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Haan
Stadt verlegt Flüchtlinge von Deller Straße in andere Unterkünfte

Haan. Das Donnerwetter am Mittwochabend hatte unmittelbare Folgen: Die Stadtverwaltung hat damit begonnen, die Flüchtlinge, die sie in der Obdachlosen-Unterkunft an der Deller Straße untergebracht hat, auf drei andere Standorte umzuverlegen. Das bestätigte Sozialdezernentin Dagmar Formella gestern auf RP-Anfrage. Damit reagiert die Verwaltung auf die harsche Kritik, die Mitglieder des Bauausschusses am Mittwochabend äußerten. Von Alexandra Rüttgen

Ausgelöst wurde das Thema von einer Anfrage der WLH, die unter anderem wissen wollte, welche Gebäude an der Deller Straße sowie am Heidfeld nutzbar sind und tatsächlich auch bewohnt werden. Antwort der Verwaltung: Alle Wohnungen, die bewohnbar sind, sind belegt. Von 18 Unterkünften an der Deller Straße sind es 16. Am Heidfeld sind es sechs der zehn Wohnungen.

Laut Auskunft von Sozialdezernentin Dagmar Formella weise der Standort Deller Straße eine "verdichtete Belegung" mit einer "hohen Durchmischung von Odachlosen und Flüchtlingen" auf. Hintergrund: Nachdem die Polizei an der Flüchtlingsunterkunft Düsselberger Straße einschreiten musste (RP berichtete), hat die Stadtverwaltung einige Bewohner des ehemaligen Rockwell-Gebäudes an die Deller Straße verlegt. "Die Alternative wäre der Neandertalweg gewesen", sagte Formella dem Ausschuss. GAL und SPD fragten kritisch nach: "Wer hat die Bewohnbarkeit der Deller Straße festgestellt und wann?" Dazu Gebäudemanagerin Ute Eden: "Wir halten die Unterkünfte immer wieder so auf Stand, dass sie belegt werden können."

Doch beide Unterkünfte seien schon seit vielen Jahren "menschenunwürdig", kritisierte SPD-Fraktionschef Bernd Stracke: "Die Leute hausen am Heidfeld." WLH-Fraktionschefin Meike Lukat stellte klar: "Es kann nicht sein, dass wir die Deller Straße in Vollbelegung haben. Da würde ich nicht mal meine Katze übernachten lassen." Sie sehe Bürgermeisterin Bettina Warnecke in der persönlichen Verantwortung. Und Udo Greeff (CDU) zur Deller Straße: "Das Ding ist in meinen Augen nicht mehr bewohnbar."

Jetzt reagierte die Verwaltung: Ein "großer Teil" der Flüchtlinge sei bereits verlegt, sagte Formella gestern - und gab einen weiteren Überblick: Der Standort Bachstraße sei seit vergangener Woche freigezogen und bleibe auch frei. Der Neandertalweg bleibe unangetastet. Juli oder August werden weitere Kapazitäten an der Düsselberger Straße und in der Landesfinanzschule geschaffen.

Quelle: RP
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