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Geldern
So wird Gelderns Innenstadt umgebaut

Geldern: So wird Gelderns Innenstadt umgebaut
Die Heilig-Geist-Gasse und die Kapuzinerstraße werden als eine der ersten Baumaßnahmen in Angriff genommen. FOTO: Seybert, Gerhard (seyb)
Geldern. Das "Integrierte Handlungskonzept" für Geldern: Was bewirkt das, wer entscheidet das, wer bezahlt das, und was soll das Ganze? Das Gesicht der Stadt wird verändert. Und die Bürger sollen die Weichen stellen, wohin die Reise geht. Von Sina Zehrfeld

Der Begriff "Integriertes Handlungskonzept" ist ja reichlich sperrig. Die meisten wissen: Das ist ein Städtebau-Konzept, für das es öffentliche Fördermittel gibt. Und: Die Bürger sollen irgendwie dabei mitmischen.

Obwohl schon lange daran geplant und getüftelt wird, sieht man im Stadtbild wenig davon, sagt Torsten Schneider, der Projekt-Koordinator der Stadt Geldern. "Das liegt einfach daran, dass wir die konzeptionelle Planung mit den Bürgern erarbeiten müssen", sagt er. Der gewünschte Effekt sei, dass möglichst viele Menschen das Gefühl entwickeln: "Hey, das ist das, was wir gewollt haben. Das tragen wir mit." Und das dauert.

Das Harttor könnte wieder als "Stadttor" hergerichtet werden. Stichwort: "Geschichte erlebbar machen". FOTO: Seybert, Gerhard (seyb)

Geld, Zeit, und Raum Das "Integrierte Handlungskonzept" dreht sich um den Bereich innerhalb der alten Stadtbefestigung Gelderns. Das heißt: Es geht auf jeden Fall um die Region innerhalb der Wälle und teilweise auch darüber hinaus.

Das Projekt hat ein Investitionsvolumen von rund 8,34 Millionen Euro. Wie viel Geld auf jede Maßnahme entfällt, ist nicht ganz festgezurrt. Ein großer Teil der 8,34 Millionen wird vom Land bezahlt. Wie viel genau, ist noch offen. Das Land zahlt nämlich 60 Prozent aller so genannten "zuwendungsfähigen Kosten". Nicht "zuwendungsfähig" sind zum Beispiel bestimmte Ingenieurleistungen oder Kosten für den Bau von Parkplätzen. Auch Anliegerbeiträge werden rausgerechnet. Es gibt also viele Stellschrauben, die den Anteil des Landes an den Gesamtkosten beeinflussen.

Aus dem Gesamtpaket der Planungen werden jetzt Jahr für Jahr einzelne Projekte "angemeldet", damit die Fördermittel dafür Stück für Stück bewilligt werden. Zum Teil ist das auch schon passiert, es sind bereits Gelder geflossen.

Das Areal rund um den Mühlenturm soll wieder als "parkähnliche Anlage" wahrgenommen werden. FOTO: Seybert, Gerhard (seyb)

Ursprünglich wollte man 2019 mit allen Umbau-Maßnahmen fertig werden. Inzwischen rechnet man mit ein, zwei Jahren mehr.

Am weitesten sind die so genannten "Vorbereitenden Planungen" vorangeschritten. Dabei können die Bürger an unterschiedlichen Stellen mitwirken.

Die Fußgängerzone Issumer Straße mit Blick auf den Marktplatz. Wie sich das Gesicht der Innenstadt nach und nach verändert, sollen die Bürger selbst bestimmen. Der erste Schritt ist ein Workshop "Gestaltung Innenstadt" am 11. März. Jeder, der sich einbringen will, ist dort willkommen, sagt die Stadt. FOTO: Gerhard Seybert

Gestaltung Innenstadt Die Bürger sind aufgerufen, ein "Regelwerk" aufzustellen, an dem sich Veränderungen in der Innenstadt in Zukunft orientieren sollen. Also: Wie soll die Beleuchtung aussehen, wie die Pflasterung, wie Straßengrün, Sitzgelegenheiten und so weiter? "Damit werden wir den Auftakt machen für die Öffentlichkeitsbeteiligung", sagt Projektkoordinator Torsten Schneider. Am Freitag, 11. März, werden drei für jeden zugängliche Workshops abgehalten, die sich unter der Begleitung von Fachleuten mit unterschiedlichen Schwerpunkten befassen. "Die komplette Bürgerschaft Gelderns ist eingeladen", so Schneider.

Marketing Eine Homepage soll erklären, was in Geldern in Sachen "Handlungskonzept" gerade passiert. Gleichzeitig soll das gesamte Image der Stadt aufpoliert werden, daran arbeitet ein externes Büro.

Verkehrskonzept und Gestaltungsideen Es wird untersucht, wie viel Verkehr die Innenstadt in Zukunft verpacken muss. Teil der Planung ist die Verlegung der B 58 auf die Stadtkerntangente, die "B 58 n", am Seehotel vorbei. Das Ganze soll in detaillierte Vorschläge münden: Braucht man im Bereich der Wälle in Zukunft eher Ampeln oder eher Kreisverkehre? Wie könnten "Eingangssituationen" aussehen, etwa am Kapuziner-Tor oder am Harttor? Damit hängt auch zusammen, wie auf lange Sicht Freiflächen oder Radwege angelegt werden.

Quelle: RP
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