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Goch
Kirchenhistoriker berichtet über "unterdrückte Traditionen"

Goch. Wozu dient Geschichte? Genauer: Welche Hilfe und Anregung vermag aus der Kirchengeschichte erwachsen? Mit dieser Frage befasst sich der Kirchenhistoriker Hubert Wolf in seinem jüngsten Buch "Krypta: Unterdrückte Traditionen der Kirchengeschichte".

Im Rahmen eines Vortrages am Mittwoch, 13. April, 19.30 Uhr, im Kastell wird er aus seinem Buch berichten. Veranstalter sind der Förderverein Kloster Graefenthal und die Kultourbühne Goch. Eintrittskarten sind zum Preis von 10 Euro (ermäßigt 5 Euro) im Rathaus bei der Kultourbühne und in der Völckerschen Buchhandlung erhältlich. Sie können auch online im Veranstaltungskalender bei www.goch.de bestellt werden.

Hubert Wolf ist Professor für Kirchengeschichte an der Universität Münster. Er wurde mit dem Leibnizpreis der DFG, dem Communicator-Preis und dem Gutenberg-Preis ausgezeichnet und war Fellow am Historischen Kolleg in München.

In Goch ist er kein Unbekannter: Sein Vortrag über die Nonnen von Ambrogio im Kastell fand bereits großes Interesse.

In "Krypta" untersucht Hubert Wolf die Kirchengeschichte mit Blick auf aktuelle Diskussionen in der Kirche, etwa die Diskussion um die Rolle der Frau in der Kirche und die der Laien, die Wahl des Bischofs und das päpstliche Primat. Was er entdeckt und gleichsam aus der Krypta, dem Fundament der Kirche, ausgräbt, ist für uns heute erstaunlich: Jahrhundertelange Traditionen, in denen Äbtissinnen bischöfliche Vollmachten ausübten, ein Kirchenvolk, das sich seine Bischöfe wählt, ein Lehramt, dem Konzilien gleichberechtigt zur Seite stehen und Weiteres mehr. Wolf geht es dabei nicht darum, Situationen der Vergangenheit wiederherzustellen, sondern den Erfahrungsschatz der Tradition einfließen zu lassen in die aktuelle Reformdiskussion.

Dass dieses nicht immer leicht ist, weiß auch Hubert Wolf: der Erfahrungsschatz der Geschichte und konkrete Interessen der Gegenwart sind keineswegs immer deckungsgleich.

Quelle: RP
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