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Goch
Abkühlung vor dem heißen Wochenende

Goch: Abkühlung vor dem heißen Wochenende
Gocher Schüler testeten bereits am Freitagmittag die Wassertemperatur mittels eines wagemutigen Selbstversuchs. FOTO: GOTTFRIED EVERS
Goch. Ob "Hitzefrei" oder nicht: Nach der letzten Unterrichtsstunde traf sich Gochs Jugend gestern im Naturfreibad von Goch Ness. Ab dem Mittag war die Luft so heiß, dass 17 Grad kaltes Wasser eine willkommene Abkühlung bot. Von Anja Settnik

Bei 30 Grad Hitze lässt man alkoholhaltige Cocktails besser weg - zumindest bis zum frühen Abend. Die Badegäste, die sich gestern in den Schwimmbädern der Region und eben auch im Naturfreibad des GochNess einfanden, hatten auch mit zahmen kühlen oder lauwarmen Getränken genügend Spaß. Erstaunlich viele Tapfere stürzten sich ins 17, 18 Grad kalte Wasser und ließen sich von den zurückhaltenderen Kumpels bewundern. Gut möglich, dass einige blieben, bis die "Bar Muda" gegen 17 Uhr öffnete. Andere radelten genau zu diesem Anlass Richtung Kessel.

Denn mit dem aufgemotzten Strandbereich haben die Stadtwerke als Betreiber der Bäder eine Marktnische gefunden. Zumindest bei gutem Wetter, das allerdings hierzulande häufig nicht länger als zwei Tage am Stück bleibt, kommt die Bar mit ihren Lounge-Möbeln aus rohen Europaletten gut an. Lara aus Kleve hat den ersten Abend in der "Bar Muda" schon genossen. "Ich fand's schön, obwohl ich mir's anders vorgestellt hatte. Ich hatte mit lauterer Musik und mehr Tänzern gerechnet", erzählt sie. Statt dessen sei bei den Gäste wohl eher "Chillen" angesagt gewesen.

Das bestätigen Andreas, Karl, Alexander, Lisa und Fabian. Die meisten von ihnen sind "interne" Gaesdoncker Schüler, also quasi darauf angewiesen, dass im Nahbereich ihrer Internatsschule etwas los ist. "Mit einem Bier in so einem Sessel zu hängen, aufs Wasser zu gucken und Musik zu hören ist schon sehr entspannend", sagt Karl. Wobei die Schüler die loungige "Deep House"-Berieselung eher nicht selbst ausgesucht hätten, wie sie sagen . . . Die Jungs machen gerade ihr Gaesdonck-typisches Sozialpraktikum, kümmern sich tagsüber um alte Menschen, Nichtsesshafte oder Kindergartenkinder - da gönnt man ihnen unbeschwerte Sommerstunden umso mehr.

Nicht nur Jugendliche sind einverstanden mit dem Sommerbeginn. Marion Litjes zum Beispiel war mit ihrer dreieinhalbjährigen Tochter Mara und deren Freundin Sophia am Strand von GochNess. Gegen das Bibbern nach dem Bad im knieflachen Nichtschwimmerbereich halfen Kapuzenhandtücher, Schirmmützen hielten die aggressive Sonne ab. Dennoch war klar, dass die drei nicht lange bleiben würden, denn der Hitze war nur schwer zu entkommen. "Aber es ist toll hier, und ich finde klasse, dass man nicht weiter fahren muss, um es schön zu haben", lobt die junge Mutter.

Bart Jansen aus der niederländischen Nachbarschaft hat sich mit seiner Frau in den Schatten eines der großen Bäume verzogen. "Hier halten wir es eine Weile aus. Und meine Frau möchte unbedingt bleiben, bis die Bar öffnet", erzählt der 58-Jährige.

Sechs Euro für einen Cocktail muss er dann zahlen. Aber dafür hat der Eintritt ins Naturfreibad ja nur 2,50 Euro pro Nase gekostet. Da sind vielleicht sogar noch ein paar Nachos drin.

Quelle: RP
 
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