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Goch-Asperden
Das Mittelalter regiert auf Graefenthal

Goch-Asperden: Das Mittelalter regiert auf Graefenthal
Auch eine Schlacht wurde auf dem Klostergut Graefenthal spätmittelalterlich nachgestellt. FOTO: Gottfried Evers
Goch-Asperden. Eine Reise in die Vergangenheit in Asperden: Bereits zum vierten Mal verwandelte sich das Kloster für ein Wochenende in ein spätmittelalterliches Dorf. Handwerker und Ritter zeigten dabei den zahlreichen Besuchern ihr Können. Von Natalja Bruck

Sogar mittelalterliche Ritter brauchen schon einmal Regenschirme. Jedenfalls, wenn das Wetter entgegen aller Vorhersagen nicht mitspielt und am Eröffnungstag heftige Regenmassen vom Himmel fallen lässt. Auch einige der kleinen Besucher waren von Kopf bis Fuß in bunte Regenkleidung gehüllt und trotzten so dem Wetter.

Die wenigen kleinen Ausflüge in die Neuzeit taten dem mittelalterlichen Gesamteindruck jedoch keinen Abbruch. Liebevoll und bis ins Detail genau hatte das Team des Klosters Graefenthal gemeinsam mit den Ausstellern eine Reise in die Vergangenheit ermöglicht. Ein mittelalterliches Zeltlager mit Handwerkern und Rittern ließ die Besucher echtes Mittelalter erleben, bis hin zu den freilaufenden Hühnern, die zwischen den Zelten nach Nahrung pickten.

Für die Kinder waren zahlreiche Spielmöglichkeiten wie Bogenschießen und ein Strohspielplatz aufgebaut, wer eine kleine Pause brauchte konnte zwischendurch am offenen Feuer Stockbrot backen. Spielleute und Gaukler unterhielten die Besucher mit Musik und akrobatischen Darbietungen.

Schmiede - und Holzhandwerk hatten seinen Platz zwischen Ständen mit mittelalterlicher Kleidung und Getränken, auch ganz authentisch aus dem Horn getrunken. Wer ein wenig lebendiges Mittelalter mit nach Hause nehmen wollte, konnte sich alte Heilpflanzen wie Beinwell, Römische Kamille oder echten Lorbeer mit nach Hause nehmen, inklusive Pflegeanleitung.

Die Begeisterung der Aktiven und Aussteller war spürbar ansteckend und gaben der Veranstaltung eine familiäre Atmosphäre, was auch Irma Hogendoorn vom Kloster Graefenthal nur bestätigen konnte: "Hier in Graefenthal herrscht immer eine ganz besondere Stimmung, ein Miteinander zwischen den Aktiven und den Besuchern. Viele Aussteller kommen von Anfang an zu uns und diese Entspanntheit und Zufriedenheit strahlt auf die Veranstaltung aus."

Neben der Zufriedenheit der Aktiven und der Besucher zählte für das Veranstalterteam rund um Irma Hogendoorn Authentizität bei den Ausstellern.

"Während das Mittelalterfest im Frühling sich auf das Frühmittelalter bezog, ist das Fest im Herbst immer ein Spätmittelalterfest", erklärt Irma Hogendoorn. "Deshalb haben wir darauf geachtet, dass die Aussteller sich auf diese Zeit des Mittelalters spezialisiert haben, um so eine authentische Erfahrung zu schaffen."

Ein einfaches Beispiel für die Unterschiede zwischen Früh - und Spätmittelalter war die unterschiedliche Bewaffnung beim großen Reenactment, einer inszenierten Schlacht, die an beiden Tagen nachmittags stattfand. "Im Spätmittelalter gab es bereits Kanonen, im Frühmittelalter nicht"; erklärt Irma Hogendoorn. Als Konsequenz daraus wurde bei diesem Reenactment auf Pferde verzichtet. "Etwa 300 Personen werden bei der Schlacht dabei sein, sowohl Kämpfer als auch Unterstützer wie etwa Wasserträger." Für die körperliche Stärkung stand neben ganz moderne Getränke und Speisen auch mittelalterliches Met bereit und rundete die Mittelaltererfahrung ab.

Quelle: RP
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