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Goch/Kevelaer
Alte Mühle mit neuen Ferienwohnungen

Goch/Kevelaer: Alte Mühle mit neuen Ferienwohnungen
In den Appartements herrscht modernes Design vor. Bernd und Ruth Opgenhoff gefällt dieser schicke Stil. FOTO: Seybert, Gerhard (seyb)
Goch/Kevelaer. In nur anderthalb Jahren haben Bernd und Ruth Opgenhoff aus der alten van de Braakschen Windmühle von 1860 ein Feriendomizil gemacht. Sechs Appartements sind unweit vom Irrland entstanden. Und eine Sonnenterrasse. Von Bianca Mokwa

In Sichtweite sind Palmen, der Blick von der Sonnenterasse geht direkt zum Kolosseum, dabei ist das Ortschild Twisteden nur wenige Meter entfernt.

Bernd und Ruth Opgenhoff genießen die Sonne und den kurzen Moment der Ruhe. Ansonsten war anderthalb Jahre "Rushhour". So beschreibt Ruth Opgenhoff den Zustand, der am Ortsrand Twistedens herrschte. Die Zeit hat das Ehepaar genutzt, um aus der Mühle von 1860 ein Feriendomizil zu machen. Der Erlebnisbauernhof Irrland mit der Nachbildung des Kolosseums ist nur einen Steinwurf entfernt, genauso der mit Palmen gesäumte Kreisverkehr.

Der Blick geht nach oben. Die Mühle hat endlich wieder Flügel. Dass die dazu gehören, war für das Ehepaar immer Ehrensache. Weil die alten verschwunden waren, wurden neue angefertigt. "Zwei Wochen, zwei Personen, tolle Arbeit", lobt Bernd Opgenhoff das Ergebnis. Drehen werden sich die Flügel allerdings nie. "Aus versicherungstechnischen Gründen, weil wir ja auch Gäste haben", erklärt Ruth Opgenhoff.

Um die Gäste geht es. Unter der 480 Quadratmeter großen Sonnenterrasse befinden sich die neu entstandenen Appartements. Sie sind einmal rund um den Mühlenturm angelegt. Bernd Opgenhoff erinnert daran, wie sie entstanden sind. "Ich habe mit Kuchendeckeln angefangen zu zeichnen", sagt der 51-Jährige. Viele Vorlagen hat er weggeschmissen. "Es brauchte viel Vorstellungskraft", bestätigt seine Frau. Denn außer dem heruntergekommenen Mühlenturm gab es nichts.

Fünf Appartements schmiegen sich nun um den Turm. Jedes hat seine eigene kleine Terrasse und ein Stück Grün. Modern sind die Appartements eingerichtet, mit Boxspringbetten, Spülmaschine und stylishen Lampen.

Die Anbauten und die Sanierung des alten Turms sind alle in Eigenleistung entstanden. Es wurde ein Familienprojekt. Sohn Mathis packte in den Ferien und an den Wochenenden mit an, Tochter Carina war in der Hauptsache für die Inneneinrichtung verantwortlich.

Von der Sonnenterrasse, auf der demnächst Loungemöbel und Strandkörbe stehen, führt eine Treppe hinunter in den Turm. Er bildet das Zentrum. An der Wand sind die alten Mauerstücke zu sehen. Einen Gegensatz dazu bildet ein silberfarbener Hirschkopf, der an der Wand prangt. Vom Turm gehen die einzelnen Appartements ab. Das Ehepaar öffnet die Tür zum Appartement mit dem Namen "Haferhimmel". Vier Personen haben hier Platz. Die Bäder sind übrigens alle ohne Stolperstufen in der Dusche. "Wir können uns vorstellen, später eine Alten-WG mit Freunden zu gründen", wagt das Ehepaar einen Blick in die Zukunft. Vier Appartements bieten Raum für vier Leute, eines für sechs. Acht Leute haben im alten Müllerhäuschen Platz. Das steht neben der Mühle und hat eine offene, moderne Küche und zwei Badezimmer zu bieten. Auch hier trifft alt auf modern.

Bis die ersten Gäste einziehen, dauert es aber noch ein wenig. "Vier Wochen brauchen wir noch", sagt Ruth Opgenhoff und wirft einen Blick nach draußen. Der Rollrasen muss noch gelegt werden. Ein Trampolin wird demnächst aufgestellt, und ein kleiner Kinderspielplatz soll das Feriendomizil komplett machen. Für die Eltern soll zum Ende des Jahres eine Sauna entstehen.

Ab Ostern soll es richtig los gehen, mit dem Vermieten. Für Bernd und Ruth Opgenhoff steht aber jetzt schon fest, anderthalb Jahre "Rushhour" haben sich gelohnt. Jeder Fahrradfahrer, der vorbeifuhr und den Daumen hob, war ein weiterer Motivationsschub. "Wenn ich um die Ecke zur Mühle fahre, da geht mir das Herz auf", sagt Ruth Opgenhoff und lächelt.

Quelle: RP
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