer der Stadt schauen. Es blieb sogar noch Zeit "Oh, wie schön!" zu denken, bevor das Geschleudere fröhlich seinen Lauf nahm.

Körperlicher Zustand: gut, aber man sollte nicht zu viel vorher essen.

Last but not least: Die Geisterbahn "Scary House". Nichts für schwache Nerven ist diese Fahrt vorbei an Skeletten, Zombies und denen, die es noch werden wollen. Dank langjähriger Gruselfilmerfahrung schaffen es nur die menschlichen Gruselgestalten der Geisterbahn mich zu erschrecken. Aber dafür dann ordentlich.

Abschließend stelle ich fest, dass die Gelderner dieses Jahr viel Gelegenheit haben, ihre Stadt von oben zu bewundern. Wer das nicht unbedingt kopfüber und mit umgedrehten Magen möchte, wird mit dem Riesenrad glücklich. Definitiv kommt bei der Pfingstkirmes wirklich jeder auf seine Kosten, ob gemütlich oder im Schleudergang.

 
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