| 00.00 Uhr

Goch
Dringend benötigte Hilfe erreicht Niger

Goch: Dringend benötigte Hilfe erreicht Niger
Große Hitze, zumeist 40 bis 45 Grad Celsius, viel Wind und Staub haben in den letzten Tagen des Monats Mai zu einer raschen und deutlichen Zunahme der Meningitis-Infektionen im Sahelstaat Niger geführt. Viele Kevelaerer helfen mit ihrer Spende, die Epidemie einzudämmen. FOTO: Privat
Goch. Gemeinsames Handeln der Aktion Pro Humanität der Uedemerin Elke Kleuren-Schryvers, der Kirchengemeinde St. Marien und des Medikamenten-Hilfswerks action medeor zeigt Wirkung. Die Menschen bekommen nun Antibiotika.

Die Medikamenten-Hilfe hat den Niger erreicht. Vor wenigen Tagen sind 16 mit Arzneimitteln vollgepackte Pakete im Niger angekommen. Insgesamt konnte Erzbischof Laurent Lompo, der im Mai noch die Wallfahrtszeit in Kevelaer eröffnet hatte, auf dem Flughafen der Hauptstadt Niamey 339 Kilo Antibiotika in Empfang nehmen.

Dank der Initiative der Aktion Pro Humanität der Uedemerin Elke Kleuren-Schryvers und der Unterstützung der Kirchengemeinde St. Marien und dem Medikamenten-Hilfswerk action medeor konnten 20 000 Dosen zu je einem Milligramm des Antibiotikums Ceftriazone vom Niederrhein aus auf den Weg gebracht werden. Wie berichtet, ist der Niger von einer Meninigitis-Epidemie bedroht, doch weltweit sind keine Impfseren zu bekommen. Große Hitze, zumeist 40 bis 45 Grad Celsius, viel Wind und Staub wie sonst nur zu Zeiten des Harmattan im Dezember, haben in den letzten Tagen des Monats Mai zu einer raschen Zunahme der Meningitis-Infektionen im Sahelstaat Niger wie auch in den westafrikanischen Nachbarländern geführt. Erzbischofs Laurent Lompo berichtet: In den ersten vier Monaten dieses Jahres gab es 4285 diagnostizierte Meningitisfälle - vornehmlich im Südwesten des Landes. Darunter wurden 291 Todesfälle registriert. Allein am 4. Mai wurden 352 neue Fälle identifiziert, darunter an diesem einen Tag zwölf Todesfälle.

Nach aktuellen Informationen aus dem Niger steigt die Zahl der erkrankten Menschen weiter an. Besonders betroffen ist die bevölkerungsreichste Region des Landes mit der Hauptstadt Niamey mit mehr als 2,5 Millionen Einwohnern. 200 000 Grundschulkinder konnten bei Bemerken des vermehrten Auftretens der Meningitis zu atypischer Zeit noch durch Reihenimpfungen geschützt werden.

Dann, mit der starken Zunahme der Epidemie ab Mitte April, wurde es immer schwieriger, die erforderlichen tri- beziehungsweise tetravalenten Impfungen gegen die in Afrika am häufigsten vorkommenden Meningitis-Erreger zu bekommen. In der ersten Maiwoche gab es sowohl in den afrikanischen Nachbarländern als auch in Europa keine dieser Impfstoffe mehr.

Gemeinsam mit Christoph Bonsmann, dem Zentralapotheker des Medikamentenhilfswerks action medeor, wurde dann beschlossen, die Antibiotika-Dosen zur Behandlung Meningitis-Erkrankter in den Niger zu fliegen. Es sollen auch die kleinen, ländlichen Krankenstationen damit versorgt werden.

Erzbischof Laurent Lompo dankt den Menschen am Niederrhein von ganzem Herzen für die Unterstützung auch in dieser neuerlichen Notlage der Menschen in seiner Heimat, und er grüßt alle Spender und Helfer der Aktion pro Humanität. "Eine solche fühlbare und treue Geschwisterlichkeit mit den Menschen hier im Niger und mit uns im Glauben und in den Werken macht uns zuversichtlich und gibt uns Kraft, unseren Weg hier zu gehen", sagt der Erzbischof voller Dankbarkeit.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Goch: Dringend benötigte Hilfe erreicht Niger


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.