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Pastor Rolf Lohmann
"Wir sind alle freudig erschöpft"

Pastor Rolf Lohmann: "Wir sind alle freudig erschöpft"
Bestens gelaunt nach der gelungenen Jubiläumswoche: Wallfahrtsrektor Rolf Lohmann mit Bischof Wilfried Theising (v.l.). FOTO: gottfried Evers
Goch. Der Höhepunkt des Wallfahrtsjubiläums ist vorbei. Pastor Rolf Lohmann zieht ein positives Fazit der Woche, bei der vor allem Marientracht und die Premiere des Mysterienspiels "Mensch Maria" im Mittelpunkt standen.

Waren Sie nervös?

Pastor Lohmann Auf jeden Fall, das können Sie mir glauben. Vor allem, weil alles ja so wetterabhängig war. An einem Tag, als es sich zuzog, wollten wir schon Regencapes verteilen. Aber dann ist es doch trocken geblieben. Maria hat ihren Mantel über allem ausgebreitet.

Sie haben ja vorher gesagt, dass es Ziel sein soll, das Jubiläum draußen bei den Menschen zu feiern.

Lohmann Ich denke, das ist uns auf jeden Fall gelungen. Gerade in den heutigen Zeiten ist es wichtig, das Bekenntnis und die Freude am Glauben offen zu zeigen. Deutlich zu machen, der Trost von Maria gilt allen, egal an was sie glauben oder wie stark sie glauben. Die Menschen haben gerade in der Jubiläumswoche erkannt, dass wir offen unseren Glauben bekennen. Das wurde dadurch deutlich, dass wir das Gnadenbild durch die Straßen getragen haben. Und das hat in unserer heutigen Zeit gut getan.

So eine Woche ist auch ein organisatorischer Kraftakt.

Lohmann Deshalb bin ich auch so dankbar, dass so viele Menschen daran mitgearbeitet haben. Ich habe von vielen Leuten von außerhalb gehört: Die Rädchen hier in Kevelaer haben einfach funktioniert. Genauso habe ich es auch empfunden. Egal ob Mitarbeiter aus dem Priesterhaus, Festausschuss, Gesellige Vereine, Vertreter von Stadt und Ordnungsamt. Es hat einfach alles gepasst. Und der Funke ist übergesprungen. Es war wunderbar, zu sehen, wie stark die Kräfte sind, die hier mithelfen. Zudem war die Marientracht auch ein geistliches Erlebnis, wenn da 3000 Besucher auf dem Kapellenplatz sind. Bischof Felix Genn hat sich bedankt für diesen Tag des Glaubens, eines frohen Glaubens.

Die Marientracht findet eigentlich nur alle 50 Jahre statt, jetzt gab es dieses Ereignis bereits nach 25 Jahren. Werden die Abstände verkürzt?

Lohmann Ob das auf Dauer so sein wird, muss man abwarten. Sicher ist aber, dass es auch in 25 Jahren wieder eine Marientracht geben wird. Dann wird das 400-jährige Wallfahrtsjubiläum begangen, und dann kommt man daran nicht vorbei.

Die große Unbekannte in der Jubiläumswoche war das Mysterienspiel, weil es eine echte Premiere für Kevelaer war.

Lohmann Eine Premiere, die einfach nur großartig war. Die Aufführungen waren jedes Mal ausverkauft, jeweils 1250 Zuschauer waren dabei. Ihr Kollege hat das in seinem Bericht auf den Punkt gebracht: Es ist hier wirklich gelungen, Maria in die Zukunft zu projizieren, zu fragen: Was bedeutet Consolatrix Afflictorum in heutiger Zeit? Musik und Text passten, alles war stimmig. Ein Besucher hat mir gesagt: Der Abend war wie Exerzitien für mich. Das macht die tiefe Wirkung deutlich. Sie müssen bedenken, das Stück dauerte mehr als drei Stunden, aber es ist keinem lang geworden.

Wird das Mysterienspiel zur festen Einrichtung?

Lohmann Entscheiden müssen das andere. Es ist aber mein großer Wunsch, so etwas alle fünf bis zehn Jahre auf die Beine zu stellen. Der Text muss weitergeschrieben und ergänzt werden, um sich den aktuellen Fragen der Zeit zu stellen. Auch wieder um zu zeigen, wie aktuell die Botschaft Jesu und von Maria ist.

Die Jubiläumswoche ist vorbei, aber das Jahr noch lang. Ist die Luft jetzt aus dem Jubiläumsjahr raus?

Lohmann Ich muss ehrlich sagen, dass es schon ein Stück weit so ist, dass etwas die Luft raus ist. Alle, die mitgeholfen haben, sind freudig erschöpft. Aber das alles hat auch beflügelt, weil wir gesehen haben, was wir gemeinsam schaffen können. Und natürlich geht das Wallfahrtsjahr weiter. Die Jubiläumswoche, das waren die Höhepunkte, aber jetzt steht das normale Wallfahrtsgeschehen an. Und auch das fordert uns. In Kevelaer geht es immer weiter (lacht).

Haben Sie jetzt vielleicht auch zum ersten Mal richtig Zeit, sich mit Xanten zu beschäftigen wo sie das Amt des Bischofs für den Niederrhein übernehmen werden?

Lohmann Kontakt nach Xanten habe ich natürlich jetzt regelmäßig. Es sind da verschiedene Dinge zu regeln, vieles muss vorbereitet werden. Aber mein Abschied in Kevelaer ist erst am 10. September, bis dahin gilt mein Hauptaugenmerk der Marienstadt.

Am 8. Juli werden Sie im Dom zu Münster zum Bischof geweiht. Wissen Sie schon, in welcher Gemeinde Sie zum ersten Mal das Sakrament der Firmung spenden werden?

Lohmann Das erste Pontifikalamt werde ich hier in Kevelaer am 16. Juli um 10 Uhr in der Basilika feiern. Die erste Firmung wird dann am 17. September um 15 Uhr in St. Marien Schwarzenberg (Duisburg-Rheinhausen) sein.

DIE FRAGEN STELLTE SEBASTIAN LATZEL

Quelle: RP
 
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