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Kreis Mettmann
Angriffe gegen Helfer nehmen massiv zu

Kreis Mettmann: Angriffe gegen Helfer nehmen massiv zu
Körperliche Gewalt gegen Mitarbeiter gibt es beispielsweise im Jugendamt, im Sozialamt, bei der Feuerwehr und im Rettungsdienst. De Täter in 90 Prozent der Fälle männlich. FOTO: Karl-Josef Hildenbrand
Kreis Mettmann. Die Stadtverwaltung Mettmann hat jetzt eine Vereinbarung verfasst, nach der alle verbalen und körperlichen Attacken zur Anzeige kommen. Besonders Feuerwehr und Mitarbeiter des Rettungsdienstes werden angepöbelt. Von Christoph Zacharias

Die Stadtverwaltung Mettmann will die Gewalt gegen Mitarbeiter nicht mehr hinnehmen. Deshalb haben Bürgermeister Thomas Dinkelmann und Personalratsvorsitzender Peter Nachtigall jetzt eine Grundsatzerklärung gegen Gewalt am Arbeitsplatz unterzeichnet, in der sie die Stadtverwaltung "zum gewaltfreien Ort" erklären. "Wir werden künftig jede Tat zur Anzeige bringen, egal, ob die letztendlich strafrechtlich geahndet wird, oder nicht", sagt Dinkelmann.

Manuel Limberg, Mitarbeiter der Feuerwehr im Rettungsdienst, erlebt immer wieder, dass er im Einsatz von Angehörigen oder von Beteiligten angepöbelt wird. "In einem Fall bin von dem Ehemann der Patientin, der wir helfen wollten, gegen den Kopf getreten worden." Matthias Mausbach, Abteilungsleiter Feuerschutz und Rettungswesen, erlebt immer wieder, dass Passanten und Autofahrer Absperrungen ignorieren oder Feuerwehrleute beschimpfen, wenn sie aufgrund eines Einsatzes warten oder Umwege in Kauf nehmen müssen.

Mettmann und der Kreis sind keine Einzelfälle. Nach einer Studie sind 13 Prozent der Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdiensten in NRW in den letzten zwölf Monaten Opfer von körperlicher Gewalt geworden. Noch häufiger kommt es zu verbaler Gewalt: Hier gaben 60 Prozent der Befragten an, solche Erfahrungen gemacht zu haben. Dazu gehörten auch Rettungsdienstler aus Ratingen und Hilden.

Mitarbeiter der Ordnungsbehörde und des Recyclinghofes werden beschimpft, beleidigt, ja in einem Fall wurde der Chef des Recyclinghofes gestoßen und verletzte sich dabei. "Die Hemmschwelle ist gesunken", sagt Juan Cuenca, der seit 26 Jahren Hausmeister einer Grundschule ist. Wenn er Jugendliche darauf aufmerksam macht, dass sie bei ihren Fahrradfahrten auf dem Schulhof nicht andere Menschen gefährden sollen, werden "meine Hinweise entweder ignoriert oder ich werde beschimpft nach der Art, was willst du mir den sagen". Die neue Vereinbarung soll auch von den Sportvereinen unterzeichnet werden, die auf den städtischen Anlagen trainieren und spielen. "Wir hatten eine Störung an der Flutlichtanlage", berichtet Anja Müller-Daaboul, Platzwartin auf der Sportanlage Auf dem Pfennig. Trainer und Vorsitzender waren darüber informiert worden. "Als kurz vor Spielende die Fluchtlichtanlage ausfiel, stürmten Spieler auf mich zu und beleidigten mich."

Die Mitarbeiter in der Stadtverwaltung sollen nun geschult werden, wie sie sich bei solchen Angriffen zu verhalten haben. Bei der Feuerwehr gibt es bereits eine neue Dienstvorschrift.

Quelle: RP
 
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