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Auf Ein Wort Michael Ruland
Aus der Kraft der Hoffnung Zukunft gestalten

Hilden. Die Rente ist ein Dauerthema in der Politik. Die einen verlangen, dass man länger arbeiten müsse, damit die Renten bezahlbar bleiben; die anderen fordern die Erhöhung der Renten, damit Menschen die ein Leben lang gearbeitet haben, im Alter nicht in Armut versinken. Die Alten freuen sich über jede Verbesserung. Für die Jungen ist jede Rentenerhöhung eine enorme Belastung für die Zukunft. Hier wird deutlich: Die Perspektiven der älteren Generation und die der Jungen sind eben völlig unterschiedlich.

Nun ist es fast natürlich, dass der Blick der älteren Generation nicht so sehr in die Zukunft gerichtet ist. In der Begegnung mit älteren Menschen erlebe ich das sehr oft: wie sie mehr und mehr in ihren Erinnerungen leben; wie sie gern und oft sehr lebendig aus ihrer Vergangenheit erzählen. Aus ihren Erfahrungen aus dem was sie erlebt haben, können wir viel lernen.

Im Evangelium (Lk 2,22-40)des Festtages Darstellung des Herrn, das die Kirche am 2.Februar feiert, begegnen uns mit dem greisen Simeon und der Prophetin Hanna zwei klassische Vertreter der Generation der Alten. Zwei ungewöhnliche Menschen, die ganz die Vergangenheit wach halten und doch zugleich ganz auf die Zukunft ausgerichtet sind. Sie sind es, die in der jungen Familie, die den Tempel betritt, die Zukunft erkennen. Er, Christus, das Licht der Welt ist es , auf den sie gewartet haben.

Das hat schon etwas Faszinierendes: ausgerechnet diese beiden Alten, die doch, so könnte man denken, vom Leben nicht mehr viel zu erwarten haben, sind Menschen voller Hoffnung, voller Erwartung, mit einem wachen Blick für die Zukunft. Eigentlich hält nur die Erwartung sie am Leben; die feste Überzeugung, dass das Entscheidende noch kommt; das Vertrauen, die Hoffnung auf eine bessere, eine wirklich gute Zukunft; darauf vertrauen dass das Entscheidende noch kommt.

Für mich ist das eine unglaubliche Perspektive. Wir Menschen neigen dazu dem nachzutrauern was gewesen ist und das festhalten zu wollen, was ist; wir hängen an dem, was wir haben. Simeon und Hanna sind Menschen, die selbst noch im hohen Alter, praktisch am Ende ihres Lebens, glauben, dass das Entscheidende noch kommt. Das ist Hoffnung. Diese Hoffnung kommt aus ihrer innigen Verbindung zu Gott; aus ihrem vertrauten Umgang mit den Heiligen Schriften, aus ihrem Gebet. Eine solche Hoffnung ist eine Kraft, die die Welt verändern kann.

DER AUTOR IST DIAKON IN DER KATHOLISCHEN PFARRGEMEINDE ST. JACOBUS HILDEN

Quelle: RP
 
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